In Lauenstein will man nun diese Problematik angehen. Deshalb lud die Stadt am Donnerstagabend zu einer Ortsteilveranstaltung in das Gasthaus "Goldener Löwe" ein.
Es ging darum, die Bürger über bevorstehende Maßnahmen zu informieren, sie aber auch aufzufordern, sich in dem Gestaltungsprozess mit einzubringen. Mit dabei war neben Michael Rudolph vom Planungsbüro "Station c23 " auch die Baurätin der Regierung von Oberfranken, Isabel Strehle.
Das Interesse der Lauensteiner war groß. Der Saal war nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt. Konkret geht es um die Revitalisierung des Eingangsbereichs von Lauenstein. Dort besteht großer Handlungsbedarf.
Nun soll in den nächsten Jahren die Zufahrt in den Ort verbessert werden und gleichzeitig auch städtebauliche Missstände behoben werden.
Ein "Missstand" ist die Brauerei-Brache Burg-Bräu. Dieses Gebäude hat die Stadt erworben. Es soll noch in diesem Jahr abgerissen und an der Stelle neuer Wohnraum, Grünflächen und überdachte Stellplätze geschaffen werden.
Auch das Umfeld der Burg-Bräu soll verschönert werden. Auf einigen Grundstücken am unteren Ende der Orlamünder Straße stehen Häuser leer. Diese sollen nach und nach verschönert werden. Die Stadt ist deshalb auch mit den Eigentümern und Anwohnern im Gespräch.


"Abriss ist sinnvoll"

Michael Rudolph ging auf die einzelnen Projekte ein. So hielt er teilweise bei den betroffenen Gebäuden einen Abriss für sinnvoll. Das Areal könnte für Grünflächen beziehungsweise Parkflächen genutzt werden. Das Kerngebäude in der Orlamünder Straße 4 hielt er für sanierungsfähig. Hier konnte er sich die Schaffung von neuem Wohnraum vorstellen.
Den Bau einer "Parkscheune", beziehungsweise eines Garagengebäudes schlug er beim Objekt Orlamünder Straße 22 vor. Dieses Gebäude sei stark einsturzgefährdet. Vor der Realisierung sollte allerdings der Bedarf nach Unterstellmöglichkeiten in diesem Bereich abgefragt werden.


"Problematisch"

Als problematisch erachtete Rudolph den Abriss des Anwesens Orlamünder Straße 3. Er befürchtete, dass dadurch das Nachbarhaus Nummer 1 in Mitleidenschaft gezogen würde.
Bürgermeister Timo Ehrhardt wies darauf hin, dass man durch die Städtebauförderung hervorragende Voraussetzungen habe, Lauenstein nachhaltig positiv zu entwickeln. Neben der bereits realisierten Buswendeschleife ist die Aufwertung und Nachnutzung der städtischen Gebäude am Anger ein weiteres Projekt. Er sieht ebenso wie Isabell Stehle durchaus Chancen, dass mit der Revitalisierung der Burg-Bräu durch die Stadt der eine oder andere Eigentümer dahingehend sensibilisiert wird, sein Haus zu verschönern beziehungsweise zu veräußern.


Förderprogramm der Stadt

Wie Strehle erläuterte, haben auch die Privatinvestoren im ausgewiesenen städtebaulichen Gebiet die Möglichkeit, Förderungen, beispielsweise durch das kommunale Förderprogramm der Stadt, zu erhalten. Wichtig sei bei allen Maßnahmen der Aufwertungsaspekt für die Öffentlichkeit. Bürgermeister Ehrhardt wies auf das Leerstandsmanagement. Hier könnten die Eigentümer kostenlos Beratungen bezüglich Sanierung, Finanzierung und möglicher Förderungen in Anspruch nehmen. vs