Die Christen der evangelischen Gemeinde St. Laurentius Burggrub erlebten eine besondere Feier mit der Weihnachtsbotschaft. Diese Christvesper unter Pandemie- Bedingungen wird lang in Erinnerung bleiben.

Pfarrer Michael Foltin und die Kirchenverwaltung hatten im Vorfeld schon viel zu tun, unter besonderen Bedingungen eine Christmette zu planen. Dann kam auch noch die Ausgangssperre ab 21 Uhr dazu. Und wieder musste umgeplant werden.

Man einigte sich auf eine Christvesper um 15 Uhr im Freien vor der Kirche. Doch dabei spielte das Wetter nicht mit. Einige Stunden vor der Christvesper musste man entscheiden, doch in die St. Laurentius- Kirche zu gehen.

Gerade wegen der Pandemieregelungen und der Ausgangssperre ab 21 Uhr hatte die Gemeinde heuer amn Heiligabend im Freien vor der Kirche die Geburt Jesu Christi feiern wollen. In der St.-Laurentius- Kirche war dann die Besucherzahl beschränkt. Auch das Krippenspiel könnte nicht aufgeführt werden. Trotzdem gestalteten die Burggruber ihre Christvesper feierlich und andächtig.

Schon Minuten vor Beginn hörte man um das Gotteshaus herum aus einem nahe gelegenen Garten Posaunenklang. Aus dem sonst so rührigen Posaunenchor, der an diesem Tag nicht spielen durfte, hatten sich zwei leidenschaftliche Posaunisten, Robin Hanna und der langjährige Chorleiter Siegfried Hauck, auf einem privaten Gartengrundstück in der Nähe des Gotteshauses St. Laurentius mit ihren Blechblasinstrumenten getroffen und stimmten die Gläubigen mit weihnachtlichen Liedern ein.

Pünktlich 15 Uhr erklangen die drei Glocken vom Kirchturm des Gotteshauses. Die Glocken verstummten, und Ruth Scholl ließ die Orgel erklingen.

Der Innenraum des Gotteshauses war liebevoll geschmückt mit leuchtenden Sternen im Kirchenschiff und einer Krippe. Pfarrer Michael Foltin sprach hinter einer Plexiglas-Scheibe, aber dafür ohne Maske.

"In diesem außergewöhnlichen Jahr haben wir einen kleinen Christbaum mit Wurzelballen besorgt und werden diesen dann im Frühjahr draußen im Kirchinnenhof einpflanzen. Die Christvesper war für mich sehr bewegend und schön", zeigt sich Ute Schwarz trotz aller Umstände gerührt über die gelungene Christvesper.

"Unser Pfarrer Michael Foltin hat trotz der Einschränkungen die frohe Botschaft so lebendig anhand einer zeitnahen Geschichte erzählt, dass man schmunzeln konnte und sich fühlte, als sei man mittendrin dabei" Für Ruth Birkner war der Gang zum Gottesdienst zur Gewissensfrage geworden: "Schon immer galt in unserer Familie der Besuch der spätabendlichen Christmette als fester und auch wesentlicher Bestandteil des Heiligen Abends. Aufgrund der Ausgangsbeschränkung ab 21 Uhr entfiel jedoch die Christmette. Die Entscheidung, diesen Weihnachtsgottesdienst zusammen mit der Familie zu besuchen, fiel mir nicht leicht."

Ungewohnt und merkwürdig anmutend das Bild von Pfarrer Foltin, hinter einer Plexiglasscheibe stehend. Er wies darauf hin, dass die Gottesdienstbesucher weder sprechen noch singen dürften. Den Worten des Pfarrers und den Klängen der Orgel zu lauschen, war das Gebot der Stunde.

Einschränkungen spürbar

Die Erzählung der Weihnachtsgeschichte aus der Perspektive eines Sterns wäre nach Birkners Meinung prädestiniert gewesen für rollenverteiltes Lesen. Doch coronabedingt war auch das nicht möglich.

Als begeisterter Sängerin fiel es Birkner außerdem schwer, die traditionellen weihnachtlichen Kirchenlieder nicht mitsingen zu dürfen: "Wenn am Ende der Christmette das Gotteshaus nur von Kerzenschein und Christbaumbeleuchtung in andächtig- festliches und dezentes Licht gehüllt ist und das Lied ,Stille Nacht, heilige Nacht!' angestimmt wird, berührt mich das alle Jahre auf besondere Weise. Diese innere Stimmung konnte ich heuer nicht wie gewohnt wahrnehmen." Weiter sagt sie: "Die ,abgespeckte' Form des Weihnachtsgottesdienstes birgt sicherlich auch Positives in sich. Sie zwingt uns, neue Überlegungen anzustellen und andere Perspektiven einzunehmen. Sie fordert uns auf, sich auf die eigene Person zu besinnen und zu konzentrieren. Vielleicht hilft sie uns sogar dabei, uns mit dem zentralen Inhalt und der Botschaft dieses christlich