Es gibt Momente, die magisch sind: Dann verschmelzen traumhaft schöne Kompositionen, beeindruckende technische Effekte und großes musikalisches Können zu einem Rausch der Sinne im Hier und Jetzt. Viele solcher magischer Momente genossen die Zuschauer Samstagabend und Sonntagnachmittag beim Galakonzert "Magic Moments" in Küps.


Klangwelt der Geister und Götter

"Wenn ich mich nicht verrechnet habe, dann ist das heute unser 25. Galakonzert", verriet der Leiter der Musikschule, Holger Pohl, in seiner Begrüßung. 1994 war das "Phantom der Oper" Motto des allerersten
Jahreskonzerts des Symphonischen Blasorchesters Küps.
Das "Phantom" ließ sich zwar heuer nicht blicken, ansonsten aber gaben sich zum Jubiläum wohl so ziemlich alle nur denkbaren magischen Gestalten, Helden und Zauberwesen ein Stelldichein: Hexen, Gaukler, Zauberer, Geister und Götter: Sie alle kamen in der wunderbare Reise in andere Welten zu musikalischen Ehren. Einige dieser mystischen Wesen waren auch im Bühnenbild verewigt, das im Farbenwechselspiel und mit beeindruckenden technischen Effekten die Stimmung des jeweiligen Stücks widerspiegelte.
In die Hintergründe und Geschichte der einzelnen Werke führten die Musiker selbst ein, bevor sie dann (unter Leitung von Wolfgang Riedel) zum Leben erweckt wurden und Gestalt annahmen. Riedel war es auch, der das stimmungsvolle Programm zusammengestellt hatte und seine Aktiven zu einer wahrhaft großartigen Leistung inspirierte. Wenn das Orchester
miteinander musiziert, ist das keineswegs "nur" ein akustisches Erlebnis. Es lohnt sich auch, die Mitwirkenden zu beobachten, wie synchron sie spielen, mit Blicken kommunizieren und sich nonverbal abstimmen.


Magische Bücher geöffnet

Seinen Beginn fand das musikalische Highlight auch heuer mit dem Schüler- und Jugendorchester Küps. Unter der Leitung von Johannes Piontek ließen die Youngsters das mitreißende "Alice's Theme" aus "Alice im Wunderland", "The Magic Book" nach einem Märchen von Tang Kristensen sowie "Procession of the Sorcerers" erklingen: Diese "Prozession" von Magiern und Hexen, Clowns und Jongleuren, Bänkelsängern und Feen war durchaus wörtlich zu verstehen; setzte sich doch auf das Kommando von "Hexenmeister" Piontek durch den Mittelgang ein Zug mit den Mitgliedern des Symphonischen Blasorchesters in Bewegung. Diese übernahmen vor der Bühne den Gesangspart - und das richtig gut!
Höhepunkt des Konzerts war der von beiden Orchestern gemeinsam gespielte Klassiker "It's a kind of Magic" von Queen. Da wurde es ganz schön eng auf der Bühne. Mit tosendem Applaus und Bravo-Rufen wurde der musikalische Nachwuchs verabschiedet, dem man den Stolz auf die erbrachte Leistung deutlich ansah - zurecht!
Beginnend mit der zauberhaften "Magic Ouverture" - inspiriert von der herrlichen Landschaft in Vorarlberg - entführte das Symphonische Orchester sein Publikum zu vielen malerischen Orten in die entferntesten Winkel dieser Erde. Stationen waren beispielsweise der sagenumwobene See "Loch Ness", musikalisch beschrieben in der fünf Themen umfassenden Komposition von Johan de Meij sowie die antike Welt der Griechen als Geburtsstätte unsterblicher Götter wie Perseus, Penthos und natürlich Gottvater Zeus, verewigt im "Lexicon of the Gods".
An einem Abend ganz im Zeichen geheimnisvoller Wesen kommt man natürlich an Walt Disney nicht vorbei, dem das Orchester mit Filmmusik aus "Der Glöckner von Notre Dame" und "Die Schöne und das Biest" huldigte.
Nach den letzten Tönen hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen aus. Selbst nach über drei Stunden hörte es mit dem Klatschen erst auf, als es mit den Zugaben in Form des Ghostbusters"-Themas und "Bring mich heim" glücklich nach Hause entlassen wurde.