Bis Ende Juni 2016 sollen die 200 Meter hohen Windräder stehen, ab Juli Strom liefern. Wie kommen die schweren und langen Bauteile für die Windenergieanlagen auf den Rainberg?

Nachdem die ursprünglich angedachte Anfahrt aller Baufahrzeuge über das Gelände der Bauschuttdeponie Kirchleus und die "Sieben Fuhren" daran scheiterte, dass einige Waldbesitzer sich weigerten, Flächen für den Wegebau abzutreten, kam man in Mannheim auf die Idee, die Bauteile für die fünf Anlagen von Mainroth und Gärtenroth aus auf den Rainberg zu transportieren, wieder über das Drehkreuz mitten im Wald: die "Sieben Fuhren". Die Rede war von bis zu 50 Schwertransporten pro Windrad.
Am Dienstagabend nun hat der Stadtrat Burgkunstadt auch diese weitere Variante gekippt, sich einstimmig mit 19 zu 0 Stimmen dagegen ausgesprochen, dass die Anlieferung der Windrad-Bauteile über städtischen Grund erfolgt.

Der restliche Baustellenverkehr: Betonmischer, Laster mit Schotter, Bagger, Raupen etc. sollte "von Norden her" auf den Rainberg rollen.

Der Pressesprecher von MVV Energie, Roland Kress, wollte sich dazu nicht näher äußern, schrieb nur: "Wir sind und bleiben mit allen Beteiligten in direktem Kontakt. Zum Inhalt können wir während der laufenden vertraulichen Gespräche keine öffentlichen Angaben machen. Wir sind zuversichtlich, eine einvernehmliche Lösung zu finden." Über Inhalt und Ergebnis der Abstimmungsgespräche mit allen Beteiligten werde er erst nach deren Abschluss informieren. Ob MVV Energie das so genannte "Notwegerecht" (geregelt in den Paragrafen 917 und 918 des Bürgerlichen Gesetzbuchs) in Anspruch nehmen werde, wollte Roland Kress nicht sagen. Das Notwegerecht ist ein Recht, einen unbedingt notwendigen Weg zu Lasten einer Nachbarliegenschaft eingeräumt zu erhalten, weil eine andere Verbindung an das öffentliche Wegenetz nicht möglich oder wirtschaftlich tragbar ist.

Die seit zwei Wochen laufenden Rodungsarbeiten für die Windrad-Aufstellflächen - insgesamt dreieinhalb Hektar - und die Verbreiterung der Wege (eineinhalb Hektar) würden fortgesetzt, kündigte der Pressesprecher am Mittwoch an.


Erschließung des Waldes

Diese Wegeerschließung sehen viele Waldbesitzer als positiven Nebeneffekt für die Waldbewirtschaftung an, denn bislang ist der Rainberg forstwirtschaftlich sehr schlecht erschlossen, mit Holzabfuhrlastern fast nicht zu erreichen. "Wir kriegen auf dem Rainberg einen hervorragenden Waldweg, den alle Waldbesitzer nutzen können, geschenkt", stellte auch BBV-Kreisobmann Erwin Schwarz die Vorteile heraus.