Morgen starten die Faust-Festspiele in ihre 20. Saison. Doch damit bei der Premiere von "Romeo und Julia", dem Startschuss für die diesjährigen Faust-Festspiele, auch alles rund läuft, ist auch im Vorfeld einiges zu tun. Wir haben uns deshalb in den vergangenen Tagen mal das angeschaut, was die Zuschauer nicht zu sehen bekommen: die Arbeit hinter den Kulissen.

Schon seit Mai laufen die Proben auf Hochtouren: Schauspieler, Statisten, Kostümleute und Techniker arbeiten täglich zusammen, besprechen sich und feilen an den letzten Einzelheiten. Alle sind bemüht und helfen zusammen, die Vorstellungen und Pläne der jeweiligen Inszenierungen umzusetzen und fiebern der Spielzeit mit Aufregung und Vorfreude entgegen.


Putzen ist angesagt

Doch bevor Requisiten, Kostüme, Schminksachen und weitere Utensilien in die "Umkleidekabine" der Faustler eingeräumt werden, heißt
es putzen. Also werden der Staubsauger angeworfen, der Putzeimer herausgeholt und die Spiegel auf Hochglanz gebracht.

Otto und Elke Heinisch kümmern sich seit dem vergangenen Jahr, in Absprache mit Martina Wiedl, um die Kostüme. Die beiden sind immer an Ort und Stelle und stehen den Schauspielern mit Rat und Tat zur Seite. Otto Heinisch erklärt: "Ich helfe meiner Frau beim Nähen der Kostüme mit Schnitten und Zuschnitten und mache alle Besorgungen. Das mach' ich gerne!" Und seine Frau ergänzt: "Es macht uns viel Spaß, auch wenn es manchmal stressig ist."

Die Tribünen stehen, das Technikerhäuschen ist eingeräumt - nun haben die Techniker der Faust-Festspiele alle Hände voll zu tun: Mikrofone, Scheinwerfer, Musik- und Tonanlage müssen jedes Jahr erneut aufgebaut und eingestellt werden. Zuständig ist ein Team von sechs Elektrotechnikern, die sich darum kümmern, die Szenen ins rechte Licht zurücken. Neuerungen gibt es in dieser Saison unter anderem bei der Baum- und Wallbeleuchtung. "Wir hoffen, dass alles so klappt, wie wir uns das vorstellen", berichtet Daniel Fiedler, Leiter der Technik.


Seit 15 Jahren dabei

Auch Gerald Fischer und Anja Schindler stehen in den Startlöchern. Die beiden gehören zum harten Kern der Faust-Festspielen und wirken in Statisten- und kleineren Nebenrollen seit 1995 mit.

Seit etwa 15 Jahren begrüßen die beiden auch die Besucher am Kassenhäuschen, verteilen die Spielpläne in der Stadt und öffnen die Schranken zur Festung für ihre Gäste. Für sie steht fest, dass es keinen schöneren Sommer, als den auf der Festung geben könnte. "Ab Mai zieht es mich einfach hoch zur Festung", erklärt Anja. Auch Gerald stimmt ein: "Man gehört einfach dazu, man identifiziert sich damit - ich bin gerne hier!"
Mariell Dörrschmidt