Thomas Löffler hatte keine Zeit, sich auf seinen neuen Job vorzubereiten. Bis zum 14. März war er bei Wiegand-Glas beschäftigt. Einen Tag später saß er im Rathaus. Dankbar ist der 38-Jährige gegenüber seiner Verwaltung. "Die unterstützen mich wirklich hervorragend."

Der 38-Jährige sitzt in seinem Büro. Ob er sich denn nun eingelebt habe? "Ja, jetzt schon, aber die ersten drei Monate waren schon hart", gibt er eine ehrliche Antwort. Bereut hat er seinen Wechsel ins Rathaus trotzdem nicht. "Der Job ist zwar anstrengend, aber auch sehr spannend. Und ich kann gestalten."

Sein Arbeitstag beginnt wie schon in seinem früheren Beruf bei der Firma Wiegand gegen 6.30 Uhr. Nach wie vor führt er Mitarbeiter und hat mit Menschen zu tun. Die Unterschiede zu seinem früheren Job als Produktionsleiter überwiegen aber.

Damals kam er mit Kollegen aus verschiedenen Abteilungen zusammen. Es gab Projektbesprechungen , in denen sich alles ums Produkt Glas drehte.


Viele Gespräche

Jetzt - als Bürgermeister - hat er mit den unterschiedlichsten Menschen aus fast allen Lebensbereichen zu tun. Da sind zum einen seine 25 Mitarbeiter in der Verwaltung und im Bauhof. Er führt Gespräche mit den Kollegen aus der Kommunalpolitik, mit Abgeordneten aus Land- und Bundestag. Er steht mit den Unternehmern, mit der Geistlichkeit, mit den Schulleitungen in Kontakt. Außerdem kommt er mit Behördenleitern und mit Architekten zusammen - wie jetzt beim Bau der Rennsteigstraße beziehungsweise bei der Maßnahme "Freizeit- und Tourismuszentrum". Und natürlich sind da auch seine Bürger.

Und Thomas Löffler hat seine Ziele, die er verwirklichen will. Da geht es beispielsweise darum, das Wohnungs- und Grundstücksmanagement zu verbessern, damit auf die große Nachfrage nach Wohnraum reagiert werden kann. Zudem stehen in den nächsten Monaten einige Straßenbaumaßnahmen an. Außerdem will er das bürgerschaftliche Engagement stärken und noch einige Amtsantrittsbesuche bei Firmen und Institutionen machen.
Obwohl Thomas Löffler erst wenige Wochen im Amt ist, weiß er genau, dass der Besuch von Festen, Veranstaltungen, Geburtstagsfeiern wichtig für einen Bürgermeister ist. Bei diesen Anlässen erzählen die Bürger, was ihnen auf dem Herzen liegt.

Der Job eines Bürgermeisters bringt es natürlich mit sich, bei Veranstaltungen vor einer größeren Menge zu sprechen. "Mittlerweile hat das Lampenfieber nachgelassen", betont Löffler. Er erzählt, dass er sich vor jeder Rede mit dem Verein beziehungsweise mit dem Anlass ausführlich auseinandersetzt. "In den Vereinen wird hervorragende Arbeit geleistet. Die Verantwortlichen kümmern sich vorbildlich um den Nachwuchs, das muss auch gewürdigt werden", zeigt sich der neue Bürgermeister überzeugt.


Große Herausforderungen

Löffler wurde bereits an seinen ersten Arbeitstagen als Bürgermeister mit großen Herausforderungen konfrontiert. Da ist zum einen der Bau des Freizeit- und Tourismuszentrums, das eigentlich im Dezember 2016 eingeweiht werden sollte. Der Bau dauert nicht nur länger, sondern kommt auch rund eine Million Euro teurer als angenommen. Zudem waren die drei Millionen Euro an Rücklagen im Gemeindehaushalt aus steuertechnischen Gründen bereits in der ersten Januarwoche weg. Jetzt ist Löffler erleichtert, dass am 1. August das Schwimmbad und einen Monat später die Gastronomie eröffnet werden kann, wofür nach vielen Gesprächen nun auch ein Pächter gefunden werden konnte. Auch die finanzielle Situation der Gemeinde wurde ausführlich aufgearbeitet.
Nach wie vor ist Wiegand-Glas für ihn ein wichtiger und zugleich starker Partner. Aber er sei nicht nur diesem Unternehmen, sondern allen Gewerbetreibenden und Dienstleistern dafür dankbar, dass sie in der Gemeinde Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. "Bei den vielen Gesprächen mit den Firmenchefs beeindruckt mich besonders, mit wieviel Herzblut und großem Engagement sich diese für unsere Region einsetzen", zeigt sich Löffler begeistert. Dies und entsprechende Infrastrukturen und Rahmenbedingen seien für die positive Entwicklung einer Gemeinde unverzichtbar. Besonders freut es ihn auch, dass aktuell fünf Häuser in der Gemeinde gebaut werden bzw. in konkreter Planung sind und weitere Bauanfragen vorliegen.

Bei der Frage, ob er seinen alten Arbeitgeber vermisst, erklärt Thomas Löffler, dass alles seine Zeit habe. Dankbar sei er gegenüber Wiegand-Glas, dass er eine Lehre absolvieren durfte. Auch während seiner danach folgenden Schul- und Studienzeit sei er unterstützt worden. Schließlich habe er bereits in jungen Jahren einen sehr verantwortungsvollen Posten übertragen bekommen. Manchmal gebe es tatsächlich Momente, da möchte er wie in alten Zeiten am späten Nachmittag durchgeschwitzt aus der Produktion kommen und sich freuen, dass alles läuft.

Bei all den Herausforderungen ist es immer Löfflers Ziel, auch weiterhina ausreichend Zeit mit seiner Frau Yvonne und Tochter Amely verbringen zu können? "Das bekomme ich noch unter einen Hut", ist der junge Familienvater überzeugt. Jede freie Minute verbringt er mit seiner Familie, die bei Veranstaltungen und Festen oft dabei ist. Außerdem weist der 38-Jährige darauf hin, dass er nur zwei Minuten nach Hause habe, was ein großer Vorteil sei.


Sport steht fest im Programm

In den ersten Wochen seiner Amtszeit konnte er allerdings überhaupt keinen Sport treiben. Aber seit einigen Tagen stehen Sporteinheiten wieder auf dem Programm. So genießt er beim Joggen oder Mountainbike-Fahren die wunderschöne Natur im Frankenwald und möchte, wenn es die Zeit erlaubt, gelegentlich auch noch aktiv auf dem Fußballplatz stehen.