Im "Roten Ochsen" kamen einige Teuschnitzer zusammen, um eine Bürgerinitiative für den Erhalt der Schulsportanlage zu gründen. Diese will nun bis zur nächsten Stadtratssitzung einen Antrag einreichen, indem die Stadt aufgefordert wird, einen Alternativvorschlag bezüglich der Sportanlage vorzulegen.

Sollte der Antrag abgelehnt werden, will die Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren für den Erhalt der Schulsportanlage initiieren und darauf hinwirken, dass - falls die benötigten 220 Unterschriften zusammenkommen - die Teuschnitzer im Rahmen eines Bürgerentscheides sich für oder gegen dieser Freizeiteinrichtung aussprechen.

Worum geht es? In Teuschnitz soll es trotz klammer Finanzmittel vorangehen. Es wird unter anderem daran gedacht, den Stadtkern zu verschönern, leerstehende Häuser im und um den Stadtkern herum zu sanieren, den Schlossgarten neu zu gestalten, das Arnikaprojekt zu forcieren.


Es geht auch darum, Teuschnitz zur Gesundheitsstadt zu entwickeln. In der Schule denkt man daran, eine Manufaktur mit Produktionsstätten für die Herstellung kleinerer Serien Kräuterprodukte und eine Cafeteria einzurichten. Und letztendlich geht es um einen Kräutergarten, der nun für Diskussionen sorgt. Geplant ist, diesen unterhalb der Schule, auf dem Areal der jetzigen Schulsportanlage, anzulegen.

Der Sprecher der Bürgerinitiative, Stadtrat Harald Fehn (SPD), stellte zu Beginn klar, dass niemand gegen einen Kräutergarten sei. Nur sollte dieser auf eine anderen Fläche in unmittelbarer Nähe zur Schule entstehen.

Es müsse die Schul- und Sportanlage für die Kinder erhalten bleiben. Er habe Sorge, dass die Beseitigung dieser Anlage mit negativen Folgen für die Grundschule verbunden sein wird "Wir stehen voll hinter dem Arnikaprojekt", so Harald Fehn, "aber nicht auf Kosten unserer Kinder!"

"Warum versuchen Sie jetzt, das Arnika-Projekt kaputtzumachen", fragte Ellen Wegner vom Arnika-Kreis. In Teuschnitz gebe es keine Industrie, das Arnika-Projekt sei eine Alternative und mit Arbeitsplätzen verbunden.

Förderfrist läuft 2015 ab

Der Arnika-Kreis und einige Bürger versuchten etwas zu schaffen. Das Geld sei vorhanden. Durch ein Bürgerbegehren laufe man nun Gefahr, das Projekt zu verzögern und die zugesagten Mittel für den Kräutergarten zu verlieren. Die Stadt Teuschnitz habe eine wunderbare Natur, Heilkräuter und keinen einzigen Touristen. "Sind wir bescheuert!"

Wie die Bürgermeisterin Gabi Weber (CSU) erläuterte, stünden rund 250 000 Euro für einen Kräutergarten bereit. Diese Summe müsse aber bis Juni 2015 verbaut sein. Sie wies weiter darauf hin, dass die Schulsportanlage für 600 Schüler (mittlerweile sind es rund 80) gebaut worden und nie richtig genutzt worden sei. Wenn nun Reparaturen anstehen, können "wir uns es abschminken, dass diese vom Schulverband finanziert werden".

Außerdem erinnerte sie an den vor kurzen gefassten Stadtratsbeschluss, in dem sich mit 10:2 Stimmen für den favorisierten Standort unterhalb der Schule ausgesprochen wurde.

Stadträtin Susanne Daum (CSU) erklärte, dass in der Schule viel Wert auf Schwimmen gelegt werde. Der Erhalt dieser Einrichtung sei immens wichtig. Sie sprach davon, dass in mittelbarer Zukunft auch hier Sanierungskosten anfallen. Daher sollte versucht werden, die Schwimmhalle beim Arnikaprojekt mit zu integrieren, um somit eventuell eine Förderung zu bekommen.

Harald Fehn kritisierte, dass der Stadtrat erst in der vorletzten Sitzung, vor etwa sechs Wochen von den Plänen erfuhr, den Kräutergarten auf dem Areal des Hartplatzes anzulegen. Ursprünglich habe man eine Fläche oberhalb der Schule ins Auge gefasst.

Die Bürgermeisterin berief sich bei der Standortscheidung auf den Münchner Stadtplaner und Fachleute, die den Standort unterhalb der Schule nicht zuletzt wegen des Stadtbilds und der geschützten Lage für am geeignetsten halten.

Harald Fehn kritisierte weiter, dass Leute aus München und eine "Handvoll Leute" (gemeint ist hier der Stadtrat) über die Schulsportanlage entscheiden.

Jugendbeauftragter Lukas Neubauer sprach von einem Kommunikationsproblem. Die Ziele der Arnikastadt würden bei der Jugend zu wenig kommuniziert, sagte er.