Die Hühner der Steinacherin lieben Spaghetti

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Barbara Laschkas älteste Henne ist vier Jahre alt und legt noch alle vier bis fünf Tage ein Ei. Foto: Cindy Dötschel
Barbara Laschkas älteste Henne ist vier Jahre alt und legt noch alle vier bis fünf Tage ein Ei. Foto: Cindy Dötschel
In einem Bereich ihres Geheges haben die Hühner eine Ecke mit Sand, in dem sie sich zur Fellpflege wälzen. Foto: Cindy Dötschel
In einem Bereich ihres Geheges haben die Hühner eine Ecke mit Sand, in dem sie sich zur Fellpflege wälzen. Foto: Cindy Dötschel
 
Die Hennen sind den ganzen Tag draußen. Foto: Cindy Dötschel
Die Hennen sind den ganzen Tag draußen. Foto: Cindy Dötschel
 
Die Eier haben unterschiedliche Farben und verschiedene Größen. Foto: Cindy Dötschel
Die Eier haben unterschiedliche Farben und verschiedene Größen. Foto: Cindy Dötschel
 
Die Hühner wissen genau, wann Barbara Laschka ihnen Frühstück bringt und warten dann am Eingang ihres Geheges. Foto: Cindy Dötschel
Die Hühner wissen genau, wann Barbara Laschka ihnen Frühstück bringt und warten dann am Eingang ihres Geheges. Foto: Cindy Dötschel
 

In Barbara Laschkas Garten leben zwölf Hennen, die nicht nur weiße Eier legen.

Mit einem gelben Futternapf läuft Barbara Laschka auf den Eingang des knapp 200 Quadratmeter großen Geheges in ihrem Garten zu. Als sie das Tor öffnet, stehen ihre zwölf Hennen bereits gesammelt am Eingang und warten auf ihr Frühstück. "Meine Mädels hören mich schon her laufen und wissen genau, dass es Futter gibt", sagt sie und stellt den Napf ab.

Die Steinacherin hat bereits seit Jahren eigene Hühner. "Damals, als die Kinder klein waren, hatten wir einen Hahn und zwei Hennen." Seitdem kann sie keine gekauften Eier mehr mit Genuss essen. "Unsere Damen kriegen kein Antibiotikum und keine Pestizide sondern nur, was bei uns selbst auch auf den Tisch kommt. Sie lieben Spaghetti", berichtet Laschka. Seit Jahren musste sie kaum Essensreste wegwerfen. Außer Zitrusfrüchten fressen ihre Hennen eigentlich alles. Zusätzlich zu den herkömmlichen Lebensmitteln füttert sie außerdem Körnerfutter und etwas Legemehl.

Eier in sämtlichen Farben

Früher durften die Hennen sich auch außerhalb ihres Geheges aufhalten. "Der Nachbarshund hat dann immer die Schnauze auf die Hühner gelegt und sie so sanft am Boden festgehalten, bis wir sie wieder holen", sagt Laschka und lacht. Mittlerweile hält sie "ihre Mädels" ausschließlich im Gehege. Dort gibt es neben zwei Unterständen und einem Baum auch einen abgetrennten Bereich mit Sand: "In ihrer Wellness-Oase wälzen sich die Hühner immer im Sand und pflegen so ihr Gefieder."

In der Regel legen die Hennen nur in den ersten beiden Lebensjahren regelmäßig Eier. "Wir behalten sie trotzdem bis an ihr Lebensende und werden sie nicht schlachten oder selber essen." Ihre älteste Henne ist vier Jahre alt und legt noch ein bis zwei Eier pro Woche. "Manchmal holt sich ein Raubvogel oder der Fuchs ein Huhn", bedauert Laschka, die am Waldrand wohnt.

Beim Blick in den Kühlschrank der Steinacherin wird der Unterschied zu den gekauften Eiern besonders deutlich. "Die Eier sind unterschiedlich groß und grün, braun oder weiß - bei mir ist eigentlich das ganze Jahr über Ostern."

Acht wichtige Fragen rund um das Thema Huhn

1. Wie viel Platz braucht ein Huhn?

Grundsätzlich wird ein Stall sowie ein Auslauf im Freien benötigt. Der Stall dient den Hühnern zum Schlafen und als Rückzugsort. Unter Dach sollten auf einem Quadratmeter maximal drei Tiere gehalten werden. Dazu muss man noch Platz für Tränke, Sandbad, Futterstelle und Legenester zur Verfügung stellen. Im Garten sollte man etwa fünf bis zehn Quadratmeter je Tier einkalkulieren. Je mehr Freilauf, umso besser. Auch weil glückliche Hühner mehr Eier legen als gestresste Tiere.

2. Wie viele Hühner halten?

Das hängt von den Gründen ab, warum man eigene Hühner halten möchte. Zur Versorgung einer vierköpfigen Familie mit Eiern sollte man sich vier bis sechs Hühner anschaffen. Ein durchschnittliches Rassehuhn legt circa 180 bis 220 Eier im Jahr. Wer sich Hühner als Haustiere für die Kinder anschafft, kommt schon mit zwei Tieren aus. Das ist auch das Minimum. Weil man Hühner nicht allein halten kann. Sie sind soziale Tiere, die in Gruppen zusammenleben.

3. Was kostet Hühnerhaltung?

Für den Stall, die Einrichtung, Futter, Milbenprophylaxe, Geflügelnetz und die Tiere selbst fallen Anfangskosten von etwa 300 bis 400 Euro an. Generell gilt: Wer viel selbst bauen kann, spart entsprechend. Auch die laufenden Kosten halten sich in Grenzen.

25 Kilogramm Alleinfutter kosten rund 18 Euro, ein Fünf-Kilo-Eimer Kieselgur - das ist ein Mittel gegen Milben - etwa 10 bis 20 Euro. Die Futterkosten reduzieren sich entsprechend, wenn sich die Tiere im Garten frei bewegen können und Küchenreste verfüttert werden.

4. Ist Hühnerhaltung in Wohngebieten erlaubt?

Für private Zwecke ist die Haltung von Hühnern in Wohngebieten grundsätzlich zulässig. Voraussetzung: Die Tiere werden artgerecht gehalten und die Nachbarn nicht durch Gerüche belästigt. Problematisch ist allerdings ein Hahn im Wohngebiet. Das morgendliche Krähen kann Nachbarn schnell auf die Nerven gehen.

5. Ist Hühnerhaltung meldepflichtig?

Ja, die Tiere müssen beim Veterinäramt und bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden.

6. Welche Hühnerrasse ist geeignet?

Für Anfänger eignen sich sogenannte Zwiehühner, die sowohl auf Fleisch- als auch auf Legeleistung gezüchtet wurden. Dazu gehören die Rassen Wyandotten oder Vorwerk. Gut geeignet sind auch Welsumer oder das Bielefelder Kennhuhn sowie die in Amerika gezüchtete Rasse New Hampshire.

Alle diese Rassen kann man problemlos zusammen halten. Dabei macht es Sinn, von jeder Rasse ein Paar anzuschaffen.

7. Braucht es unbedingt einen Hahn?

Hennen kommen in der Regel auch ohne Hahn zurecht. Ein Hahn beeinflusst auch nicht die Legeleistung der Hennen.

8. Welches Futter benötigen Hühner?

Grundsätzlich sollte darauf hingewiesen werden, dass Hühner Allesfresser sind. Die Grundlage bildet jedoch immer hochwertiges Hühnerfutter.

Daneben können Reste aus der Küche wie Salatblätter, Kartoffeln, Reis, sowie Obst- und Gemüsereste oder altes Brot gefüttert werden. Auch hier gilt: Verschimmelte oder verdorbene Lebensmittel dürfen nie verfüttert werden. Die Tiere können sonst erkranken. Auf Ausgewogenheit zu achten ist wichtig. Bei zu viel Brot verfetten die Tiere, zu viel Obst kann zu Durchfall führen.red

Gesetzliche Vorgaben für Hühnerhaltung

Tierschutzrecht Die Mindeststandards sind in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung (kurz: TierSchNutztV) festgelegt. Für Hühner sind die Standards leicht einzuhalten, solange nach Artikel 13 der allgemeinen Anforderungen für alle Tiere gleichermaßen Zugang zu Fütterungs- und Tränkevorrichtungen besteht und für je neun Legehennen mindestens eine nutzbare Fläche von einem Quadratmeter zur Verfügung steht. Nachbarrecht Da könnte es schon problematischer werden, zumindest dann, wenn der Hahn kräht und sich Nachbarn deshalb gestört fühlen. Bei Belästigungen dieser Art greift juristisch das private Nachbarrecht. Es gibt unterschiedliche Gerichtsurteile. Als Faustregel gilt: Zwischen 19 Uhr am Abend und bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr sollten Hähne auf ihren Weckruf verzichten. Seuchenrecht Alle Hühner müssen regelmäßig gegen die Vogelgrippe geimpft werden. Kommt es zu Veränderungen der Futteraufnahme oder der Legeleistung, muss ein Tierarzt hinzugezogen werden. Baurecht Vier Hennen und ein Hahn im Garten - das geht selbst in einem reinen Wohngebiet ohne baurechtliche Bedenken. Hühner gelten nach der Baunutzungsverordnung wie Meerschweinchen oder Kaninchen als Kleintiere. Eine Hühnerherde von 20 Hennen und einem Hahn gilt vor Gericht noch als angemessen. Lebensmittelrecht Es gibt die europaweite Verordnung Nr. 852/2004 über Lebensmittelhygiene. Die schreibt u.a. vor, dass, wer Eier an Freunde abgibt, diese sauber, trocken und frei von Gerüchen hält. Hühnerschlachtung Wer sein Geflügel zum Eigenbedarf schlachtet, braucht keine Fleischbeschau. Wenn er das Töten seiner Tiere denn übers Herz bringt. red