Dietrich Förster vom Landschaftspflegeverband freut sich nicht nur über den malerischen Anblick, sondern auch darüber, dass solche Maßnahmen in der Regel über das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm gefördert werden können. Über ein "Projekt mit vielen Gewinnern" sprach die Zweite Bürgermeisterin Angela Hofmann. "Durch diese Maßnahmen können wir Magerrasen und Muschelkalk pflegen, die Artenvielfalt schützen und gleichzeitig eine Erholungsregion erhalten."
"Das war ursprünglich a saublöda Schnapsidee." Nebenerwerbs-Landwirt Johannes Geigerhilk meint dabei nicht seine Schaf- und Ziegenbeweidung am Kreuzberg bei Friesen, sondern die Anschaffung der Tiere überhaupt. "Ist halt ein Hobby", zuckt er mit den Schultern und blickt liebevoll auf seine Herde. Er setzt seine 52 Schafe und die sechs Ziegen aber nicht nur für die Landschaftspflege ein, sondern verkauft vor allem das Fleisch über die Direktvermarktung. Auf die Frage, warum hier eine "gemischte Herde" ihr Werk verrichtet, meint er: "Ziegen fressen eher Büsche, Schafe das Gras. Aber die Chefs sind eindeutig die Ziegen."
Mit gemischten Gefühlen sieht der stellvertretende Vorsitzende des Landschaftspflegeverbands, Erwin Schwarz, das Ganze. "Klar bin ich für den Erhalt dieser Flächen, aber diese Art der Bewirtschaftung hat nicht nur Vorteile. Es wachsen nämlich dadurch auch giftige Pflanzen wie die Herbstzeitlose, die viel Schaden anrichten kann."
Am Weinberg bei Friesen grasen die Schafe und Ziegen von Silke und Falko Schnabel. Auch sie haben keine andere Aufgabe, als der Verbuschung entgegenzutreten. "Trotzdem muss man sich überlegen, ob diese Maßnahme allein ausreicht", gibt Erwin Schwarz zu bedenken.
Im Jahr 2018 förderte der Landschaftspflegeverband bis jetzt eine Fläche von etwa 26 Hektar mit einer Summe von 26 000 Euro. Die Schwerpunkte liegen dabei in den Gemeinden Kronach, Marktrodach, Küps, Weißenbrunn, Mitwitz, Ludwigsstadt und Teuschnitz.