Beim Brand von Notre Dame wurden auch historische Relikte zerstört. Die Fränkische Galerie der Festung Rosenberg beherbergt Ausstellungsstücke von unbezahlbarem Wert, sagt Museologe Alexander Süß. Denn bei den Objekten handele es sich um unersetzbare Unikate. Bei einem Brand würde sich der Sachschaden wohl im mehrstelligen Millionenbereich ansiedeln, schätzt er. "Würde beispielsweise bei den Holzskulpturen im Riemenschneidersaal ein Feuer ausbrechen, wäre es schwer, dort was rauszuholen", sagt der Museologe.
Eine Art Havarieplan, der vorgibt, welche Objekte zuerst in Sicherheit gebracht werden müssen, gebe es nicht. "Ich würde natürlich sagen, die wichtigsten Stücke zuerst, aber das wäre eine endlose Liste", sagt Süß. Bei den Löscharbeiten bestehe das Prinzip, drohende Schäden so gering wie möglich zu halten und gefährdete Objekte in Sicherheit zu bringen. "Aber wir haben noch nicht geübt, wie man die Fränkische Galerie ausräumt", sagt Wicklein und lacht.
Besonders hohes Risiko
Bei der Neukonzipierung des Feuerwehrgerätehauses in der Rodacher Straße sei außerdem entschieden worden, eines der Löschfahrzeuge in der Oberen Stadt zu behalten, damit die Feuerwehr bei einem Brand in der Innenstadt eine möglichst kurze Anfahrt hat. "Bei solchen zusammenhängenden Gebäudekomplexen ist es unheimlich wichtig, Brände möglichst früh zu bekämpfen", erklärt Wicklein. In historischen Altstädten, in denen Häuser eng nebeneinander stehen und Brände leicht von einem auf das andere Haus übergreifen können, gestalten sich Löscharbeiten generell schwieriger.
Alexander Süß haben die Bilder der brennenden Pariser Kathedrale tief getroffen. "Das war ein echter Schock für mich", sagt der Museologe. "Ehrlich gesagt, konnte ich mir das gar nicht angucken und musste wegschalten." Die Übungen der Feuerwehr vor Ort seien extrem wichtig, damit die Ehrenamtlichen ein Bild davon haben, wie das Gebäudeinnere strukturiert ist, meint Süß. "Denn Feuer ist das allerschlimmste, was passieren kann."