Auf den Wiesen und Weiden im ganzen Frankenwald sind sie zu finden, die großen Heuballen, umwickelt mit weißer Folie. Im ganzen Frankenwald? Nein, in Birnbaum sieht die Welt auf einigen Wiesen anders aus. Hier glitzern die Heuballen im gleißenden Sonnenlicht in Pink. Ein Irrtum, eine Fehllieferung des Herstellers? Falsch - dies ist eine gewollte Aktion von Bernd Löffler, der zusammen mit seinem Bruder Dieter einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb führt. Die Farbe Pink soll ein Zeichen setzen und für das Thema Brustkrebs sensibilisieren. "Gemeinsam für gute Zwecke pinke Ballen wickeln" - so heißt der Slogan des Herstellers.

"Wir stellen schon lange eine Ballensilage her, umwickelt mit weißer Folie. Doch in diesem Jahr war die Folie von so schlechter Qualität, dass ich nach Alternativen suchte. In einer Zeitschrift stieß ich auf diese pinke Premiumwickelfolie Trioplus. Ich forschte so lange nach, bis ich die Herstellerfirma ausfindig machte", erklärt Bernd Löffler. Bereits seit Jahren wird diese Folie erfolgreich z.B. in Neuseeland eingesetzt. Ab 2015 ist sie auch in den deutschsprachigen Ländern erhältlich. Mit jedem Ballen Folie wird die Organisation Pink Ribbon Deutschland unterstützt. Sowohl der Hersteller als auch der Vertrieb und der Endverbraucher leisten so einen finanziellen Beitrag zu dieser gemeinnützigen Organisation.

Für Bernd und Dieter Löffler war deshalb sowohl die Qualität der Folie als auch die Möglichkeit, hier einen Beitrag für mehr Brustkrebsaufmerksamkeit zu leisten, ausschlaggebend.

Doch im ganzen Umkreis bot niemand diese Folie an, beim Hersteller in Irland direkt konnte sie nicht bezogen werden. "Ich habe dann in München einen Vertragspartner ausfindig gemacht, der mir drei Ballen davon geliefert hat. Zwar ist die Folie ein Sechstel teurer als unsere normale weiße Folie, aber für einen guten Zweck waren wir sofort bereit, dies zu bezahlen", versichert der 42-jährige Nebenerwerbslandwirt. Und er ist ein klein wenig stolz, dass er der erste Bauer in der Gegend ist, der sich pinkfarbene Rundballen auf die Wiese und in seinen Hof stellt.

Vielleicht macht das ja Schule und so mancher Landwirt zieht nach, denn mit solchen erschwinglichen Mitteln Gutes zu tun, Aufmerksamkeit auf ein wichtiges Thema zu lenken und auch noch eine Superqualität zu verarbeiten gibt es doch nicht alle Tage. Auf dem landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb von Bernd Löffler, der Milchkühe, Jungvieh und drei Schweine beherbergt, ist man zufrieden. Zufrieden mit sich selbst, weil man Gutes tun konnte. Mit Herzblut sind die beiden Brüder seit dem Tod des Vaters dabei, den Hof zu bewirtschaften. Dies ist nicht immer leicht. Dieter hat Familie und arbeitet in der Maschinenbautechnik. Bernd Löffler ist ebenfalls in der Metallbranche als Industriemeister tätig. Ein Arbeitstag dauert bei ihnen ein wenig länger, müssen doch am Morgen und am Abend das Vieh versorgt und sonstige anfallende Arbeiten erledigt werden.

Auch wenn ihre ganze Tatkraft gefordert wird - den kleinen Hof in Birnbaum auf den Höhen des Frankenwaldes möchten beide nicht hergeben. "Andere fahren in Urlaub, erholen sich am Strand oder gehen ihren Hobbys nach. Wir erholen uns auf unserem kleinen Bauernhof mit einer hohen Verantwortlichkeit unseren Tieren und landwirtschaftlichen Flächen gegenüber", bekräftigt Bernd Löffler. Und diese Verantwortung spiegelt sich auch in ihrem Engagement mit der pinken Ballensilage wider. Auch im nächsten Jahr sollen deshalb pinke Heuballen auf den Wiesen der Brüder Löffler in und um Birnbaum die Blicke auf sich ziehen.


Pink Ribbon

Symbol Die rosa Schleife "Pink Ribbon" steht heute weltweit als unverkennbares Symbol gegen Brustkrebs. Ziel ist es, gemeinsam die Sensibilität für Brustkrebs zu stärken. Denn bei kaum einer anderen Krebserkrankung ist die Früherkennung so wichtig für die Heilungschancen.

Aufklärung Zahlreiche Partner aus Industrie und Handwerk sowie den Medien engagieren sich bei den "pinken" Kampagnen. Es ist ein klares Bekenntnis, einen aktiven Beitrag zu Aufklärung, Früherkennung und Begleitung rund um das Thema Brustkrebs leisten zu wollen.