Barbara Bayer (FW) machte sich in der Sitzung des Kronacher Stadtrats am Montag erneut dafür stark, das Anlegen eines Ruheforstes zu prüfen. Noch vor der Diskussion begegnete sie möglichen Vorbehalten ihrem Antrag gegenüber und stellte fest: "Es muss nicht der Festungswald sein." Den hatte sie zunächst vorgeschlagen. Es gehe ihr nur darum, einen festen Standort zu finden, denn ein Bedarf der Bürger sei zu erkennen.

Auch solle eine anonyme Bestattung nur eine Möglichkeit sein, die auf Wunsch gewählt werden könnte. Und die Kirche dürfte natürlich in einem so genannten Friedwald ihrem seelsorgerischen Auftrag nachkommen. Deshalb solle die Verwaltung konkrete Kosten ermitteln und die Suche nach einem möglichen Standort vornehmen.


Festungswald keine Option

Jonas Geissler (CSU) stellte gleich klar, dass der Festungswald keine Option gewesen wäre.
Gleiches gelte auch für eine anonyme Bestattung, welche er kategorisch ausschloss. Bernd Liebhardt (CSU) fügte an, dass dies eine Frage der Menschenwürde sei. Zudem ging er auf vorhandene Kapazitäten in den bestehenden Friedhöfen ein.
Winfried Lebok (CSU) mahnte die im Antrag fehlenden Rahmenbedingungen und Zahlen zum Betrieb eines Ruheforstes an. Geissler wies weiter darauf hin, dass man nicht einen neuen Friedhof aufmachen könne, wenn im Zuge der Haushaltssicherung die bestehenden Stadtteilfriedhöfe in Frage gestellt würden. "Deshalb lehnen wir diesen Antrag ab. Das heißt aber nicht, dass wir die Bestattungsform ablehnen." Er hielt es durchaus für möglich, einen Bereich mit Waldcharakter innerhalb eines bestehenden Friedhofs zu schaffen. Als positives Beispiel hierfür nannte Angela Degen-Madaus (FL) den Friedhof in Bad Kissingen.

Ralf Völkl und Marina Schmitt (beide SPD) sahen ebenso wie Hans-Georg Simon und Michael Zwingmann (beide FW) eine Notwendigkeit, mit der Zeit zu gehen und sich neuen Wegen der Bestattung zu öffnen. Zwingmann meinte zu den kritischen Stimmen seitens der CSU, dass es doch um die Sache gehe, nicht um Details. Man wolle bloß Zahlen als Basis für die weitere Diskussion ermitteln lassen. Bayer ergänzte, dass sie sich die Eingliederung eines Friedwalds in einen bereits bestehenden Friedhof vorstellen könnte.

Gegen drei Stimmen (Heinz Hausmann, Carin Bülling, Wolfgang Hümmer/alle CSU) wurde schließlich einem überarbeiteten Beschlussvorschlag zugestimmt. Dieser sieht vor, dass der Antrag auf Erweiterung eines bestehenden Friedhofs um einen Bereich mit dem Charakter eines Waldfriedhofs zur Kenntnis genommen wird. Eine Prüfung dieser Möglichkeit soll vorgenommen werden. Die bereits früher betonte Ablehnung einer anonymen Bestattung wurde vom Rat nicht revidiert.