An die Stadt Kronach wurden zuletzt wieder vermehrt Beschwerden von Landwirten herangetragen, die sich darüber beklagen, dass ihre Grünlandflächen durch Hundekot verschmutzt werden.

Wie die Stadt Kronach mitteilt, sei Hundekot in Parkanlagen, auf Spielplätzen oder anderen öffentlichen Anlagen ein Ärgernis. Vermehrt weichten Hundehalter deswegen beim Gassi gehen mit ihren Tieren auf außer Orts gelegene Flächen aus. Sie fänden hier nichts dabei, ihre Tiere beim Ausführen auf Feld- oder Spazierwegen in angrenzenden Wiesen oder Äckern abkoten zu lassen. Ernte der Landwirt dort jedoch Grünfutter oder Heu, gelange der Hundekot so in den Futtertrog seiner Tiere, eine "zumindest unhygienische und wenig appetitliche Vorstellung. Kot im Futter von Tieren will schließlich keiner!", so die Stadt. 

Problematisch werde es jedoch dann, wenn – wie Landwirte der Stadt berichten – die Rinder das mit Hundekot verunreinigte Futter wegen der Geruchsbelästigung kaum noch fressen würden und was noch schwerwiegender sei, wenn im Hundekot enthaltene Keime bei ihren Tieren Krankheiten auslösten. Der Erreger „Neospora caninum“ stehe sogar als Verursacher von Fehlgeburten bei Kühen im Verdacht.

Recherchen im Internet zufolge könnten sich Hunde mit diesem Parasiten durch den Verzehr von rohem Fleisch infizieren. Der Hund gelte dabei als „Endwirt“, was so viel bedeutet, als dass er den Parasiten zwar in sich trägt, dies aber von außen nicht zu erkennen sei.

Die äußerst widerstandsfähigen Keime würden mit dem Hundekot ausgeschieden und sind im Futter, in der Erde oder im Wasser über Wochen oder gar Monate lebensfähig. Nehme jetzt eine Kuh verseuchten Hundekot mit ihrem Futter auf, werde sie zum „Zwischenwirt“. Sie infiziere sich also, was allerhand negative Folgen bis hin Missbildungen bei Kälbern oder Fehlgeburten haben könne.

Für das Kronacher Stadtgebiet sei in einer Verordnung niedergelegt, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Tiere beseitigen müssten. Viele Hundehalter verhielten sich vorbildlich und "tragen dieser Vorschrift selbst auch in der freien Natur Rechnung, jedoch gibt es immer wieder Ausnahmen", so die Stadt.

Die Kronacher Stadtverwaltung wolle deshalb mit ihrer Pressemitteilung Verständnis für die Belange der Landwirtschaft schaffen und bitte daher alle Hundehalter, "auf Sauberkeit auf Wegen, Wiesen und Grünflächen zu achten". Auch im Hinblick auf Bodenbrüter, Wildtiere und deren Nachwuchs sei es gerade im Frühjahr "sehr zu begrüßen, Hunde nicht frei laufend auf Wiesen zu lassen". Ein vernünftiges und rücksichtsvolles Verhalten der Hundebesitzer sei "sicher eine gute Voraussetzung für ein harmonisches Miteinander".