Melani Buchmann war wieder einkaufen. Nicht für sich, sondern für diejenigen, denen es momentan am Nötigsten fehlt. Am Donnerstag um 15 Uhr verteilt die Betreiberin des Cafés Sorgenlos in der Kronacher Schwedenstraße wieder Essenstüten an Bedürftige.

Es ist bereits die vierte Aktion dieser Art seit Beginn der Corona-Krise. "Inzwischen haben wir so viele Spenden von Menschen erhalten, die helfen wollen, dass wir doppelt so viele Lebensmittel haben als beim letzten Mal", freut sich Buchmann. Kaffee, Tee, Aufbackbrötchen, Zahnpasta, Nudeln, Ravioli, Reis, Tierfutter - einige Bürger hätten sogar Kuchen gespendet. "Wir haben den portionsweise in Folie abgepackt, damit wir die Lebensmittelhygiene gewährleisten." 50 prall gefüllte Tüten sind so zusammengekommen.

Ebenso viele waren es bei der letzten Hilfsaktion vor gut einer Woche - und alle waren am Ende weg. "Es sind teilweise wirklich erschütternde Geschichten, die wir da zu hören bekommen", berichtet Buchmann. "Manche von den Leuten haben davor in der Gastronomie gearbeitet und bekommen derzeit überhaupt kein Geld, weil es so lange dauert, bis die Anträge bearbeitet werden." Viele von ihnen würden sich schämen, weil sie nun auf die Hilfe anderer angewiesen sind. "Manche fahren drei oder vier Mal vorbei, bis sie dann zu uns ans Fenster kommen."

Beim Letzten Mal hat Buchmann manche der Tüten sogar zu den Bedürftigen nach Hause gefahren. "Die haben mir geschrieben, dass sie aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst kommen können. Da habe ich ihnen die Tüte nach Hause gebracht." Das Verpacken und Ausliefern sei viel Arbeit gewesen. "Aber wenn ich dann sehe, wie sich die Menschen darüber freuen, habe ich mein Ziel erreicht."

Was in den Tüten keinen Platz mehr findet, will Buchmann anschließend an den Sozialladen "Lädla" der Caritas spenden. "Es ist wirklich Wahnsinn, wie viele Leute geholfen haben." Andrea Burghardt vom Moserhof, Sonja Kuschel, der Edeka-Markt in Mitwitz, der Kronacher Expert-Elektromarkt, Heike Zeidler-Pfalzgraf, Melly Feulner und Markus Oesterlein von der Jungen Union seien nur einige, denen sie - stellvertretend für alle Helfer - danken will.