Vier Gerüchte zur Helios-Frankenwaldklinik geistern zurzeit durch Kronach. Was ist dran an Kündigungen, fehlenden Sitzungen oder personellen Engpässen. Wir fragten Pressesprecher Stefan Studtrucker und Betriebsratsvorsitzenden Manfred Burdich. 1. Die Klinik behandelt am Wochenende keine Notfälle von Herzpatienten? "Im Herzkatheterlabor befinden wir uns derzeit in der Einarbeitungsphase eines neu zusammengestellten Teams", erklärt Studtrucker einen Engpass in diesem speziellen Bereich. Im Frühsommer seien kurzfristig nur noch vier von neun hoch qualifizierten und aufeinander eingespielten Kräften verfügbar gewesen. Unter anderem sei dies auf unerwartete Schwangerschaften zurückzuführen. Im Mai sei daher eine Regelung gesucht worden, die den Patienten wie auch den neu einzuarbeitenden Mitarbeitern entgegenkommen soll. Studtrucker sagt: "Seither erfolgt an Wochenenden eine turnusmäßige Abmeldung der Notaufnahme für Herzkatheter-Patienten und deren Umleitung an benachbarte Kliniken. Wir sind zuversichtlich, den Normalbetrieb rund um die Uhr an sieben Tagen pro Woche zeitnah wieder aufnehmen zu können."

Diese Darstellung bestätigt Burdich. Mit einem Rumpfteam die Neulinge im laufenden Betrieb einzuarbeiten, sei schwierig. Allerdings hätte man seiner Ansicht nach in ein, zwei Situationen den Ausfällen auch vorbauen können. 2. In der Kardiologie gibt es mehrere Kündigungen?

Hierzu konnte Studtrucker am Freitagnachmittag von den zuständigen Stellen im Haus keine Auskunft mehr erhalten.

Burdich stellt fest, dass sich sechs Internisten bis zum Jahresende von der Klinik verabschieden werden. Zum Teil vermissten diese die Perspektive auf eine berufliche Weiterentwicklung, so der Betriebsratsvorsitzende. "Das sind junge Leute, die wollen weiterkommen", erklärt er. Für die Klinik wie das verbleibende Personal sei das ärgerlich, weil ja viel Zeit und Engagement in die Einarbeitung dieser Kräfte gesteckt worden sei - und dann fange man mit neuen Leuten von vorne an. Außerdem sei klar: "Sechs auf einen Schlag - das ist eine Hausnummer!" 3. In der Klinik gibt es eine Reihe von Entlassungen? Das verneinen beide. "Was die generelle Personalentwicklung angeht, so beschäftigt die Frankenwaldklinik heute mehr Pflegekräfte als vor einem Jahr, und auch die Planzahlen weisen nach oben", betont Studtrucker. "Von einem Personalabbau in der Pflege an der Frankenwaldklinik kann also keine Rede sein, nicht zuletzt dank der Attraktivität der Angebote unserer hauseigenen Krankenpflegeschule." Im Verwaltungsbereich sei die Klinik bei den Planzahlen ebenfalls stabil.

Burdich sind Entlassungen bislang ebenfalls nicht auf den Tisch geflattert. 4. Die aus politischen Kreisen eingeforderten Beiratssitzungen fanden heuer noch gar nicht statt? Hierzu räumt Studtrucker ein, dass es kein Treffen seit dem 30. November 2017 gegeben hat. Terminkonflikte der Beiratsmitglieder hätten immer wieder dazwischengefunkt. Ein Austausch der Mitglieder mit der Geschäftsführung bestehe jedoch auch abseits der Sitzungen. Die Klinik stehe in engem Kontakt mit allen Beteiligten, um zeitnah einen neuen Termin zu finden.

Bei Burdich sorgen die fehlenden Treffen jedoch für Verdruss. Vier Sitzungen sollten jährlich stattfinden, dass es 2018 bislang keine einzige gab, ist für ihn schwer nachvollziehbar - bei allen Terminschwierigkeiten. "Ein Jahr hat 365 Tage, da sollte man doch vier Termine finden können", so Burdich.