Er sticht ins Auge. Der neue Gewerbebau der Firma Edgar Blumenröther oHG. Ende Januar 2017 soll das neue Gebäude im Industriegebiet bezugsfertig sein. Der Firmenneubau wurde nach neuesten Erkenntnissen der Energieeffizienz und Nachhaltigkeit konzipiert und gebaut. So wird beispielsweise die Abwärme zur Klimatisierung der Verwaltungsräume genutzt.

Wolfgang Blumenröther, der zusammen mit seinen Brüdern Jürgen und Udo Blumenröther das Unternehmen in zweiter Generation leitet, führt zusammen mit seiner Tochter Julia Förtsch durch das neue Gebäude. "Wir müssen wachsen oder wir sind in einigen Jahren weg vom Markt", begründet Wolfgang Blumenröther die Investition.

Die letzten Arbeiten werden getätigt, die Büromöbel sind teilweise schon ausgepackt. Techniker sind dabei, die EDV-Anlagen betriebsbereit zu installieren.

Die Firma hat sich darauf spezialisiert, Gastronomen, Hotellerie, Imbisse, Großküchen, Fleischereien et cetera ein umfangreiches Sortiment an Tiefkühlkost und Convenience-Produkten (vorgefertigte Produkte) zu bieten. Dazu gehören Fleisch, Wild, Geflügel, Fischspezialitäten. Aber auch Non-Food-Artikel, also Produkte die nicht zum Verzehr geeignet sind, werden geführt.

"Die Wünsche der Kunden werden immer anspruchsvoller", erklärt Wolfgang Blumenröther. Sie prägen sich auch immer differenzierter aus. Frische, Gesundheit, Nachhaltigkeit und Qualität von Lebensmitteln werden immer wichtiger.

Die Kunden verlangen Flexibilität, möglichst alles aus einer Hand und wollen auch wissen, woher die Ware kommt. Sie wollen einen Lieferanten vor Ort. Verstärkt werden zudem Produkte aus der Region nachgefragt.
Investiert wurde eine siebenstellige Summe. Die Lagerfläche wurde ums Vierfache gegenüber dem Betriebsgebäude in der Kronacher Straße auf 2500 Quadratmeter erweitert. Zusätzlich wurden auf einer 400 Quadratmeter großen Fläche Büro-, Aufenthalts- und Sanitärräume geschaffen. Sieben Rampen - am alten Standort gab es zwei - sorgen für schnellere Abwicklung bei Anlieferung und Abtransport der Waren.

Die Trocken-, Kühl- und Tiefkühlhäuser, in denen Temperaturen von plus sechs bis minus 25 Grad herrschen, erscheinen enorm. Über 1500 Palettenstellplätze wurden geschaffen. Nach dem Umzug, so erklärt Wolfgang Blumenröther, soll das Sortiment von bisher 1200 verschiedenen Artikeln auf rund 4000 erweitert werden.
"Ich kann es nicht erwarten, in den neuen Büroräumen zu arbeiten", freut sich Julia Förtsch. Die 30-jährige will mit ihrem Bruder Tobias Blumenröther, und ihrer Cousine Anke Blumenröther in die Fußstapfen ihres Vaters treten. Sie spricht von einer schönen Aufgabe und von der Herausforderung, das Familienunternehmen weiterzuführen. Außerdem sei ihr Beruf sehr abwechslungsreich.

Da kann Vater Wolfgang Blumenröther nur zustimmen. Kein Tag läuft nach Plan, man muss improvisieren, täglich ist man mit Menschen zusammen, sei es mit seinen Mitarbeitern, mit dem Außendienst oder mit den Produzenten oder Importeurgesellschaften. Also den Menschen, von denen die Produkte bezogen werden.
Über 40 Mitarbeiter sind bei Edgar Blumenröther oHG in Stockheim beschäftigt. Sowohl Wolfgang Blumenröther als auch seine Tochter sind glücklich, dass mit dem Neubau auch angenehmere Arbeitsbedingungen, kürzere Wege und effektivere Arbeitsabläufe für die Mitarbeiter geschaffen werden. Noch habe das Unternehmen keine Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden. Aber die demografische Entwicklung werde auch vor ihrem Unternehmen nicht haltmachen. Und heutzutage müssten die Arbeitgeber attraktiv sein, um Mitarbeiter bei der Stange zu halten.

Gegründet wurde das Unternehmen Edgar Blumenröther 1961 in Pressig als Eierhandelsagentur von Edgar Blumenröther. Im Lauf der Jahre wurde aber die Tiefkühlkost zum tragenden Element.

Der Umzug nach Stockheim erfolgte 1975. Nach der Wende wurde 1992 eine Filiale in Triptis eröffnet. Drei Jahre später wurde dort in eine neue Niederlassung investiert.