Derzeit laufen die Anmeldungen für den neuen Masterstudiengang "Autonomes Fahren", der im März 2021 am Lucas-Cranach-Campus in Kronach starten soll. Bisher haben sich laut Alexander Müller von der Hochschule Coburg, der für die operative Betreuung dieses Studiengangs zuständig ist, 25 Interessenten gemeldet. Die Bewerbungsfrist endet am 14. März 2021.

Um was dreht es sich bei diesem drei Semester umfassenden Studiengang? Wie Alexander Müller erklärt, lehren beim Studium "Autonomes Fahren" vier Professoren und weitere wissenschaftliche Mitarbeiter. Bei der einen Professur handelt es sich um das Thema "künstliche" Intelligenz. Es geht darum, dass selbstfahrende Autos mithilfe von Algorithmen gelernt haben, mit bestimmten Situationen im Straßenverkehr umzugehen und selbst Entscheidungen treffen können.

Die zweite Professur geht um das Thema "vehicle to X". Darunter versteht man eine Kommunikationstechnologie. Es geht dabei um die Infrastruktur der Zukunft, beispielsweise dass das Fahrzeug sein Umfeld und komplexe Verkehrssituation erkennt und um intelligente Steuerungslösungen. Mit bestimmten Technologien können Fahrzeuge automatisch Informationen zu Straßenverhältnissen, Hindernissen etc. auch an andere Fahrzeuge weitergeben und so für mehr Sicherheit sorgen.

Hinzu kommt die dritte Professur "Automotive virtuell". Dabei dreht es sich schwerpunktmäßig um das Absichern der Fahrfunktionen. Das beinhaltet unter anderem die Absicherung von Hard- und Software in einem Fahrzeug, bevor es auf der Straße ist.

Und schließlich kommt noch das Thema "User experience design". Hier steht das Nutzererlebnis im Vordergrund: "Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Fahrzeug, das autonom fährt?" Es geht um Fragen, beispielsweise wie die Fahrer zu selbstfahrenden Autos stehen? Halten sie sich am Lenkrad fest, auch wenn der sogenannte Autopilot sicher in einer Standardfahrsituation übernehmen könnte? Werden die Fahrer durch autonomes Fahren eher entspannt oder nervös? Sind die Fahrer autonomer Fahrzeuge eher misstrauisch oder begeistert gegenüber der neuen Technik? Wie ist es mit dem Interieur und mit den Bedienelementen etc.?

Alexander Müller ist überzeugt, dass der Masterstudiengang "Autonomes Fahren" ein voller Erfolg wird. Handelt es sich doch dabei um die Etablierung künftiger Technologien und Infrastrukturen. Wie er erklärt, wird das Vermitteln der Lerninhalte nicht im klassischen Stil im Hörsaal erfolgen, sondern es wird im Team auf projektbezogene Art und Weise gearbeitet. "Es wird ein produktzentriertes Arbeiten aller Beteiligten sein". Von der Idee, Entwicklung bis zur Realisierung des Projektes liegt alles in der Hand der Studierenden und Professoren. "Der Studiengang autonomes Fahren wird nicht nur lehrreich, sondern auch sehr spannend." Und er wird für die Region positive Auswirkungen haben, denn die technische Entwicklung beim autonomen Fahren schreitet voran. Als eine gute Sache empfindet er, dass vier heimische Firmen als Partner für diesen Studiengang gewonnen werden konnten. Dies sind neben Valeo auch die Unternehmen Dr. Schneider, Lear Kronach und Brose.

Der Vorsitzende des IHK-Gremiums, Hans Rebhan, spricht von Vorfreude auf die ersten Vollzeitstudierenden in Kronach. Dankbar ist er gegenüber den vielen Menschen, den Hochschulpartnern, Organisatoren und Unternehmen, die den Lucas-Cranach-Campus unterstützt haben. "Von diesem Miteinander lebt die Idee des Lucas-Cranach-Campus."

Wenn er sich vorstellt, dass die ersten Studierenden gemeinsam mit den Professoren im "Makerspace" der Hochschule Coburg an einem Projekt arbeiten oder einfach ihren Feierabend an der Haßlach genießen, dann könne er den 15. März kaum erwarten.

Der Studiengang "Autonomes Fahren", soll helfen, den Landkreis und die gesamte Region Oberfranken noch innovativer zu machen, sagt er. Zudem soll die Wettbewerbsfähigkeit der lokalen Unternehmen durch die neuen Fachkräfte des Studiengangs durch gemeinsame Projekte mit dem Lucas-Cranach-Campus gesichert werden. Durch den Studiengang wird das Know-how von Professoren, Unternehmen und Studierenden miteinander vernetzt. "Davon profitieren alle!"

Ein attraktiver Standort

Besonders glücklich würde es ihn machen, wenn einige Studierende erkennen würden, wie lebenswert die Region ist und wie attraktiv heimische Unternehmen sind. Und wenn diese sich dann entscheiden würden, ihren Lebensmittelpunkt in die Region zu legen und aktiv die Entwicklung in und um Kronach mitgestalten würden, dann hat sich alles gelohnt.

Und wo wird der Studiengang "Autonomes Fahren" angesiedelt? Wie Alexander Müller erklärt, denke man an das ehemalige Carl-Link-Gebäude. In diesem soll der Lucas-Cranach-Campus untergebracht werden. Zudem erwähnt er ein Forschungszentrum für "Autonomes Fahren", das in der Kreisstadt etabliert werden soll.