1670 Gäste waren heuer bereits eingebucht, berichtete Ines Simon-Graf, als man entschied, auf die Floßfahrten zu verzichten. Etwa 350 Gäste wurden aufs nächste Jahr umgebucht. Man hofft nun, dass 2021 die Floßfahrten wieder im gewohnten Umfang stattfinden. Ines Simon-Graf verwies darauf, dass seit ihrem Amtsantritt in Wallenfels vor zwei Jahren lediglich acht Floßfahrten möglich waren.

Ähnlich wie beim Flößen sah es mit den Zahlen beim Zeltplatz am Freibad aus. Man durfte nur Wohnwagen und Wohnmobile mit eigener sanitärer Einrichtung annehmen. Deshalb ist auch nur rund ein Siebtel der sonstigen Gäste gekommen. Insgesamt hatte man 555 Übernachtungen zu verzeichnen. Für das Freibad musste ein Hygienekonzept erstellt werden. Mit 6500 Besuchern hatte man ungefähr die Hälfte der Vorjahre.

Hanferlebnis ein Höhepunkt

Neu ins Leben gerufen hat man einen Feierabendmarkt am Marktplatz. Zweimal im Monat wird dort vieles zum Kauf angeboten. Gut angenommen wurde das Programm "Kultur-Entdeckung in Wallenfels". Die Flößerwegla des Naturparks Frankenwald spielen der Stadt dabei in die Karten. Das in die Jahre gekommene Kulturzentrum will man durch gezielte Werbung attraktiver machen, sagte Simon-Graf. Dazu soll nach Corona eine Eventagentur eingesetzt werden.

Bürgermeister Jens Korn (CSU) sagte, man sei dem Hauptziel, das Angebot zu modernisieren und mehr Wertschöpfung zu erreichen, ein gutes Stück nähergekommen. Der neuen Tourismuskraft sei es trotz schwieriger Bedingungen gelungen, Leben in die Sache zu bringen.

Aus touristischer Sicht des Oberen Rodachtals ging Sandra Heinz auf die Höhepunkte des Jahres ein. Renner sei das Hanferlebnis mit Uwe Gremer in Wolfersgrün gewesen. Trotz Zusatzterminen habe man das "wahnsinnige Interesse" nicht befriedigen können. Man werde deshalb im nächsten Jahr weitermachen.

Die "Sundowner"-Wanderungen in Neuengrün starten in Steinwiesen und wurden ebenfalls gut besucht. Die Urlaubssaison habe in diesem Jahr wegen Corona erst spät begonnen, später jedoch regelrecht geboomt. Dadurch habe man die magere Zeit ausgleichen können und unter dem Strich ein gutes Ergebnis erzielt.

Der Kutscher wird vermisst

Sandra Heinz vom Tourismusverband Oberes Rodachtal bedauerte, dass der Kutscher seine Fahrten eingestellt und das Gewerbe abgemeldet hat: "Die Kutschfahrten waren besonders für Urlauber mit Kindern immer etwas Besonderes." Man suche nach einem neuen Anbieter.

Um die Übernachtungszahlen steigern zu können, seien qualitativ hochwertige Unterkünfte notwendig, appellierte sie an die Vermieter, entsprechend zu investieren. Aktuell sei das Tourismusbüro geschlossen. Man arbeite noch "Altlasten" auf, bereite die neue Saison vor und sei in den neuen Medien aktiv.

Bürgermeister Korn versprach auf Anfrage von Tina Müller-Gei (CSU), den Stadtteil Schnappenhammer attraktiver zu gestalten. Auch wenn es die Nähe zur Staatsstraße mit großen Werbeplakaten nicht zulässt, werde man den Ausgangspunkt der Flößerei verschönern.

Stadtrat Bernd Stöcker (CSU) meinte, dass im Bereich Tourismus gute Arbeit geleistet werde. Im Bayerischen Wald würden auch Veranstaltungen direkt für Kinder angeboten und gut angenommen. Derartiges sei für ihn auch im Rodachtal vorstellbar.

Maximilian Stöhr von Planwerk und Sarah von Poblocki vom Büro DSK berichteten über das sich im siebten Jahr befindliche Stadtumbaumanagement. Man kümmere sich nach wie vor um die Leerstände und informiere die Bürger über die Mitteilungsblätter. Außerdem habe man eine Gestaltungsfibel für Interessierte erstellt. Das interkommunale Förderprogramm laufe sehr gut, die Förderung sei von mehr als 50 Bürgern in Anspruch genommen worden. Im letzten Jahr seien 146 000 Euro ausgezahlt worden. Ebenso werde die Sanierungsberatung rege in Anspruch genommen. Derzeit erarbeite man in Steinwiesen und Wallenfels ein Bürgermagazin.

Der Bürgermeister erklärte, dass es zum Schulhausumbau in Wolfersgrün Neuigkeiten gebe: In der kommenden Woche werde man mit dem Abdecken des Daches beginnen und es winterfest machen. Gut voran komme man beim Abbruch der "Woller-Gebäude", wo das neue Feuerwehrhaus entsteht.

Neue Feuerwehrsatzungen

Neu erlassen wurde die Satzung für die Freiwilligen Feuerwehren. Diese sieht erstmals vor, dass man die Kommandantur per Briefwahl bestimmen kann, falls eine Dienstversammlung nicht durchführbar ist. Ebenfalls neu erlassen wurde die Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen der Feuerwehren im Stadtbereich. Alle Beschlüsse fielen einstimmig, auch die Widerrufung der Bestellung von Ute Grebner zur Standesbeamtin und das Erlöschen der Bestellung von Elisabeth Stadelmann, die zum Jahresende ausscheidet. Die Stadt Wallenfels überträgt dann das Standesamt der Stadt Kronach.