Mittwoch kurz nach 10.30 Uhr: Fünf große Tieflader nehmen bei Limmersdorf mit Tempo 20 die Steigung der Kreisstraße KU 7 in Richtung Thurnauer Oberland in Angriff. Angeführt werden sie von einer Polizei-Eskorte, die sie auf den letzten rund 25 Kilometern ab dem Parkplatz Paradiestal auf der Autobahn 70 begleitet hat.

Es sind die ersten von über 400 Schwertransporten, mit denen bis Anfang Oktober Elemente für den Windpark bei Alladorf und Kleetzhöfe geliefert werden. Geladen haben die 27 Meter langen Tieflader 40 Tonnen schwere, halbrunde Schalen aus Beton, die das unterste Segment eines Windrades bilden.

"Wie Legosteine"

"Wie Legosteine werden die Elemente zusammengesetzt. Sie werden vergossen und untereinander verspannt", erläutert Christopher Klieme von der Firma e-wyn GmbH & Co KG aus Elmshorn, die den Windpark-Bau steuert. Bis zu einer Höhe von 90 Metern besteht ein Turm aus Beton, danach kommen auf einer Länge von 50 Metern Stahlelemente, ehe die Gondel und Rotorblätter folgen, wie Christopher Klieme erläutert.

Die zehn Windräder, die entstehen, sollen schon Ende des Jahres in Betrieb genommen werden und 24 Megawatt Strom erzeugen. Eine Strommenge, mit der der Jahresverbrauch von 15.000 Haushalten gedeckt werden kann. Bis sich die Rotoren drehen, ist auf der Baustelle allerdings noch einiges zu tun. Derzeit werden die Fundamente gefertigt. Die Betonelemente werden auf dem Areal erst einmal zwischengelagert.

Die Polizei ist gefordert

Gefordert ist in den nächsten Wochen auch die Polizei, die noch viele Schwertransporte begleiten wird. "Das war heute erst der Auftakt", sagt Hauptkommissar Michael Kofer von der Polizeiinspektion Kulmbach, der die Anreise des ersten Konvois organisiert hat. Nach den fünf Tiefladern am späten Vormittag rollen in der Mittagszeit weitere sieben an.

Ab 9 und 13 Uhr

Verbunden sind die Anlieferungen immer mit kurzfristigen, rund 45-minütigen Sperrungen der KU 7 ab der Autobahn-Ausfahrt Thurnau West bis Alladorf/Kleetzhöfe. Geplant sind von Montag bis Freitag je zwei Transporte täglich. Die erste Sperrung soll ab 9 Uhr, die zweite ab 13 Uhr erfolgen.

"Genauer lässt sich die Zeit leider nicht voraussagen", stellt der Kulmbacher Polizeibeamte Michael Kofer fest. Auch am Mittwoch kam es schon zu einer zeitlichen Verzögerung.