Dabei stellen vier Frauen auch die Frage, wie viel "Falsch" wohl richtig ist, und wie viel Lüge die Wahrheit braucht, um glaubwürdig zu erscheinen. "Kaum machst was nicht richtig, ist es schon falsch", sagten sie vor dem "Störbild" des öffentlichen Fernsehens, welches als Bühnenhintergrund beim Auftritt diente. Bei ihnen gebe es im Gegensatz zur Bundeskanzlerin, die mit dem Mundwinkel nach unten zeigend vermitteln möchte, dass es mit Deutschland aufwärts gehe, keine internen Kommunikationsprobleme. Die Männer - ein weiterer "Angriffspunkt" ihrer Aufführungen - lösten ihre Probleme, indem sie nicht da oder abwesend seien.

Unbeantwortet blieb die Frage, ob Männer logisch denken und handeln.
Hier hatte das Quartett mit Heike Vogel, Liz Wilczek, Kathrin Bötsch und Helen Diaz einen entscheidenden Vorteil, denn die Besucher waren zum größten Teil weiblichen Geschlechts, und die wenigen Männer waren "nicht freiwillig" da.

"Männer, die sich nach weiblicher Bewunderung sehnen, sind nach Teuschnitz gekommen, um auch die verschiedensten Vorteile der Frauen kennen zu lernen", behaupteten die Hoferinnen. Schließlich gebe es Vorzüge wie Frauenbeauftragte, Notrufe für Frauen und Parkplätze für Frauen. Das Frauenkabarett traf des Öfteren mit seiner virtuosen Sprachakrobatik den Nerv der Zeit, wozu auch die "hirnlose Glotze" mit ihren unterschiedlichen Fernsehschauen ihren Beitrag leistete.


Flotte Rentnerinnen


Als flotte, sportliche Rentnerinnen, bei denen der Biorhythmus immer mit muss, bewiesen sich die vier Frauen in der zweiten Runde. Nach dem Motto "So lange uns was weh tut, leben wir noch!" zeigten sie in Wort und Gesang, wie schwierig es ist, sich im Alter sportlich zu betätigen.

"Wir leben so wie Lothar Matthäus - in einen Mehrgenerationenhaus -, und wir betätigen uns mit der EDV für Rentner", behaupteten sie. Bei großen Bildschirmen und Tastaturen werde die Maus auch schon mal zur Ratte. Dass dabei ohne Netzempfang die digitale Welt schnell zusammenbricht, konnten die zahlreichen Besucher schnell feststellen.

Gnadenlos zerpflückten die Kabarettistinnen mit Akkordeon, Gitarre, Klavier und weiteren Instrumenten die Absurdität des Alltags. In einer Fusion aus Spitzfindigkeit, Charme, Tiefgang und Humor analysierten sie die vergangenen Jahrzehnte und die sich verändernde Welt. "Heutzutage ist man schon reich, wenn man seine Steuern bezahlen kann, ohne Schulden machen zu müssen", ließen sie genauso wissen wie, dass das Steuergesetz so verzwickt sei, dass kein normaler Mensch mehr durchblicke.

Der Leiter des Hauses am Knock, Hans Löffler, hatte bereits bei der Begrüßung der Frauen festgestellt, dass "Intakt" mittlerweile ein Selbstläufer in Teuschnitz geworden sei.