Es war wie beim Konzert eines Popstars. Kaum waren die ersten Tickets im Internet zum Verkauf freigegeben, da waren sie auch schon weg. "Alles ist durch. An den drei Verkaufstagen war das Kontingent jeweils innerhalb von Sekunden vergriffen", erinnert sich Markus Franz. Was die Ticketkäufer lockte, waren allerdings weder Bruce Springsteen noch Lady Gaga, sondern eine echte Kraftanstrengung: der sechste Frankenwald-Wandermarathon. Dessen grober Streckenverlauf steht jetzt fest.

Franz, der Frankenwald-Tourismus-Geschäftsführer, spricht von 500 Karten, die ausgegeben wurden - und von unzähligen mehr, die man an den Mann und an die Frau hätte bringen können. Doch die Verantwortlichen der Wanderveranstaltung haben sich bewusst dafür entschieden, die Zahl der Startplätze zu begrenzen. Schließlich soll die Strecke nicht durch Tausende Wanderer an einem Tag überstrapaziert werden. Jedoch wurde allen Interessenten durch den Verkauf über ein Internetportal eine faire Chance geboten.

Start- und Zielpunkt der Wander-Großveranstaltung am 27. Mai ist die Festhalle in Tettau. Von dort führt die Route ins benachbarte Thüringen nach Lichtenhain. Weiter geht es nach Lauenstein, zur Fischbachsmühle, nach Ludwigsstadt, Lauenhain und Steinbach am Wald sowie zum Ölschnitzsee. Auf dem Rennsteig schwenken die Wanderer schließlich Richtung Kleintettau und zurück zum Ausgangspunkt in Tettau.



Knapp über Marathon-Niveau

An diesem 43,2 Kilometer umfassenden Streckenkorsett wird sich aller Voraussicht nach nichts mehr ändern, an den Details könnte hier und da jedoch noch geschraubt werden. "Wir sind die Strecke komplett abgelaufen", berichtet Franz von Begehungen, die in vier Abschnitte aufgeteilt wurden. Auch Gespräche wurden schon geführt. Schließlich gibt es bei der Umsetzung der Streckenplanung viel zu beachten und abzuklären. Ein Landschaftsschutzgebiet bei Steinbach am Wald führt beispielsweise dazu, das dort nicht die geplante Strecke genutzt werden kann. Ein paralleler Weg bietet aber nur wenige Meter entfernt eine Alternative.

Bei weiteren Treffen muss nun unter anderem abgeklärt werden, ob in Thüringen alles wie geplant genehmigt wird. Auch neue Ideen könnten momentan noch in den Streckenverlauf eingebaut werden. Doch Franz meint: "Im Großen und Ganzen sollte es so laufen, wie wir es geplant haben. Wir sind ja viel auf offiziellen Wanderwegen unterwegs."


Viele Erlebnispunkte vorgesehen

Für die Veranstaltung ist aber nicht nur der Streckenverlauf wichtig. Der Wandermarathon lebt ebenso von gut platzierten Verpflegungsstationen und Erlebnispunkten an markanten Abschnitten des Weges. "Vergangenes Jahr hatten wir 17 Erlebnispunkte, jetzt sind wir schon bei gut 30", freut sich Franz über überdurchschnittlich viele gute Anregungen; und auch in diesem Bereich ist noch kein Schlussstrich für neue Ideen gezogen.

Somit dürfen sich die Teilnehmer auf eine Wanderung durch die schöne Landschaft rund um den Rennsteig und auf ein buntes Rahmenprogramm freuen. Auch wenn die Planung das offizielle Marathon-Niveau derzeit um knapp einen Kilometer überschreitet, müssen die Teilnehmer keine Angst vor einer zu anspruchsvollen Strecke haben. "Es gibt schon ein paar Wellen, aber die sollten kein Problem darstellen. Sie sind eben Frankenwald-typisch", verspricht Franz, dass die Tour keine giftigen Anstiege beinhalten wird.