Die Grippewelle rollt an im Kreis Kronach

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Bislang wurden im Kreis Kronach nur etwa halb so viele Grippe-Erkrankungen registriert wie zur gleichen Zeit im Vorjahr. Foto: Maurizio Gambarini/dpa
Bislang wurden im Kreis Kronach nur etwa halb so viele Grippe-Erkrankungen registriert wie zur gleichen Zeit im Vorjahr. Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Im Kreis Kronach wurden bislang 33 Grippefälle gemeldet. Der Wert liegt damit deutlich unter dem des Vorjahres. Wer einer Erkrankung vorbeugen will, sollte beim Händewaschen gründlich vorgehen.

Seit Mitte Januar steigt die Anzahl der Grippefälle in Deutschland nach Informationen des Robert-Koch-Instituts stark an. Der Bayerische Hausärzteverband indes berichtet, dass die Erkrankungen in diesem Jahr besonders schwer verlaufen. Im Kreis Kronach wurden bisher 33 Grippefälle registriert, wie Helmut Weiß vom Gesundheitsamt berichtet. Die Zahl der Grippemeldungen sei bislang relativ gering. Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt etwa doppelt so viele registrierte Fälle, wie Weiß erklärt. Erfasst werden vom Gesundheitsamt dabei lediglich Patienten, bei denen die Grippe-Erkrankung durch einen Laborbefund bestätigt wurde. Die tatsächliche Zahl "liegt viel höher", so Weiß.

Grippe beginnt abrupt

Verlauf und Symptome seien von Person zu Person unterschiedlich. Die Betroffenen leiden meist unter hohem Fieber, auch Husten, Heiserkeit und Gliederschmerzen können auftreten. Im Unterschied zu einer Erkältung beginnt die Grippe abrupt und verläuft schwerer, wie Weiß erklärt. Einen Arzt sollte man spätestens dann aufsuchen, wenn man mit hohem Fieber oder auch Kreislaufproblemen zu kämpfen hat.

Heiße Getränke

Erkrankte sollten sich "wirklich schonen und ins Bett legen", sagt Weiß. Wichtig sei es auch den Körper nicht durch zusätzliche Belastungen weiter zu schwächen. Um die Symptome zu lindern, gebe es in den Apotheken diverse Medikamente. Außerdem seien warme Getränke gut, um die Schleimhäute zu befeuchten. Macht es Sinn, sich jetzt noch impfen zu lassen? Das sei "sehr spät", meint Weiß. Außerdem gebe es wahrscheinlich kaum noch Impfstoff.

Im Allgemeinen solle man sich rechtzeitig impfen lassen, um einer Grippe-Erkrankung vorzubeugen, empfiehlt der Vertreter des Gesundheitsamtes. Auch wenn der Erreger in seiner Struktur nicht vollständig mit dem Impfstoff übereinstimme, bestehe für Geimpfte ein Teilschutz. Erkrankungen verliefen im Vergleich weniger schwer, berichtet Weiß.

Auf die Raumluft achten

Neben regelmäßigem Händewaschen sei es auch ratsam, darauf zu achten, dass die Schleimhäute nicht austrocknen und so die Abwehr geschwächt wird. "Die Raumluft sollte einen Feuchtigkeitsanteil von 40 bis 60 Prozent haben", berichtet Weiß. Dieser lasse sich mit einem Feuchtigkeitsmesser bestimmen. Durch einen regelmäßigen Besuch in der Sauna könne man ebenfalls seine Abwehrkräfte stärken, erzählt Weiß.

Bei den Unternehmen und Behörden im Landkreis ist die Grippewelle teilweise schon angekommen. In den vergangenen Wochen habe es "auffällig viele Krankheitsfälle" gegeben, berichtet etwa Bernd Graf, Pressesprecher des Landratsamts auf Anfrage. Ob sämtliche Krankmeldungen tatsächlich auf Grippe-Erkrankungen zurückzuführen seien, könne er aber nicht sagen. Bei der Dr. Schneider Unternehmensgruppe hingegen ist die Grippewelle "aktuell noch nicht angekommen", wie Pressesprecherin, Kerstin Klinger, berichtet. Die Grippesaison dauert, wie Weiß erklärt, im Normalfall bis Ende März.

Hände richtig waschen

Experten zufolge werden etwa 90 Prozent aller Krankheitserreger über die Hände aufgenommen. Wer sich vor Grippeviren schützen will, sollte seine Hände daher regelmäßig waschen. Wichtig ist dabei, die Hände gründlich einzuseifen und zum Beispiel auch die Fingerzwischenräume und den Handrücken nicht zu vergessen. Etwa 20 bis 30 Sekunden sollte der Waschvorgang dauern. Danach empfiehlt es sich, seine Hände gründlich abzutrocknen. Um die Viren nicht weiterzuverteilen, raten Ärzte auch, sich nicht ins Gesicht zu fassen und so weit wie möglich auf das Händeschütteln zu verzichten. So lässt sich das Gripperisiko senken.