Die Rennsteigregion im Naturpark Frankenwald hat nun ein Leit- und Informationssystem über alle Attraktionen und Freizeitmöglichkeiten.
Es ist fast wie im Restaurant - vor der Bestellung steht die entscheidende Frage: Fisch, Fleisch oder vegetarisch? Bei der Freizeitgestaltung ist es ähnlich: Möchte ich mich in der Natur bewegen, im Museum weiterbilden oder beim Shoppen die lokalen Spezialitäten entdecken? Mit der neuen Freizeitkarte der Rennsteigregion kann sich nun jeder sein Freizeitmenü ganz nach Gusto zusammenstellen.
Farbcode
Piktogramme in einem Farbcode helfen bei der Auswahl. Genießer werden sich die roten Grafiken herauspicken, die für "Handwerk & Kultur erleben" stehen. Sportler halten Ausschau nach den blau gekennzeichneten Freizeitmöglichkeiten und haben hier die Qual der Wahl unter Bademöglichkeiten, Nordic-Walking, Wandern oder Wintersport. Mit Ocker sind sonstige Aktivitäten markiert, von Bowling- bis Kegelbahnen, zu Modellflugplätzen und Tennisanlagen.
Es steckt also jede Menge Information in der Karte, trotzdem ist diese übersichtlich. Weil weniger mehr ist, hat man darauf verzichtet, Wanderwege oder Langlaufloipen einzuzeichnen.
Dafür geht klar hervor, wo diese starten und wo detaillierte Informationstafeln Auskunft über die Streckenverläufe geben. Und damit diese neuralgischen Punkte leicht gefunden werden, sind die Piktogramme als Schilder am entsprechenden Platz so angebracht, dass sie von der Straße aus leicht gesehen werden.
Aller guten Dinge sind drei
Das Leit- und Informationssystem ist also auf drei Säulen aufgebaut: 30 Informationstafeln sind an zentralen Standorten aufgestellt. Die sogenannte Nahbereichskennzeichnung greift die farbigen Piktogramme auf 98 Tafeln auf und führt zu den Ausgangspunkten der jeweiligen Freizeitmöglichkeit. Die totale Übersicht bietet die Freizeitkarte als dritte Säule, auf der zusätzlich Adressen, Ansprechpartner und Hintergrundinformationen enthalten sind.
Was lange währt
Von der ersten Idee bis zur Finalisierung war es ein weiter Weg, der bereits 2006 begann, resümiert Wolfgang Feuerpfeil, Vorstand des Vereins "Rennsteigregion im Frankenwald". Das Ziel damals sei es gewesen, die Lebensqualität zu verbessern. Erst 2010 wurden die initialen Überlegungen wieder aufgegriffen und seit 2011 umgesetzt. Seither wurden rund 350 Stunden ehrenamtliche Arbeit geleistet, etwa 2000 km abgefahren, unzählige Grundstückseigentümer besucht, viele Abstimmungsrunden in den Gemeinden gedreht und 29 000 Euro ausgegeben.
40 Prozent günstiger
Dabei sei man um 40 Prozent günstiger gewesen als ursprünglich veranlagt. Gefördert wurde das Leit- und Informationssystem durch das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz mit 50 Prozent. Träger der Fördermaßnahme ist der Naturpark Frankenwald. Einmalig, so dessen Geschäftsführer Dietrich Förster, sei die gute Zusammenarbeit zwischen den vielen eigenständigen Vereinen und Kommunen gewesen.
Vor der Iniative, so Martin Körlin vom Kernprojektteam, habe jeder sein eigenes Süppchen gekocht. Bei der Realisierung des Projekts hingegen dürften Eitelkeiten keine Rolle gespielt haben. Alles ist wie aus einem Guss, denn die Gestaltung der Piktogramme und der Übersichtskarte sind an das Erscheinungsbild des Naturparks angelehnt.
Zu Recht spricht Peter Klinger, der Vorsitzende der Arge Rennsteig von "einem gelungenen Werk". Die Karte ist kostenlos bei den Gemeinden, inden Tourismuseinrichtungen, verschiedenen Betrieben und beim Naturpark Frankenwald erhältlich.