• Filmburg Kronach schließt "schweren Herzens" vorübergehend
  • Neue Corona-Regelungen machen Betrieb wirtschaftlich unsinnig
  • Inhaber hoffen auf Lockerungen im Dezember

"Schweren Herzens" habe sich die Familie Grober, die die Filmburg Kronach führt, für eine vorübergehende Schließung entschieden. "Wir machen Kino aus Leidenschaft", erklärt Brigitte Grober inFranken.de. Doch die anstehenden neuen Corona-Maßnahmen sorgen dafür, dass "ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich ist."

Filmburg Kronach: Betrieb unter neuen Corona-Regelungen rechnet sich nicht

Nach den ab Mittwoch (24. November 2021) voraussichtlich geltenden Regeln müssen alle Besucher*innen in Kinos einen 2G+-Nachweis erbringen, also geimpft oder genesen und zusätzlich negativ getestet sein. "Das ist ein hoher Aufwand. Auch wenn die Tests kostenlos sind, muss man sich erst um einen Termin kümmern und kann nicht einfach ins Kino kommen", so Grober. Dazu komme außerdem, dass die Kinosäle nur noch zu 25 Prozent ausgelastet werden dürfen und auch am Platz eine FFP2-Maskenpflicht gilt.

"Schon mit 2G haben wir viel weniger Publikum. Heute haben wir insgesamt 20 Kartenreservierungen für den ganzen Tag in allen drei Sälen zusammen", erklärt Grober. Den Betrieb so fortzuführen lohne sich entsprechend nicht. "Der Betrieb des Kinos, die Technik, das Licht und alles, kostet Geld. Aber bei so wenigen Besuchern nehmen wir kaum etwas ein." 

Die Schließung soll vorerst bis zum 15. Dezember gelten, wie auch die neuen Corona-Maßnahmen. "Es ist schlimm für uns. Wir hoffen auf eine Besserung der Lage." Verschärfungen bei Kinos und Theatern seien in Grobers Augen "nicht der richtige Weg". In Clubs und Discos sei die Gefahr einer Ansteckung viel höher als im Kino oder Theater, wo man Abstände habe, sich nicht unterhalte und nur nach vorne schaue.

Kino hofft auf Lockerungen im Dezember

Vom Publikum bekomme die Filmburg Kronach "volles Mitgefühl". Auch unter dem Facebook-Post, in dem die Schließung angekündigt wird, sammeln sich bedauernde Kommentare. Trotz entsprechender Vorschläge habe sich die Familie dennoch gegen einen Popcorn-Verkauf während der Schließung entschieden.

"Das ist zu viel Aufwand. Dann müssten wir genau abschätzen, wie viele Leute tatsächlich kommen und es ist doof, wenn wir uns verschätzen und dann viel übrig bleibt", erklärt Grober. "Wir hoffen einfach, dass es in drei Wochen wieder weitergeht." 

Noch bevor die Pläne für die neuen Maßnahmen bekannt wurden, haben die Veranstalter des Kronacher Weihnachtsmarktes diesen abgesagt. Gegenüber inFranken.de haben sie ihre Entscheidung begründet.