3. Was kostet Hühnerhaltung?
Für den Stall, die Einrichtung, Futter, Milbenprophylaxe, Geflügelnetz und die Tiere selbst fallen Anfangskosten von etwa 300 bis 400 Euro an. Generell gilt: Wer viel selbst bauen kann, spart entsprechend. Auch die laufenden Kosten halten sich in Grenzen.
25 Kilogramm Alleinfutter kosten rund 18 Euro, ein Fünf-Kilo-Eimer Kieselgur - das ist ein Mittel gegen Milben - etwa 10 bis 20 Euro. Die Futterkosten reduzieren sich entsprechend, wenn sich die Tiere im Garten frei bewegen können und Küchenreste verfüttert werden.
4. Ist Hühnerhaltung in Wohngebieten erlaubt?
Für private Zwecke ist die Haltung von Hühnern in Wohngebieten grundsätzlich zulässig. Voraussetzung: Die Tiere werden artgerecht gehalten und die Nachbarn nicht durch Gerüche belästigt. Problematisch ist allerdings ein Hahn im Wohngebiet. Das morgendliche Krähen kann Nachbarn schnell auf die Nerven gehen.
5. Ist Hühnerhaltung meldepflichtig?
Ja, die Tiere müssen beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden.
6. Welche Hühnerrasse ist geeignet?
Für Anfänger eignen sich sogenannte Zwiehühner, die sowohl auf Fleisch- als auch auf Legeleistung gezüchtet wurden. Dazu gehören die Rassen Wyandotten oder Vorwerk. Gut geeignet sind auch Welsumer oder das Bielefelder Kennhuhn sowie die in Amerika gezüchtete Rasse New Hampshire.
Alle diese Rassen kann man problemlos zusammen halten. Dabei macht es Sinn, von jeder Rasse ein Paar anzuschaffen.
7. Braucht es unbedingt einen Hahn?
Hennen kommen in der Regel auch ohne Hahn zurecht. Ein Hahn beeinflusst auch nicht die Legeleistung der Hennen.
8. Welches Futter benötigen Hühner?
Grundsätzlich sollte darauf hingewiesen werden, dass Hühner Allesfresser sind. Die Grundlage bildet jedoch immer hochwertiges Hühnerfutter.
Daneben können Reste aus der Küche wie Salatblätter, Kartoffeln, Reis, sowie Obst- und Gemüsereste oder altes Brot gefüttert werden. Auch hier gilt: Verschimmelte oder verdorbene Lebensmittel dürfen nie verfüttert werden. Die Tiere können sonst erkranken. Auf Ausgewogenheit zu achten ist wichtig. Bei zu viel Brot verfetten die Tiere, zu viel Obst kann zu Durchfall führen.red
Gesetzliche Vorgaben für Hühnerhaltung
Tierschutzrecht Die Mindeststandards sind in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (kurz: TierSchNutztV) festgelegt. Für Hühner sind die Standards leicht einzuhalten, solange nach Artikel 13 der allgemeinen Anforderungen für alle Tiere gleichermaßen Zugang zu Fütterungs- und Tränkevorrichtungen besteht und für je neun Legehennen mindestens eine nutzbare Fläche von einem Quadratmeter zur Verfügung steht. Nachbarrecht Da könnte es schon problematischer werden, zumindest dann, wenn der Hahn kräht und sich Nachbarn deshalb gestört fühlen. Bei Belästigungen dieser Art greift juristisch das private Nachbarrecht. Es gibt unterschiedliche Gerichtsurteile. Als Faustregel gilt: Zwischen 19 Uhr am Abend und bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr sollten Hähne auf ihren Weckruf verzichten. Seuchenrecht Alle Hühner müssen regelmäßig gegen die Vogelgrippe geimpft werden. Kommt es zu Veränderungen der Futteraufnahme oder der Legeleistung, muss ein Tierarzt hinzugezogen werden. Baurecht Vier Hennen und ein Hahn im Garten - das geht selbst in einem reinen Wohngebiet ohne baurechtliche Bedenken. Hühner gelten nach der Baunutzungsverordnung wie Meerschweinchen oder Kaninchen als Kleintiere. Eine Hühnerherde von 20 Hennen und einem Hahn gilt vor Gericht noch als angemessen. Lebensmittelrecht Es gibt die europaweite Verordnung Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene. Die schreibt u.a. vor, dass, wer Eier an Freunde abgibt, diese sauber, trocken und frei von Gerüchen hält. Hühnerschlachtung Wer sein Geflügel zum Eigenbedarf schlachtet, braucht keine Fleischbeschau. Wenn er das Töten seiner Tiere denn übers Herz bringt. red