Direkte Familienmitglieder durften bis vor wenigen Jahren in einem Kommunalparlament nicht gemeinsame Politik machen. In der Zwischenzeit hat sich dies geändert. In Mitwitz gibt es dafür ein gutes Beispiel: Während Hans-Peter Laschka seine fünfte Amtsperiode als CSU-Bürgermeister in Angriff genommen hat, holte sein Sohn Johannes auf Anhieb das Mandat als CSU-Gemeinderat.

Hans-Peter Laschka kann seinen Stolz für seinen Sohn nicht verbergen. "Mit über 800 Stimmen hat er ein gutes Wahlergebnis erzielt." Sohn Johannes lacht: "Ja, auch für mich war es eine Überraschung." Mit Politik wurde der 23-Jährige schon "im Bauch" seiner Mutter konfrontiert. Damals, vor 24 Jahren, hat sein Vater sich zum ersten Mal um den Chefsessel im Rathaus beworben. Die Politik und die CSU waren auch nach seiner Geburt und während seiner gesamten Kindheit Themen in der Familie.
So ist es also keine Überraschung, dass Johannes Laschka der Jungen Union (JU) beitrat und mittlerweile diese politische Gruppierung als Vorsitzender leitet. Es sei in Mitwitz Tradition, dass der JU-Vorsitzende für den Gemeinderat kandidiert, erzählt er. Für ihn sei dies aber nur ein Grund gewesen. "Ich habe schon in jungen Jahren erkannt, dass man mit Engagement in der Kommunalpolitik etwas für seine Heimat bewegen kann." Und das will der junge Mann. So soll aus dem bisher bestehenden "soziokulturellen Arbeitskreis" ein Ausschuss für Jugend, Familie und Senioren gebildet werden. Und da will sich der Erzieher aktiv mit einbringen. Johannes Laschka ist überzeugt, dass das für ihn ein passender Ausschuss ist.

Stationen

In diesem Zusammenhang spricht er von beruflichen Stationen im Schmölzer Kindergarten, von seiner Beschäftigung mit verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen im Jugendhilfezentrum Dominikus Savio in Pfaffendorf. Er erzählt von seiner Großfamilie, in der drei Generationen unter einem Dach leben. "Ich habe live miterlebt, wie die Kräfte bei meinen Großeltern nachließen, wie sie gepflegt wurden." Er habe deshalb großen Respekt - vor allem gegenüber seiner Mutter und den Pflegekräften der Diakonie.

Johannes Laschka ist zudem Mitglied bei der Neundorfer Stubenmusik. "Ich bin also mit Kindern, Jugendlichen und Senioren zusammen", schmunzelt Johannes Laschka. Einbringen will er sich vor allem für die Projekte "Generationenhaus in der alten Schule" und "Ort schafft Mitte". Es geht unter anderem darum, den Ortskern aufzuwerten und zu beleben, die Struktur für die Tourismusarbeit zu verbessern, den Ortsausgang Richtung Gestungshausen neu zu gestalten. Es geht um den Ausbau von Betreuungsmöglichkeiten für Senioren, um Aktionen für Jugendliche etc..

Dass es zu Interessenskonflikten kommen könnte, halten sowohl Johannes als auch sein Vater Hans-Peter Laschka für ausgeschlossen. "Bei uns herrscht kein Fraktionszwang", so der Bürgermeister. Der Bürgermeister denkt noch gerne an den Wahlsonntag zurück. Dieser sei nicht zuletzt aufgrund der durch den demografischen Wandel bedingten Reduzierung der Gemeinderatsplätze von 16 auf 14 sehr spannend gewesen. Die Briefwahl habe letztendlich den Ausschlag gegeben, dass sein Sohn den Sprung in den Gemeinderat schaffte.
Für den Bürgermeister steht fest: "Johannes wird nicht mehr als all die anderen Gemeinderäte erfahren. Wir werden uns vorher auch nicht abstimmen."

Während es für Johannes in seiner Kindheit und Jugendzeit nicht immer leicht war, als "Sohn des Bürgermeisters" bezeichnet zu werden, sieht er doch jetzt gerade als Gemeinderat einige Vorteile. "Da wir noch unter einem Dach wohnen, habe ich so auf kurzem Wege die Möglichkeit, von seinen Erfahrungen zu profitieren beziehungsweise mir die Struktur einer Verwaltung näher erklären zu lassen."

Ziel

Neben seiner Gemeindearbeit hat sich Johannes Laschka noch ein weiteres Ziel auf die Fahne geschrieben: Er will in den nächsten Jahren jüngere Menschen für die Ratsarbeit begeistern.