Die Chöre "A cappella bavarese" und "GemeinSangkeit" begeisterten die Zuhörer in der Kirche in Steinwiesen.
Begeistert und mit Glanz in den Augen verließen die Besucher des Benefizkonzerts die Kirche in Steinwiesen. Denn nicht nur ihre Ohren erfuhren einen besonderen Genuss. Durch die Beleuchtung des Chorraumes - abgestimmt auf die einzelnen Beiträge - wurde das Publikum auch visuell in eine besondere Stimmung versetzt. Reinhold Wirsching für "A cappella bavarese" und Udo Simon für die "GemeinSangkeit" führten gekonnt und humorvoll in die Werke ein.
"Peer Gynt"
Nach der warmherzigen Begrüßung durch Pfarrer Richard Reis, erklang von der Empore der "Allgemeine Lob- und Dankgesang" von Johann Georg Herzog (1822-1909). Die "GemeinSangkeit", eine kleine Gruppe unter der Führung von Ilona Ruf hatten sich dieses Stück zur Eröffnung auserkoren. Dass sie sich aber auch an schwierigere Literatur wagen, bewiesen sie mit dem folgenden "Ave verum corpus" von Christopher Tambling (1964-2015). Mit dem Choral "Velsignende Morgen" aus "Peer Gynt" von Edvard Grieg entführten sie die Zuhörer in den Norden Europas.
"A cappella bavarese" (früher "Bayerischer Lehrerchor") unter der Stabführung von Reinhold Wirsching übernahm mit dem Choral "Alleluia" von Sally K. Albrecht (*1954) die Fortführung. "Northern Lights" von Ola Gjeilo (*1978), in dem mit einem Text aus dem Alten Testament das Nordlicht beschrieben wird, war der erste Höhepunkt des Konzert. Der hingehauchte Schluss, verbunden mit dem Grün und Blau im Chorraum, ließ manche Zuhörer wohlig erschaudern. Durch "Trees" von Erik Esenvalds (+1977) wurde diese Stimmung noch vertieft. Wie leichte schwebende Klänge hörten sich die Harmonien von "Kom!" von Monica Aslund (*1960) an. Mit dem alten norddeutschen Volkslied "Dat du min Leevsten büst" in zwei verschiedenen, jedoch miteinander verbundenen Fassungen, beschloss "A cappella bavarese" ihren ersten Block.
"Kein schöner Land" als Chor
Mit einem modernen Orgelstück eines norddeutschen Kirchenmusikers führte Udo Simon (*1968) die Zuhörer in die zweite Hälfte. Dabei zeigte sich, dass er ein virtuoser Orgelspieler ist. Er war es auch, der das alte deutsche Volkslied "Kein schöner Land" einmal als Chorsatz, dann als Chanson, als Motette und als Fughetta arrangiert hatte. "GemeinSangkeit" präsentierte dies bravourös. Es folgten aus ihrem Jubiläumskonzert "Dankt dem Herrn" aus der Irischen Messe, "Ich bin bei dir" aus dem Musical "Touch the sky - König David" und schließlich "O God Beyond All Praising" mit Klavierbegleitung von Philipp Schedel. "GemeinSangkeit" zeigte als Partnerchor von "A cappella bavarese", zu welcher Vielfalt sie fähig sind.
Mit dem alten schwedischen Volkslied "Vem kann segla utan vind" als Solostück für Sopran-Alt und Tenor, als reiner Frauensatz und als Chorsatz führte Reinhold Wirsching den Chor und die Zuhörer zurück in den Norden Europas. Das bekannte "Hallelujah" von Leonard Cohen hatte Wirsching für seinen Chor arrangiert und zwar so gut, dass ein Zuhörer meinte: "Das war so wunderschön, dass ich feuchte Augen bekam."
Mit den dann folgenden Stücken "I sing, you sing", einem Ohrwurm von Anders Edenroth, "Thula sizwe" , einem Zulu Traditional und "Sometimes I wish" von Ilja Panzer, dem 1. Preis bei einem Kompositionswettbewerb im Jahr 2011, bewies "A cappella bavarese", dass es alle Facetten alter und neuer Chormusik beherrscht. Mit dem eindrucksvollen Vaterunser auf Suaheli "Baba Yetu" , ein Gebet und Tanz, das die afrikanische Lebensfreude zeigt, schloss das Konzert.
Minutenlange Standing Ovations für die beiden Chöre waren der Dank des Publikums, das mit dem gemeinsam gesungenen "Der Mond ist aufgegangen" schloss.