Der Zweite Bürgermeister hatte in den Gasthof "Roseneck" eingeladen, um auf eine JU-Aktion zum Erhalt der Flößerei in Wallenfels hinzuweisen. Das Problem für die Flößer ist, dass im kommenden Frühjahr ihre wasserrechtliche Genehmigung ausläuft. Um eine Erneuerung dieser Erlaubnis zum Flößen zu bewirken, macht nun die Junge Union mobil.

Bürger an Bord holen


Mit einer Unterschriftenaktion und auffälligen Jute-Taschen mit Flößermotiv und dem Schriftzug "Ja zur Tradition mit Zukundt - ja zur Flößerei" sollen die Wallenfelser, aber auch Einwohner anderer Frankenwaldgemeinden ein klares Signal geben, dass sie zum Tourismusflößen stehen. "Wallenfels profitiert an allen Ecken davon", unterstrich JU-Ortsvorsitzender Matthias Zeitler die Bedeutung, welche die Flößerei nach Ansicht der Jungen Union für die Stadt hat.
In dieser Einschätzung unterstützte ihn Bürgermeister Peter Hänel (FW): "Flößerei ist Wallenfels! Flößen ist für uns etwas Authentisches, daraus beziehen wir unsere Identität. Dass es auch eine Touristenattraktion mit einer gewissen Wertschöpfung geworden ist, ist eine Win-Win-Situation."

Probleme mit der Genehmigung


Wegen Problemen beim Aufstauen des Wassers und Ärger mit einem Fischereiberechtigten sei es nicht selbstverständlich, dass die wasserrechtliche Genehmigung für die nächsten fünf Jahre erneuert werde - auch wenn Hänel zuversichtlich ist, dass es klappt. "Daher ist es Zeit, dass die Bevölkerung mit an Bord kommt. Es geht nicht nur um die Flößerei, die Gastronomie und die Stadt - es geht um viel mehr."
Auch der Vorsitzende der Flößergemeinschaft Wallenfels, Andreas Buckreus, und sein Stellvertreter Michael Müller freuten sich über die Unterstützung durch die JU. Die Wallenfelser dürften die Flößerei nicht als Selbstverständlichkeit sehen, stellte Buckreus klar. "Wir kämpfen um das Flößen, aber das können wir nicht allein entscheiden", forderte er seine Mitbürger und alle mit der Flößerei Verbundenen dazu auf, durch ihre Unterschrift ein Zeichen zu setzen. Mit rund 6000 Floßgästen im Jahr habe diese Freizeitattraktion einen Stellenwert errreicht, der über die Grenzen der Stadt hinaus zum Tragen komme, betonte Müller. Ein Ende der Flößerei würde seiner Ansicht nach einen riesigen Schaden hinterlassen. Aber es werde immer schwerer, die Forderungen für die Genehmigung zu erfüllen. Flößer-Pressereferent Manfred Ziereis unterstrich, mit welchem Idealismus die Flößer ehrenamtliche Arbeit - rund 4000 Stunden im Jahr - und Geld in ihr Hobby steckten, um ihre Stadt voranzubringen.

Ein wichtiger Wirtschaftsfaktor


Der Wirt des "Rosenecks", Frank Fröhmel, hob schließlich hervor, dass die Flößerei-Touristen nicht nur für Wallenfels ein bedeutender Wirtschaftsfaktor seien. "Die Flößerei ist ein Zugpferd für die Gäste, die in den Frankenwald kommen. Nicht nur die Gastronomen würden es zu spüren bekommen, wenn am Wochenende 400 bis 500 Gäste nicht da sind."
Die Unterschriftenlisten werden in den nächsten Wochen unter anderem in verschiedenen Gaststätten ausliegen. Zum Auftakt können sich die Bürger am kommenden Samstag in der Bäckerei Schauer (7 bis 11 Uhr) und am Flößerhaus (14.30 bis 16.30 Uhr) eintragen.