"Als Kinder haben wir die Mühle geliebt." Einstimmig erklärten die Schwestern Petra, Michaela und Carmen ihre Zeit in der Teichmühle bei Steinwiesen zum schönsten Teil ihrer Kindheit. Mit ihrem Bruder Mitor und ihrer Schwester Cornelia, die 1967 geboren wurde, lebten sie auf engstem Raum.

"Wir hatten nur zwei Zimmer und waren fünf Kinder. Das sind sieben Personen, die sich nachts die kleine Stube teilten", erzählte Petra Seubert, die älteste der Geschwister. Sie ist ein "echtes Mühlenkind", war das doch bereits ihre dritte "Heimatmühle".

Die erste Mühle fiel der Talsperre zum Opfer, dann wohnte Familie Seubert in der Streitmühle, bevor sie 1964 in die Teichmühle umzog. Es war keine leichte Zeit. Aber die Natur und das Wasser rund um ihr Heim entschädigten für vieles.

"Wir waren immer draußen, eigentlich nur zum Essen und Schlafen im Haus", betonte Michaela. Es war ein großer Spielplatz, der Mühlgraben lud zum Flößen ein, der Durchlauf zum Fluss musste als Rutsche herhalten und auf den nahegelegenen Felsen wurde gespielt. Eine Attraktion bei den Kindern und Jugendlichen war die Müllhalde auf der anderen Seite der Rodach. "Viele Schätze waren hier zu finden, Comic-Hefte, Spielzeug und so weiter", sagt Petra.

Viel Unsinn haben die "Mühlenkinder" angestellt. Sie stauten das Wasser, und die nachfolgende Mühle hatte keins mehr. Aus dem Schlamm des Mühlgrabens holten sie die Forellen und verkauften sie einem ortsansässigen Kaufmann. Nur erwischen lassen durften sie sich nicht.


Wetterabhängig

"Bei Hochwasser hatten wir oft schulfrei, und im Winter fuhren wir mit den Schlittschuhen bis in den Ort zur Schule. Die Bettdecke war im Winter gefroren, und im Sommer hatten wir Mäuse", erinnert sich Michaela. "Es war eine schöne, aber auch gefährliche Zeit. Oft haben uns die Eltern mit dem Floßhaken aus dem Mühlgraben gefischt, und das Klettern auf den vielen Baumstämmen war auch nicht ohne", blickt Carmen zurück.

Für Petra war der Besuch beim Mühlenfest eine Reise in die Vergangenheit. Noch heute kennt sie jede Schraube und jedes Sägeblatt. Das hohe alte Plumpsklo gibt es nicht mehr. Aber das ist auch das Einzige, was ihr damals nicht gefiel: "Es war eine Heimat für uns, ein Zuhause, wo wir Kinder uns austoben konnten und unsere Kindheit trotz aller Strapazen so richtig genossen."

Beim 15. Mühlenfest auf dem Gelände der Teichmühle standen nicht nur die Schneidvorführungen auf dem Programm, obwohl dies immer wieder das Highlight für die Besucher darstellt, sondern auch Floßfahrten auf dem Mühlbach, Kutschfahrten, ein Bilderrätsel und "Pfundholzsägen", wie immer von Peter Schmittnägel in bewährter Weise durchgeführt.

Zahlreiche Preise konnten gewonnen werden und hier hatten die Kinder der Jugendhilfe Münchberg die Nase vorn. Bereits am Vormittag fand der Zeltgottesdienst mit dem evangelischen Pfarrer Hans-Peter Göll aus Nordhalben statt. Die musikalische Gestaltung hatte der Posaunenchor Heinersberg-Nordhalben übernommen. Ein Frühschoppen mit Weißwurstessen schloss sich an.

Der stellvertretende Mühlvogt Gerhard Wunder konnte die Floßvereine aus Neuses, Friesen, Wallenfels und Unterrodach begrüßen, die zu einem "Floßtreffen" gekommenw aren und sowohl Termine als auch Neuigkeiten austauschten.