Aufgrund des Vorstoßes der SPD-Kreistagsfraktion am Dienstag lud der Landrat am Mittwochmorgen zu einem Pressegespräch ein. Dabei waren Regionalmanager Willi Fehn und seine Mitarbeiterin Barbara Meyer. Beide sind für das Mobilitätskonzept verantwortlich.
"Es ist das schwierigste Projekt, das ich je zu organisieren hatte", so Willi Fehn. Nahezu jede Woche gebe es neue Rückschläge. Woran liegt es nun, dass dieses langersehnte Mobilitätskonzept zweimal verschoben und jetzt zum Schuljahrsbeginn 2017 wiederum nicht realisiert werden kann?


Vier Anbieter

Den Worten von Willi Fehn zufolge, gibt es vier Anbieter. Einer davon ist die Omnibusverkehr Franken (OVF). Diese hat Ende Mai 2017 entgegen aller früheren Absprachen und Verhandlungen die Übernahme der Gesamtkonzession und Gesamtkoordination des Mobilitätskonzeptes abgelehnt. "Somit stehen wir ohne einen Konzessionär da." Außerdem habe die OVF ihr Angebot für die Übernahme von zwei Sektoren zurückgezogen. Was der Beweggrund der OVF für diese Kündigungen war, darauf wollten weder Fehn noch Landrat Klaus Löffler gegenüber der Presse Auskunft geben. Nur soviel: Die OVF will sich im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung rechtlich absichern. Der Landkreis, so Löffler, will aber weiterhin zusammen mit der OVF das Mobilitätskonzept weiterentwickeln.
Ferner, so war den Worten zu entnehmen, gibt es auch wegen des Erhalts von Fördermitteln zum Defizitausgleich vergaberechtliche Probleme. Wie Fehn erklärte, sieht das neue Förderprogramm zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum (seit Ende Mai 2017 in Kraft) als Voraussetzung für eine Förderung die Einhaltung der europarechtlichen Vergabevorschriften vor. Im Klartext: Es geht um eine europaweite Ausschreibung.
Und wie geht es weiter? Es soll nun der 22 Jahre alte Nahverkehrsplan neu ausgeschrieben werden. Im Zuge dessen soll auch das Mobilitätskonzept mit integriert werden. Landrat Klaus Löffler rechnet damit, dass im Dezember 2019 der neue Nahverkehrsplan steht und somit auch der Einführung des Mobilitätskonzeptes nichts mehr im Wege stehe.
Bezüglich der Schülerbeförderung will der Landrat bis zum Schuljahrsbeginn 2017/2018 deutliche Verbesserungen erreichen. Details wollte er noch nicht nennen: "Die Arbeiten laufen auf Hochtouren."


Landrat für den gesamten Kreis

Das Gerücht, dass es Überlegungen gab, das Mobiliätskonzept im Norden des Landkreises teilweise einzuführen, weil eben für dieses Gebiet ein Anbieter vorhanden war, bestätigt er. Aber: "Ich bin ein Landrat für den gesamten Landkreis!"