Zur Arbeit zu pendeln, ist in der Region wahrlich keine Ausnahme. Wer auf dem Land lebt, muss im Durchschnitt 19 Kilometer zu seinem Job zurücklegen. Dagegen ist der durchschnittliche Arbeitsweg in großen Städten wie Hamburg oder Berlin nur elf Kilometer lang. Seit Januar gibt es zudem Tausende Oberfranken, die mit dem Auto Richtung Job fahren. Eine Folge der großen Bahn-Baustelle zwischen Bamberg und Lichtenfels.

Auf dem Land pendeln aktuellen Statistiken zufolge mehr als 40 Prozent der Beschäftigten über Kreisgrenzen hinweg. Dabei müsse allerdings die unterschiedliche Größe der Landkreise beachtet werden. In den Ballungszentren liege die Quote bei etwa einem Drittel. Derartige Angaben stützen sich auf Daten der Bundesagentur für Arbeit und des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

Wie viele Menschen pendeln in Nordbayern? Darüber geben Zahlen der fränkischen Industrie- und Handelskammern Aufschluss. Demnach kommen in die Stadt Bamberg Tag für Tag fast 35000 Beschäftigte zur Arbeit von außerhalb, während nur 9800 auspendeln. In Coburg verhalten sich die Zahlen ähnlich. Dort gibt es über 23000 Einpendler, während 5800 Coburger außerhalb der Stadt arbeiten.

Wenn mehr Pendler in die Region kommen, spricht man auch von einem Einpendlerüberschuss. Wenn mehr Personen diese zum Arbeiten verlassen, sprechen Experten vom Auspendlerüberschuss. Der Pendlerüberschuss steht auch in einem engen Zusammenhang mit der relativen Arbeitsplatzdichte und gilt als Indikator für die Wirtschaftskraft einer Region.

Vor allem Bamberg und Coburg stehen bei diesem Aspekt sehr gut da.
Doch genau dieser Erfolg macht den Kommunen auch zu schaffen. Schließlich müssen sie eine teure Infrastruktur für ausreichend Parkplätze, Straßen und öffentlichen Nahverkehr vorhalten, haben aber durch die Einpendler nicht mehr Steuern in den Kassen, da diese ihre Abgaben an ihren jeweiligen Wohnorten zahlen.
Die Mobilität der bayerischen Beschäftigten hat übrigens in den vergangen Jahren weiter zugenommen. Im Jahr 2013 arbeiten etwa 3,13 Millionen. Menschen außerhalb ihrer Heimatgemeinde. Das entspricht einem Mobilitätsgrad von 64,5 Prozent und er lag damit etwa zwei Prozentpunkte höher als 2005.

Neuesten Zahlen zufolge hat sich das Pendelverhalten seit 1996 kaum verändert - zumindest, was die Wahl der Verkehrsmittel angeht. Gut zwei Drittel aller Pendler fahren mit dem Auto, 14 Prozent nutzen den öffentlichen Personennahverkehr und 17 Prozent sind zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs.
Was sich allerdings verändert hat, ist die zur Fahrt zur Arbeit aufgewendete Zeit: 23 Prozent brauchen mittlerweile länger als eine halbe Stunde, fünf Prozent sogar länger als eine Stunde. 1996 hatten nur 17 Prozent der Pendler mehr als eine halbe Stunde Anfahrtszeit zur Arbeit aufgewendet.

Wer auf dem Land wohnt nutzt übrigens meist bevorzugt das Auto, Städter wählen eher Bus und Bahn. Kein Wunder: Oft gibt es abseits der Städte schlicht kaum öffentliche Verkehrsmittel oder nur schlechte Verbindungen.
Berufspendler leiden häufig unter dieser Belastung und klagen über Magen-Darm-Problemen, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.
Das geht aus dem Fehlzeitenreport der Krankenkasse AOK hervor. Beschäftigte, bei denen der Arbeitsplatz mehr als 50 Kilometer vom Wohnort entfernt ist, fehlen demnach öfter wegen psychischen Erkrankungen.
Um die gesundheitlichen Folgen in den Griff zu bekommen, raten Experten, in der Freizeit Sport zu treiben. Pendeln kostet enorm viel Zeit. Eine neue Studie hat nämlich auch ergeben, dass die Nürnberger durchschnittlich 39 Stunden pro Jahr im Stau stehen. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei 38 Stunden Stau pro Autofahrer. Somit schafft es Nürnberg auf Platz 7 in der Auflistung der staureichsten Städte Deutschlands.