Zur Kirchweih vergangenen Jahres sei der 84-jährige Baehr von Bürgern aus Gundelsdorf und Glosberg angesprochen worden, dass der Friedhof für einen Wallfahrtsort nicht würdig sei. "Seid ihr denn Menschen zweiter Klasse?", habe ein Kritiker überspitzt formuliert. Dies sei ihm als stolzen Altbürger des Wallfahrtsortes sauer aufgestiegen und er habe sich darum gekümmert, dass möglichst schnell und unkompliziert gehandelt worden sei. Dafür danke er besonders Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein, der ein offenes Ohr hatte, sagte Baehr. Bei einer Begehung nach Fertigstellung zeigte sich das Stadtoberhaupt erfreut und dankbar für die geleistete Arbeit.
Das Friedhofskreuz bedurfte besonderer Leistungen durch den freischaffenden Bildhauer Manfred Fößel aus Knellendorf. Die Holzteile, aus Eiche bestehend, waren durch Witterungseinflüsse völlig marode. Zum Transport ins Atelier musste das Kreuz komplett zerlegt werden und wegen des schweren Betonfundamentes war ein Abtransport nur mit Kran möglich. Wegen Erhalt der Materialstärke musste ganz vorsichtig abgehobelt und geschliffen werden. Die Deckleisten wurden neu angefertigt. Ganz besonders desolat war die Schrifttafel "Es ist vollbracht". Dieser Abtrag bis auf das gesunde Holz erforderte Filigranarbeit und mit Epoxidharz wurde die ursprüngliche Form wieder hergestellt.
Die Besonderheit am Korpus ist die Fassung in Türkisgrün anstatt Hautfarben, was den Eindruck einer Porzellanskulptur hervorruft. Das Fundament wurde vom Bauhof hergestellt. Und auch ein Eisenfuß am Kreuz wurde angebracht, damit dieses schwere Kruzifix im Fundament ordentlich befestigt ist.
Die aufgeweichten und verschlammten Gehwege, die nach Regenfällen kaum noch begehbar waren, wurden saniert und neu befestigt. Zur besonderen Aufwertung der Gehwege wurde ein Naturstein- Muschelkalk als Belag verwendet. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Fläche für Wiesen-Urnengräber auf dem Friedhof in Glosberg, auf dem auch Bürger aus Gundelsdorf die letzte Ruhe finden.
Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein dankte Initiator Robert Baehr, dem Bildhauer Manfred Fößel wie auch Marco Deuerling mit seinem Bauhofteam für die hervorragende Arbeit. Es haben einige Tausend Euro fließen müssen, aber dafür habe man sichtbar gut gearbeitet und den Friedhof wie das ohnehin wertvolle Kruzifix weiter aufgewertet. Von der Sparkassenstiftung habe er als Bürgermeister 1000 Euro dazu geben können. Hier sei in guter Zusammenarbeit ein gutes Werk zur Verschönerung der gesamten Friedhofsanlage gelungen, so der Rathauschef.