"Mi Tango querido - mein geliebter Tango", dieser romantische Titel lud zum Träumen ein. Genau das durften die Besucher des Mitwitzer Schlosskonzerts. Das Duo Bettina, am Akkordeon, und Wolfram Born, am Klavier, wirkte meisterlich in seinem Fach. Die Tangomusik der beiden geht unter die Haut.

Den Auftakt machte der traditionelle Tango "La Yumba" von Osvaldo Pugliese. Schon bei den ersten Klängen wurde der Weiße Saal musikalisch ausgefüllt. Voluminös, mitreisend und dramatisch klang dieses Stück.


Mitreissender Takt

Wolfram Born beherrschte seinen Instrument und entlockte ihm die schönsten Töne. Genau das ist Tango, so muss er klingen. Der typische Klang, der mitreisende Takt. Das Stück steckt voller Überraschungen. Von einem schnellen Anfang über ruhige Passagen bis hin zu einem mitreisenden Schluss. Die Musiker verkörperten den Tango. Er scheint für die beiden Musiker zu einer Leidenschaft geworden zu sein. Beide passten sich dem optisch an: in Schwarz gekleidet, elegant, geheimnisvoll.

Bettina Born als Moderatorin verzauberte mit einer sanften, sinnlichen Stimme. Mit Charme wusste sie ihre Zuhörer in ihren Bann zu ziehen. Schwarze Kleider, weiße Instrumente - nicht nur der Klang von Akkordeon und Klavier harmonierten, sondern auch die Musiker wussten, wie man gekonnt den Tango untermalt: Das, was sie spielten, übersetzten sie in manchen Stücken mit ihren Blicken. Ein Hauch von Erotik lag dadurch immer in der Luft.

Nicht nur bei den klassischen Werken, sondern auch bei einer Milonga, einer besonderen Form des argentinischen Tangos, überzeugten die Künstler. Diese Form wirkte eher heiter und fröhlich.

Der flotte Grundschlag lud zum Mitwippen ein. Der typische Rhythmus ging dabei nicht verloren. Kein Tangotänzer würde bei diesen feurigen Klängen einem Tanz widerstehen können.


Eigene Werke

Doch nicht nur Stücke von bekannten Komponisten wie Astor Piazzolla oder Horacio Salgan gaben die Musiker zum Besten, sondern auch Werke aus eigener Feder. Besonders in Erinnerung blieb die "Letzte Minute". Nicht zuletzt durch die putzige Geschichte, die Bettina Born dazu zu erzählen wusste: "Ein frisch verliebtes Pärchen muss sich am Bahnsteig voneinander trennen. Die Frau muss letztendlich doch in den Zug einsteigen. Beide sind noch ganz benebelt vom letzten Kuss." Die letzte Minute bricht an, bevor der Zug den Bahnhof verlässt.

Dieses Stück wurde zum heimlichen Höhepunkt des Abends. Es blieb der Fantasie des Zuhörers überlassen, die tiefen Töne, die Wolfram Born dem Klavier entlockte und die den Saal zum Vibrieren brachten, als das Rattern des Zuges am Bahnsteig zu interpretieren.