• Kronacher Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter" startet Foodsharing-Projekt
  • Überschüssiges Essen wird über Facebook verschenkt
  • In Facebookgruppe "Essen teilen in Kronach" kann man Lebensmittel anbieten und erfragen
  • "Es geht darum, Essen zu verschenken, das einem über ist", sagt der Leiter

Eines der Teams des Kronacher Jugend- und Kulturtreffs "Struwwelpeter" mit dem Namen "Du-Bist-Struwwel" hat ein neues Projekt ins Leben gerufen: In der Facebookgruppe "Essen teilen in Kronach" kann man Essen, das man zu viel hat, verschenken. "Die Idee kam von einer Jugendlichen aus dem Team", erzählt Samuel Rauch, der Leiter der Einrichtung. "Die Idee fanden einige ziemlich gut - und das lässt sich auch in Corona-Zeiten super umsetzen."

"Essen teilen in Kronach": So funktioniert die Foodsharing-Gruppe auf Facebook

"Eigentlich kann jeder aus dem Landkreis das Essen, dass er überschüssig hat, da reinstellen", erklärt Rauch. "Man schreibt dann das Codewort 'GIVE' und 'Palette Mais in Dosen' zum Beispiel." Dann müsse man nur noch den ungefähren Standort angeben, wo die Lebensmittel abzuholen wären. In den Kommentaren oder per Privatnachricht können sich dann Menschen melden, die das Essen gerne nehmen würden.

Man könne sich jedoch auch melden, wenn man kurzfristig etwas dringend benötigt. Mit dem Codewort "NEED" kann man deutlich machen, dass man ein bestimmtes Lebensmittel sucht. Auch hier können sich dann Personen in den Kommentaren oder per Nachricht melden, die das gewünschte  Essen abgeben wollen.

Die Regeln in der Gruppe und für den Tausch sind überschaubar: Es dürfen keine verdorbenen Lebensmittel vergeben werden. "Bei Abholungen sind aktuell natürlich auch die Corona-Regeln wichtig", erklärt Rauch. Außerdem wird in der Gruppe ein freundlicher und höflicher Umgang erwartet. Das Essen in der Gruppe soll umsonst vergeben werden - "es geht einfach darum, Essen zu verschenken, das einem über ist."

Foodsharing in Kronach: Herzzerreißendes Angebot für Familie mit wenig Geld

Das außergewöhnlichste Angebot habe bis jetzt eine Dame gemacht. Über die Gruppe bietet sie eine individuelle Geburtstagstorte an, die sie für eine Familie backen würde, die nicht so viel Geld hat. "Die Frau macht kunstvoll dekorierte Geburtstagstorten", erzählt Rauch. "Für eine Familie, die ihrem Kind eine Freude machen will und dieses Jahr leider keine finanziellen Mittel hat, das umzusetzen", schreibt die Dame auf Facebook.

"Sonst werden da ganz normale Lebensmittel reingestellt", meint Rauch. Und bis jetzt läuft die Gruppe gut: Seit dem 11. März 2021 haben sich bereits über 300 Mitglieder gefunden und es wurden auch schon reichlich Lebensmittel angeboten. "Das ist für alle gut - es wird einfach weniger Essen weggeschmissen", erklärt der Leiter des Struwwelpeters in Kronach, dessen Team die Foodsharing Gruppe ins Leben gerufen hat.