Der Vorsitzende der "Langstädter Fousanachter", Robert "Rob" Vogel, begrüßte auch am Dreikönigstag pünktlich um 19.33 Uhr die vielen Gäste in der zur Faschingshochburg umgestalteten Schulturnhalle. Mitten drin im Geschehen waren das Kinder-Prinzenpaar, Jonas I. und Laura I. sowie ihre Tollitäten, Jessica I. und Jasim I.

Die edlen Regenten waren angesichts der vielen Auftritte im Dauereinsatz beim Verteilen der Orden. Ebenfalls mit dabei war Torsten Hanft, der erstmals durch die Abende führte. "Leicht ist es mir als Küpser nicht gefallen, einen Langstädte Fasching zu moderieren", meinte der sonst in Diensten von Radio 1 stehende Conférencier, der dann auch im Vorfeld prompt eine Gegenleistung gefordert hatte: Club-Fan "Rob" Vogel "musste" in den Küpser Bayern-Fanclub eintreten. Gleich vornweg sei verraten, dass sich der Deal lohnte; Hanft machte seine Sache sehr gut und heizte immer wieder die ohnehin schon hervorragende Stimmung noch zusätzlich an.


Büttenredner-Roboter aus dem Sonderangebot

Das Salz in der Suppe eines jeden Büttenabends sind die berühmt-berüchtigten Büttenreden. Ihren Auftakt fanden diese in einer Weltpremiere - dem ersten Büttenredner-Roboter der Welt: Sepp I. (alias "Nölla" Wolfgang Baumann). Das Wunderwerk der Technik, ein Sonderangebot von Aldi, ähnelte täuschend echt einem Menschen, selbst im Verhalten. "Meistens bin ich kurza klaa", verriet der über USB-Anschluss funktionierende "Robo Sapiens", der keinen Vorre, dafür aber gleich mehrere Muttern hat. Einziger Nachteil der ansonsten in allen Lebenslagen einsetzbaren "Humanoidät": "Ich kann nicht blasen, nur zülln."

Es ist ihnen nicht vergönnt: Auch dieses Mal hatten "die 3 im Weggla" (Torsten Michel, Kai Klose und Martin Repper) vom FC N-Fanclub "Alte Liebe" Oberlangenstadt eine Panne auf ihrer Fahrt ins Stadion. Dabei trafen die geplagten Clubberer einen "Dreikönig", dem sie aus erster Hand die Geschehnisse in ihrer Heimatgemeinde der letzten beiden Jahre näher brachten.

Besonders unter den Nägeln brannte ihnen die Feststellung, dass es in Küps kaa gscheits Wättshaus mehr gibt. Für die Marktlücke aber sei die Bevölkerung selbst verantwortlich, da diese keine 2,50 Euro für ein Bier zahlen wollen. Lieber gehe man in "schwarze" Wättshäuser, wo das Bier eben nur einen Euro koste.


Burkersdorf droht mit dem Burkxit

Natürlich kamen auch sie nicht um eines der Topthemen des Abends herum, dem neuen Bürchemaste aus Tüschnitz, der Küps wieder "great again" machen wolle und dabei jede Menge Neues auf den Weg bringe - so auch die Dorferneuerung in Burkersdorf. Letzteres aber nicht ganz freiwillig, sondern aufgrund eines angedrohten "Burkxit"- das Pendant zum Brexit. Beliebt mache sich der neue Bürchemaste auch in Johannisthal, wo er die alte Brandruine beseitigen möchte. Stattdessen soll eine lebensgroße Bronze-Statue von ihm aufgestellt werden. Jetzt meinten die Johannisthäler, so schlimm habe die Brandruine gar nicht ausgesehen.


Traumhaus statt Bruchbude

Beim Verbalumschlag der schönsten Männer im Saal - die "Träms" des VfR Johannisthal (Werner Schneider und Rainer Stenglein) - bekam vor allem das weibliche Geschlecht gehörig sein Fett weg. "Richtig verheiert ist me donn, wenn me des vestätt, wos a Fraa nier socht", zeigten sie sich sicher. Da sich arbeiten nicht lohne, weil eh alles der Staat einsacke, wollten sie lieber gelernte Frührentner bleiben: "Schrumm schrumm, wer ärbet, der ist dumm", meinten sie.

Kein Auge trocken blieb beim Zwiegespräch der Tratschtanten Michaela und Christina Stadelmann, die so einige Schwierigkeiten mit den neuen Errungenschaft unserer Zeit hatten. Michaela war später noch einmal mit Denise Stadelmann zu sehen. Als Immobilienmaklerin zeigte sie dabei auf, wie man eine Bruchbude als Traumhaus deklariert. Ähnlichkeiten mit einer in Küps ansässigen Firma waren dabei natürlich nur rein zufällig.


Abordnung aus Seßlach

Für mächtig Stimmung sorgten wieder die Tanz- und Showauftritte. Eingeläutet wurden diese von der zauberhaften Juniorengarde. Nur so über die Bühne wirbelten später auch die Prinzengarde, das Tanzmariechen-Trio (Lara Stägemeier, Annika Bauer und Nadja Wachter) sowie das Funken-Duo (Leonie Sesselmann und Kristina Bauer) mit temperamentvollen Tänzen.

Für wahre Begeisterungsstürme sorgte der Gastauftritt der Seßlacher Prinzengarde. Erfreulicherweise statteten die Seßlacher gleich mit einer ganzen Abordnung, darunter auch ihr Prinzenpaar, Juliana I. und Lukas I., der Küpser Supergaudi ihren Besuch ab.


Mitreißender Zumba Hip-Hop

In das Reich von 1001 Nacht entführten die Sunshine-Girls aus Weißenbrunn, während die "Leuchtenden Mädels" der Langstädte Fousanachter mit einem gekonnten Schwarzlicht-Auftritt begeisterten. Die "Crazy Chicks" tanzten sich in ihrem "Silly Sacks Tanz" durch eine ganze Musikhits-Reihe.

Absolute Knüller waren die atemberaubenden Auftritte des Küpser Tanzstudios "Prestige" mit ihrem mitreißenden Zumba Hip-Hop sowie der Herren der Küpser Wehr, die bei ihrer schweißtreibenden Zeitreise ins alte Rom ihrem Namen "Firedancers" wahrlich alle Ehre machten und um eine Zugabe nicht herum kamen.


Eigenwillige Interpretation

Der Abschluss des Spektakels oblag dem Langstädte Dreigestirn (Robert Vogel, Stefan Schmitt und Peter Kisch), die sich bei ihrer "Arschparade" zunächst als Männer mit kurzen Beinen präsentierten und anschließend Superstar Peter Maffay mit ihrer recht eigenwilligen Interpretation "Mit sieben Krücken" huldigten.

Ein farbenfrohes Bild ergab sich, als alle Akteure zum großen Finale zusammenkamen. Danach war aber noch lange nicht Schluss. Bei fetzigen Rhythmen wurde bis in die frühen Morgenstunden weiter getanzt und gefeiert.