Da gibt es die Geimpften, die fast alles dürfen, und die Ungeimpften, die von vielem ausgeschlossen sind. Gewünscht hat sich diese Situation niemand, eine Überraschung ist sie aber auch nicht. Die Zahlen sprechen seit Monaten eine eindeutige Sprache: Das Problem verschwindet nicht von selbst.

Was bisher vor allem die Freizeitgestaltung betraf, ist jetzt auch Thema in den Betrieben: Ob ich geimpft bin, muss ich meinem Chef rein rechtlich gesehen nicht sagen. Denn Informationen über meine Gesundheit unterliegen nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz sowie dem Betriebsverfassungsgesetz einem besonderen Schutz. Das ist normalerweise gut und richtig so.

Ob diese Regelung in Sachen Corona-Impfschutz Sinn macht, ist allerdings schon zweifelhaft. Was ist da gegen ein klares Ja oder Nein einzuwenden? Es ist letztlich eine Sache der Fairness, die den Arbeitgebern hilft, den Betrieb unter Pandemiebedingungen zu organisieren. Kaum ein Geimpfter wird auf die Bitte um eine freiwillige Angabe seines Impfstatus sagen: "Sag' ich nicht!" Denn dann ist zwei Mal wöchentlich ein Schnelltest Pflicht.

Den Datenschutz haben wir seit Beginn der Pandemie ohnehin fleißig ignoriert: Nicht nur im Wirtshaus wurden Kontaktdaten abgefragt. Und wir haben das meist ohne Murren hingenommen - froh, dass nach dem Lockdown endlich wieder was ging.

Wir haben weiter die Wahl, uns impfen zu lassen oder nicht. Wer Nein sagt, sagt Ja zu den Konsequenzen, muss zum Testen und das in der Regel selbst bezahlen, kann weniger ausgehen. Ungerecht? Im Interesse der Gemeinschaft muss der Einzelne zurückstecken. Das gilt eigentlich immer. In der Pandemie wird es nur deutlicher spürbar.