Sehr schnell hat der große Abrissbagger an der Industriebrache in der Weinbergstraße ganze Arbeit geleistet. Die seit Jahren leerstehende frühere Lackfabrik wird bald komplett beseitigt sein. Die die im Untergrund verborgenen Altlasten werden ebenfalls entsorgt. Eine rund zwanzig Jahre ungelöste Problematik kann nach umfassenden Bemühungen bald als erledigt betrachtet werden.

Ende der 1950er Jahre wurde auf dem Gelände in der Weinbergstraße eine Lackfabrik gebaut, die über Jahrzehnte zu den renommierten und erfolgreichen Unternehmen in Küps zählte. Die Firma vermarktete ihre Produkte europaweit und machte viele Geschäfte u. a. mit der damaligen Tschechoslowakei. 1998 stellte die Firma Wittmann schließlich die Produktion ein. Weil sich kein Nachfolger fand, erfolgte 2003 die Versteigerung des gesamten Anwesens. Der neue Eigentümer nutzte das Gelände aber nur als Abstellfläche. Zuletzt befand sich das Anwesen der ehemals prosperierenden Firma in einem überaus bedauernswerten Zustand.

Für die Beseitigung des Leerstands konnte mit der Förderoffensive Nordostbayern 2017 eine Finanzierung erreicht werden. Eine andere Lösung musste für die im Untergrund vorhandenen Altlasten gefunden werden. Im Jahr 2018 wurden Erkundungsbohrungen durchgeführt, um den Umfang der Belastung im Erdreich festzustellen. Dank der Unterstützung durch die Regierung von Oberfranken und das Landratsamt Kronach konnte ein Weg gefunden werden, der eine Förderung dieser kommunalen Flächenrecycling- und Altlastensanierungsmaßnahme zur Revitalisierung kontaminierter Flächen aus dem Europäischen Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) möglich macht.

Wichtigste Voraussetzung war dabei, dass der Markt Küps Eigentümer der Fläche werden musste. Nach umfassenden Bemühungen ist es der Marktgemeinde gelungen, das mehr als 2400 Quadratmeter große Grundstück an der Weinbergstraße im Rahmen eines Zwangsversteigerungsverfahrens zu erwerben. Damit hatte der Markt erstmalig ein solches Verfahren angestoßen, um selbst Eigentümer zu werden.

Nachdem im November 2019 der Zuschlag beim Amtsgericht erfolgte, konnte die Marktgemeinde die Beräumung des Grundstücks angehen. Über Monate war ein örtlicher Unternehmer damit beschäftigt, Reststoffe und Müll sowie Schrottfahrzeuge zu entsorgen. Den Auftrag für die Beseitigung der Industriebrache und der im Untergrund vorhandenen Altlasten erhielt im Sommer 2020 die Firma Ebersbacher Erd- und Tiefbau (Oelsnitz). Ein Fachbüro begleitet die Maßnahmen umfassend, um die sortenreine und ordnungsgemäße Entsorgung aller Schadstoffe auch nachweisen zu können.

Bei den unterirdischen Altlasten reicht die große Palette von den leichtflüchtigen Kohlewasserstoffen (BTEX, LHKW) und Säuren über Metallen bis zu den Weichmachern (Phthalaten) und Mineralölen. Die Kosten für das Projekt sind dabei immens. Rund eine halbe Million Euro wendet die Kommune insgesamt auf für die Entsorgung der Abfälle, den Abbruch der Firma und des Bürogebäudes, die Reinigung der unterirdischen Tanks und Entsorgung der vorhandenen Altlasten inklusive aller Gutachter- und Sachverständigenkosten. Bürgermeister Bernd Rebhan zeigte sich begeistert über den erreichten Fortschritt und lobte die Fachstellen für die außerordentliche Unterstützung. Möglich sei die Maßnahme, die für die Innenentwicklung der Marktgemeinde einen sehr hohen Stellenwert habe, dank der Unterstützung durch die Regierung von Oberfranken und das Amt für Ländliche Entwicklung. Das große Grundstück an der Weinbergstraße soll künftig für Wohnbebauung genutzt werden.