Wenn Reisende am Bahnhof in Ludwigsstadt aussteigen, stehen sie in einem Bahnhofsumfeld, das nicht gerade einladend wirkt. Da verblasst die herrliche Aussicht über die Stadt. Das soll sich nun ändern.

Am Donnerstagabend fand deshalb eine Zusammenkunft im Rathaus statt, bei der verschiedene Vorschläge für eine Neugestaltung von Michael Rudolph von der Station C23 Architekten und Landschaftsarchitekten Partnergesellschaft Leipzig präsentiert wurde.

Zuvor erklärte Bürgermeister Timo Ehrhardt (SPD): "Wir müssen das Eingangsportal zur Stadt aufwerten!" Zumal auch, wenn Ludwigsstadt ab Dezember 2017 eine IC-Anbindung bekommt, auch verstärkt Vertreter der Wirtschaft in Ludwigsstadt ein- und aus dem Zug aussteigen.


An alles muss gedacht werden

Michael Rudolph ging zuerst auf die Anforderungen ein, die für eine Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes bewältigt werden müssen. Er sprach von einer Verkehrsflächenplanung unter Berücksichtigung der städtebaulichen Anforderungen, von der Schaffung einer Bushaltestelle mit Wendemöglichkeiten, von rund 20 bedarfsgerechten Parkmöglichkeiten und von Fahrradstellplätzen.

Es gehe darum, so Rudolph, das Bahnhofumfeld als einen repräsentativen Ankunftsbereich für Ludwigsstadt zu gestalten. Auch soll im Zuge dessen der Fußweg vom Siedlungsweg zum Bahnhof (Steigla) ausgebaut werden.


Gebäude wieder nutzen

Weiterhin sollen qualitativ gute Aufenthaltsmöglichkeiten für Schüler, Pendler und Reisende errichtet werden. Dabei denkt Rudolph an eine Umnutzung von derzeit ungenutzten Flächen und Gebäuden.

Bis die Maßnahme "Neugestaltung des Bahnhofsumfelds" starten kann, werden sicherlich noch zwei Jahren vergehen. Folgt man den Ausführungen von Rudolph, so müssen Verhandlungen mit drei verschiedenen Grundstückseigentümern (Stadt, Bahn, Privat) geführt werden. Weiterhin müsse abgestimmt werden, ob die Gleisanlagen während des Baubetriebs genutzt werden können. Hinzu kommen extreme topographische Unterschiede und Steilhänge.

Gleich sieben mögliche Varianten für die Neugestaltung des Bahnhofsplatzes präsentierte der Architekt. Dabei ging es unter anderem um einen möglichen Abbruch des Zollgebäudes, um Eingriffe in den Hangbereich, um Überdachungen bei den Bushaltestellen etc.


Erst der Plan, dann die Kosten

All diese Vorschläge sollen nun den Vertretern der Bahn und auch den weiteren Eigentümern gezeigt werden. Sowohl Rudolph als auch Bürgermeister Timo Ehrhardt hoffen, nicht zuletzt wegen sieben vorhandener Pläne für eine Neugestaltung, auf eine schnelle Einigung mit der Bahn. Erst wenn man sich auf einen Vorschlag festgelegt hat, sollen entsprechend die Kosten ermittelt werden. Das Projekt "Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes" soll auch Berücksichtigung im Städtebau finden. Das heißt: Bürgermeister Ehrhardt und der Stadtrat hoffen auf Förderungen.

Heinrich Zschach regte an, bei den Planungen auch barrierefreie Toilettenanlagen zu berücksichtigen. Er hielt das für notwendig. Wie zu erfahren war, sind am Ludwigsstädter Bahnhof täglich zwischen 600 und 700 Pendler zu verzeichnen.