Ob ein Vorname akzeptiert wird, entscheidet am Ende der jeweilige Standesbeamte. Suffa-Blinzler hat nach eigener Aussage noch nie Eltern ihren Wunschnamen verweigern müssen. "Das muss im jeweiligen Einzelfall entschieden werden. Ich frage bei ungewöhnlichen Namen immer nach, warum sie diesen ausgesucht haben."
Bei Adolf hört der Spaß auf
Das sei zum Beispiel der Fall, wenn ein geschlechtsneutraler Name, wie etwa Kim, für den Nachwuchs ausgesucht wurde. "Dann rate ich den Eltern dazu, als Zweitnamen einen zu wählen, der das Geschlecht eindeutig bestimmt."
Damit Suffa-Blinzler einen Namen tatsächlich ablehnt, gehöre schon einiges dazu. "Das ist heutzutage sehr schwierig. Die Eltern hätten immer noch die Möglichkeit, zu klagen. Ich würde es nur dann machen, wenn es ethischen oder demokratischen Grundsätzen widerspricht." Für den Kronacher Standesbeamten wäre beim Vornamen Adolf eine Grenze überschritten. "Da würde ich den Eltern raten, noch einmal stark darüber nachzudenken."
Klima-Aktivistin ohne Einfluss
Suffa-Blinzlers persönlicher Favorit aus dem vergangenen Jahr sei Rafael gewesen. "Generell merkt man, dass in religiösen Gegenden wie Kronach gerne Namen aus der Bibel vergeben werden, während in Großstädten zum Beispiel moderne Namen beliebter sind."
Übrigens: Die mediale Präsenz der Klima-Aktivistin Greta Thunberg hatte auf die Beliebtheit ihres Vornamens keine Auswirkung: Zwei Kinder wurden im vergangenen Jahr so genannt - 2018 waren es noch vier.
Die beliebtesten Vornamen 2019 in Kronach (Häufigkeit)
Mädchen:
1. Lena (6)
2. Emma, Lea, Lina, Lotta, Marie (5)
3. Alma, Amelie, Ella, Lucy, Luisa (4)
Jungs:
1. Elias (9)
2. Emil (8)
3. Ben, Hannes, Moritz (7)
4. Liam (5)