Wenn die Sonne untergeht, der Himmel dunkel wird und man den Blick etwa vom Kaulanger oder von der Südbrücke aus zur Festung schweifen lässt, dann kann man dieser Tage beziehungsweise Abende ins Schwärmen geraten. Dann erstrahlt die Festung Rosenberg in ganz neuem und bunten Glanz.

Im Jahr 2010 entstand unter der Federführung des damaligen Lions-Präsidenten Till Wagler die Idee, die Festung zum Leuchten zu bringen. Seitdem fanden verschiedene Zusammenkünfte und Gespräche mit der Stadt und der Regierung von Oberfranken statt. Seit drei Jahren haben Harald Quinger und Benjamin Kube vom Lichtplanungsbüro zusammen mit dem Werksleiter der Stadtwerke Kronach Peter Maaß und einigen weiteren Mitarbeitern mit ihrem Faible für Licht und Technik dieses Beleuchtungskonzept sukzessive ausgebaut. Es umfasst modernste LED-Technik, 37 Strahler à 100 Watt sowie zwei zusätzliche Strahler am Festungstor. Quinger wies darauf hin, dass bei der Erstellung des Lichtkonzepts auf historische Entwicklungen, auf die Bedeutung der Bauwerke und auf topografische Besonderheiten geachtet wurde. Illuminiert wurden die Zugangsbereiche und Tore, der Befestigungsring, die Kernburg sowie die Bastionen.

Lions Club macht es möglich

Quinger betonte bei der Zusammenkunft am Mittwochabend im Brauhaus 's Antla, dass die innovativen Leuchtmittel nicht nur für eine herausragende Lichtqualität, sondern auch für eine Energieersparnis in Höhe von 47 Prozent sorgen. So werden 2200 Euro pro Jahr gespart. Außerdem würden 6000 Tonnen weniger CO2 gegenüber der ursprünglichen Beleuchtung ausgestoßen.

Dass dieses Leuchtkunstwerk geschaffen werden konnte, ist nicht zuletzt dem Lions Club Festung Rosenberg zu verdanken. Von den Gesamtinvestitionen in Höhe von rund 200.000 Euro steuerte der Club 23.000 Euro bei.
Lions-Club-Präsident Fritz Leiss erklärte, dass diese Summe aus dem Erlös der Flohmärkte der vergangenen drei Jahre gewonnen werden konnte. Roland Raithel vom Lions Club Festung Rosenberg betonte, dass dies eine Aktion sämtlicher Mitglieder und deren Familien war. Er sprach davon, dass dem Lions Club an einem flexiblen, energieeffizienten und ökologischen Leuchtkonzept gelegen war. Er sei dem Lions Club Kronach Festung Rosenberg sehr dankbar, erklärte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW). Denn nicht alles, was für die Menschen wünschenswert sei, könne die öffentliche Hand realisieren. Sein Dank galt auch der Regierung von Oberfranken, die dieses Projekt unterstützt hat.

"Die Festung Rosenberg ist ein Markenzeichen des Landkreises", sagte der stellvertretende Landrat, Gerhard Wunder (CSU). In Anbetracht dessen, dass Kronach finanziell gesehen ein "Sozialhilfeempfänger" sei, zeige das Projekt, dass man trotz schwacher Finanzen etwas erreichen könne, wenn alle zusammenarbeiteten.

Das Beleuchtungskonzept soll die Festung Rosenberg noch attraktiver machen und weitere Touristen anlocken.