Nachdem der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrats Teuschnitz bereits Mitte Juli auf Tour durch Wickendorf und Teuschnitz gewesen war, folgten am Montag nunmehr Rappoltengrün und Haßlach. Dabei konnten die Mitglieder auch für diese Orte einen gezielten Einblick in Maßnahmen gewinnen, für die aktuell Entscheidungen anstehen.

An den Ortsbegehungen nahmen auch Bauhofleiter Georg Eidelloth sowie Geschäftsstellenleiter Sven Schuster teil. Zudem stieß in Haßlach der Vorsitzende des örtlichen Obst- und Gartenbauvereins und zugleich ehemalige Stadtrat Werner Neubauer hinzu.

"Ein kleiner Ort mit einer großen Agenda", verdeutlichte Bürgermeister Frank Jakob (FW) in seiner Begrüßung am "Gabi Weber-Platz" in Rappoltengrün. Wie er informierte, wurden sowohl der Teich als auch der Damm mittlerweile abgedichtet. Beim Teich war der Schieber kostengünstig vom Bauhofleiter ausgetauscht worden. Für den Damm kam ein Granulat zum Einsatz, das sich durch die Berührung mit Wasser aufschwemmt und die Löcher im Damm dichtmacht. "Der Wasserspiegel ist wieder angestiegen", hielt Jakob fest.

Handlungsbedarf bestand auch hinsichtlich der Technik der Kleinkläranlage. Durch eine vom Bauhof in Eigenregie gebaute Vorrichtung konnte die Belüftung mittlerweile ertüchtigt werden. Der Verdacht von Fremdeinleitungen an einigen Stellen habe sich nicht bestätigt.

Den starken, durch Schneidmaßnahmen nicht in den Griff zu bekommenden Hangbewuchs sprach Dritte Bürgermeisterin Susanne Daum (MiM) an. Dabei wollte sie wissen, ob bzw. wann die im Maßnahmenkatalog des Naturparks Frankenwald angekündigte Weidehaltung durch Ziegen erfolge. Der Bürgermeister wird hier nachhaken.

Ein Bild verschaffte sich das Gremium auch von der im städtischen Grundbesitz befindlichen Filialkirche neben dem Friedhof an einem Hang oberhalb der Ortschaft. Eine sicherheitstechnische Prüfung offenbarte einige Mängel, größtenteils jedoch im überschaubaren Arbeits- und Kostenrahmen. "Handlungsbedarf besteht. Wir müssen das instand setzen", konstatierte der Bürgermeister.

Als dringlichste Maßnahmen werden zunächst die Handläufe beim Treppenaufgang hoch zur Empore sowie im äußeren Bereich angegangen. Bei der Treppe zur Empore ist der Handlauf im unteren Bereich zu niedrig angebracht und muss lediglich etwas nach oben versetzt werden. Im oberen Bereich der Treppe ist bis jetzt noch kein Handlauf vorhanden, was nachgeholt wird.

Gleiches gilt auch für den Außenbereich. Hier werden ebenfalls aus Sicherheitsgründen rechts und links der Eingangstreppe Handläufe angebracht. Bemängelt wurde beispielsweise auch das Fehlen eines Feuerlöschers und Erste-Hilfe-Kastens sowie einer Beleuchtung im oberen Bereich. Sicherheitstechnische Probleme ergeben sich auch im Bereich des Glockenturms. 80 Prozent der erforderlichen Maßnahmen können vom Bauhof selbst erledigt werden. Ein wohl größeres Problem stellt ein deutlich sichtbarer großer Feuchtigkeitsfleck unterhalb des linken Fensters im Altarbereich auf, worauf Susanne Daum (MiM) aufmerksam machte.

Komplett sanierungsbedürftig

Besichtigt wurde auch das alte Schulhaus, das früher ebenso als Lehrerwohnung diente. Handlungsbedarf besteht hier vor allem beim Dach, wofür eine Fachfirma ein Angebot unterbreiten wird. In den 1980er Jahren erfolgte innen eine Sanierung eines Versammlungsraums für die örtliche Feuerwehr nebst Toiletten. Ansonsten befindet sich das Gebäude in einem komplett sanierungsbedürftigen Zustand. Die weitere Vorgehensweise und ob man das Haus beispielsweise zum Kauf anbietet, wird noch ausführlich im Stadtrat diskutiert.

Hoffen auf Dorferneuerung

In Haßlach verwies Werner Neubauer auf eine Reihe anstehender Maßnahmen. Große Hoffnungen setzt man in eine Dorferneuerung. Auf Stadtratsbeschluss war in der November-Sitzung 2019 Antrag auf Einleitung des Verfahrens gestellt worden. Ziel ist eine Stärkung des Dorfkernes, wobei die Bürger bislang viele Ideen geäußert hatten.

Bei der Begehung wurde deutlich, dass einige Punkte nicht so lange warten können, sondern gleich angegangen werden müssen. Hierzu zählt gerade auch die Sanierung des Dorfbaches, der zum Teil bereits ausgebaggert wurde. Laut dem Bauhofleiter kommt man im oberen Bereich mit den eigenen Gerätschaften nicht weiter, sondern müsse sich ein geeignetes Gerät ausleihen. Dann werde der Bach auch dort gesäubert. Bei der instand zu setzenden Bachmauer wird man die groben Stellen angehen. Am Ortseingang, von Teuschnitz her kommend, fehlt ein Gehsteig, so dass die Anwohner bislang fußläufig nur auf der Kreisstraße zu ihrem Anwesen kommen. Auch eine Straßenlampe wird gewünscht. Laut dem Bürgermeister plant der Kreis eine Sanierung dieser Kreisstraße für das Jahr 2023. Bei einer Besichtigung mit der Straßenmeisterei wird er die Anliegen vorbringen.

"Das Ortsbild muss passen", erklärte Werner Neubauer. Um dieses weiter aufzuhübschen, werde man hinter dem Dorfbrunnen eine Sitzgelegenheit inklusive Tisch aus Naturmaterialen aufstellen. Hierfür fallen Kosten von rund 500 Euro an, die wiederum selbst übernommen werden. Die Auslieferung erfolgt demnächst. Ob man heuer noch offizielle Einweihung feiern könne, stehe aufgrund der aktuellen Situation noch nicht fest. Leider hätten Corona-bedingt auch andere Festlichkeiten wie ein Brunnenfest ausfallen müssen.

Der Bürgermeister zollte dem engagierten Obst- und Gartenbauverein ein riesiges Dankeschön. Dieser tätige nicht "nur" immer wieder Anschaffungen zur Ortsbild-Verschönerung, sondern übernehme auch die Pflege der großflächigen Grünflächen, ohne dass der Bauhof Hand anlegen müsse.

Wer nutzt das Bushäuschen?

Erhalten oder nicht - darum geht es beim Buswartehäuschen beim Feuerwehrgerätehaus. Neubauer konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob und von wem dieses genutzt wird. Er wird dies abklären. "Wenig Geräte, viel Fläche", fasste er das Erscheinungsbild des Spielplatzes bei der Alten Schule zusammen, der leider - wohl auch wegen seiner abgelegenen Lage - nur wenig genutzt wird. Seiner Meinung nach gehöre ein Spielplatz zentral in die Ortsmitte, was ebenfalls Thema der Dorferneuerung sei. Gleiches gilt auch für die Umfeld-Gestaltung beim arg ramponierten Kriegerdenkmal. Zwecks Sanierung wird man sich ein Angebot erstellen lassen. Außen herum soll zunächst lediglich in Eigenleistung eine Grünfläche angelegt werden, während die endgültige Gestaltung dann Bestandteil der Dorferneuerung sein soll.

"Eine Dorferneuerung muss von der Bevölkerung gewollt sein", betonte der Bürgermeister. Wie dieser erläuterte, fertigt aktuell das Landschaftsarchitektur-Büro "Freiraumpioniere" eine grobe Skizze über einen möglichen Geltungsbereich. Laut dem Geschäftsstellenleiter Sven Schuster werde bei einem Maßnahmenbeginn noch in diesem Jahr eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht gestellt. Da die Höhe Jahr für Jahr den Entwicklungen angepasst werde, wisse man nicht, wie sich diese bei einem späteren Baubeginn entwickle.

Jakob lag ein Antrag eines Bürgers auf Errichtung von Hundetoiletten an verschiedenen Stellen in Haßlach vor. Man wird zunächst zwei oder drei voraussichtlich Richtung Bastelsmühle, Kläranlage und Skilift errichten, um zu sehen, wie dies angenommen werde.