Lebensfrohe, energiegeladene Trommelrhythmen dringen durch die Räumlichkeiten der Jugendherberge auf der Festung Rosenberg. Die Hände von Meistertrommler Kassim Traore aus Mali fliegen nur so über seine Djembe, auf der er eine unglaubliche Vielzahl verschiedener Musikstücke beherrscht. Seine Trommelleidenschaft lebt er in Konzerten auf der Bühne aus, vermittelt sie aber auch in Workshops wie beim großen Tanz- und Trommeltag, der ihn auf die Festung Rosenberg nach Kronach führte.


Ausdruck der Lebensfreude

In Afrika sind Musik und Tanz tief verwurzelt im Alltagsbewusstsein der Menschen. Sie sind Ausdruck der Lebensfreude für nahezu alle Situationen des täglichen Lebens, zu jeder Gelegenheit - egal ob zu traurigen, fröhlichen oder feierlichen Anlässen. Die Tänze in Afrika werden meistens von Trommeln begleitet. Musik und Tanz gehören dabei so eng zusammen, dass sie voneinander gar nicht zu trennen sind - und so war es auch in Kronach.

Einen ganzen Tag lang entfesselten dabei Kassim Traore sowie die Tänzerin Ramata Conde den Groove afrikanischer Trommelrhythmen.

Am Vormittag fand der erste Trommel-Workshop mit dem in Nürnberg lebenden Meistertrommler statt. Er spielt hauptsächlich traditionelle Rhythmen aus Westafrika. Dabei wurde beispielsweise der Yankadi vertieft und ausgearbeitet. Der anmutige, langsam und weich erklingende Yankadi ist ein über ganz Westafrika sehr verbreiteter Liebestanz, der dort oft bei Festen gespielt wird, um sich kennenzulernen und zu verführen.

Sogleich ließen sich die Fans des schwarzen Kontinents von den lebendigen, kraftvollen afrikanischen Klängen anstecken. Traore gab den Rhythmus vor, die Workshop-Teilnehmer setzten ein. Begeistert machten sie alle mit und trommelten, was das Zeug hielt.

Der Tanz-Workshop am Nachmittag war der "Knaller" . Darin waren sich die 22 Teilnehmer einig, darunter auch in Mitwitz untergebrachte Flüchtlinge mit ihren ehrenamtlichen Betreuern. Mit ihrer herzlichen Art zog Ramata Conde alle in den Bann.

Die unermüdliche und ausdrucksstarke "danseuse fole" aus Guinea war Tänzerin in renommierten Ensembles. Seit einigen Jahren lebt sie in Deutschland und gibt auch von Profis besuchte Kurse in Frankreich, Belgien, Dänemark, den USA, der Schweiz und in Deutschland.

Ihr geht es dabei nicht um bloßes Einstudieren von Schritten oder einer Choreografie, sondern vor allem um Gefühl und das Vermitteln von Lebensfreude. Das gilt natürlich auch für Kassim Traore, der am späteren Nachmittag einen weiteren, etwas anspruchsvolleren Trommel-Workshop hielt und dabei neun Teilnehmer durch die Welt der Rhythmen aus Mali führte.

Mit verschiedenen großartigen Soli gab er dem rund zweistündigen Workshop das nötige Flair. Mit einer Trommel- und Tanzsession klang schließlich der Tanz- und Trommeltag aus.


Probe für Afrikafest

Dabei handelte es sich um ein Projekt im Vorfeld des Afrikafests 2016 in Kronach. Weitere Aktionen wie beispielsweise mit dem Djembe-Treff Kronach sollen folgen, insbesondere auch mit den im Landkreis wohnenden Asylbewerbern. Ein friedvolles, menschenwürdiges und von gegenseitiger Achtung getragenes Zusammenleben aller hier lebenden Flüchtlinge mit ihren unterschiedlichen Kulturen ist dem Arbeitskreis Afrikafest 2016 ein großes Anliegen.

Das Afrikafest 2016 soll in einen größeren Zusammenhang stattfinden. Hierfür sollen über das ganze Jahr verteilt Veranstaltungen zum Thema Demokratie und Toleranz angeboten werden, die dann im Sommer 2016 mit dem Afrikafest auf dem Gelände des Jugendzentrums ihren Höhepunkt und Abschluss finden.