Ein Büttenabend ist eine recht konventionelle Angelegenheit? Bisweilen schon, aber nicht in Kehlbach! Die zum Dschungel umgestaltete Kulturhalle kam einem dabei fast so vor wie ein großes Wohnzimmer. Hier fühlt man sich wie zuhause. Hier sind alle Generationen vertreten, hier ist man unter Freunden, sitzt - dicht an dicht - "kuschelig" eng beisammen und ist ganz auf Augenhöhe mit den Akteuren. Gemeinsam wird geschunkelt, gesungen, getanzt und gelacht.


Präsident führte durch den Abend

Durch das Programm führte der Präsident des Kehlbacher Faschingsclubs (KFC), Michael Bänsch. Mitten drin im Geschehen war der ausschließlich aus Frauen bestehende Elferrat, der den Abend stimmungsvoll begleitende Musikverein und das diesjährige Prinzenpaar Anna I. und Alexander I., die hoheitliche Begrüßungsworte an ihr Narrenvolk richteten.
Den Auftakt des Spektakels machte die weltberühmte Funkengarde mit einem schmissigen Gardetanz. Danach traten mit den coolen Kellbicher Starfußballern "Fußball ist unser Leben" sowie der zauberhaften Mini-Funkengarde die jüngsten Akteure des Abends - ebenfalls mit Tänzen - in Aktion.
"Meine Freunde" und so manches Konfuzius-Zitat: Topthema der diesjährigen Büttenabende war - wie nicht anders zu erwarten - die Landrats-Kandidatur vom "Miteinander-Füreinander" Bürgermeister Klaus Löffler, der gleich in mehreren Auftritten seine "Aufwartung" machte. Im "7 Tage, 7 Köpfe" hielten er und weitere sechs hochbegabte Promis - unter andrerem Dreggsack Michl Müller, Mike Krüger, die Grubers Moni sowie Paul Panzer - einen Wochenrückblick der besonderen Art, moderiert von Heike Welscher. Einen leichten Stand hatte er dabei nicht, denn seine Kollegen nahmen kein Blatt vor dem Mund.


30-Kilometer-Joggingtour

Als er von seiner 30 Kilometer langen Joggingtour berichtete - seinem persönlichen Welterfolg, gaben die sich wenig beeindruckt: "Pampers war auch ein Welterfolg und was ist drin?" Richtig feierlich wurde es, als sich "Special Guest" Bundeskanzlerin Angela Merkel (Stefan Biesenecker) - natürlich standesgemäß zu den Klängen der Deutschen Nationalhymne - dazugesellte. Unter ihrem Leitspruch "Wir schaffen das" hatte sie so manche Versprechungen im Gepäck: So wollte sie Kellbich zum schönsten Dorf in ganz Bayern machen und es gar ins Weltkulturerbe aufnehmen lassen. Auch im Auftritt der "Kellbicher Feuerwehrkapelln" unter der Kommandantur von Werner Vetter fand Steinbachs "Sonnyboy" seinen Platz. Da er ja vermutlich nun bald Kronach erobere, wurde ihm zu Ehren das "Lied vom Treuen Kameraden" angestimmt. Hoffentlich werde aus dem Wahlspruch "Miteinander, füreinander" nicht ein Durcheinander, sinnierten die Kameraden.

Für viele Lacher sorgten auch die weiteren Sketche. So klagte Jörg Löffler in der Praxis Dr. Fummel dem Doktor (Christian Kraus) sowie dem Zivi (Michael Wich) sein Leid; hatte er doch mit einigen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen - unter anderem, dass er jeden Tag um "Siema" Stuhlgang habe, aber erst um "halbe Ochta" aufstehe. Eine Schifffahrt auf der Aida wurde den drei Kreuzfahrerinnen Liane Vetter, Silke Neubauer und Michaela Lüttke zum Verhängnis.


Ein Paddelboot im Meer

Nachdem die Aida gesunken war, trieben diese in einem Paddelboot allein im weiten Meer - und wollten doch nur eines: zurück in ihr Kellbich. Ebenfalls auf Reisen - genauer gesagt auf Großwild-Jagd - begab sich ein Kellbicher Ehepaar, das bei seiner Elefantenjagd die Nerven des Safarileiters auf eine harte Probe stellte. Im wahrsten Sinne des Wortes "gewaschen" hatte sich der Auftritt der "Jungen Prinzen", die die unterschiedlichen Dusch-Gewohnheiten von Männer und Frauen aufzeigten. Krönender Abschluss war wieder das sexy Männerballett, das zu den Klängen von "Footloose" die Kulturhalle endgültig zum Beben brachte.
Im Verlauf der Büttenabende gab es zahlreiche Musik- und Tanzeinlagen, die immer wieder in die einzelnen Darbietungen mit eingebaut wurden. "Die Kellbicher Börschla" gaben einen Partyhit nach dem anderen zum Besten - und auch die Tänze der Minis, der Russi's Tussis als auch ein Knietanz sorgten für Stimmung. Abschließend fanden sich alle Akteure zum großen Finale auf der Bühne zusammen. Danach war aber noch lange nicht Schluss; vielmehr wurde bis in die frühen Morgenstunden hinein weiter gefeiert und getanzt.