Ganz in sich ruhend, hochkonzentriert sitzt Pierre Dettmann im Iaihiza. Vom japanischen Kniesitz ausgehend, ist sein rechtes Bein aufgestellt. "Die Hände ruhen auf den Knien", fordert er. Dann greift er mit beiden Händen zu seinem japanischen Samurai-Schwert, dem Katana - mit der linken Hand an die Schwertscheide, mit der rechten Hand an den Griff. "Versucht möglichst viel in die Bewegungen rein zu packen", appelliert er an die Trainings-Teilnehmer, die mit einem Holz- beziehungsweise stumpfen Schwert üben.

Dann weicht der Trainer mit einem Ausfallschritt nach hinten aus, um mit einen einhändigen waagerechten Schnitt zum Kopf eines potentiellen Angreifers zu führen.

"Weg des Schwertziehens"

Iaido ist der japanische "Weg des Schwertziehens". "Die alte Kampfkunst aus Japan hat ihren Ursprung in der Schwertkunst der Samurai. Sie wurde als Verteidigung gegen Überraschungsangriffe entwickelt. Es ist der Weg des harmonischen Seins", informiert Dettmann.

Die Wurzeln reichten über 1000 Jahre zurück. "Iaido ist der Ursprung vieler moderner Kampfkünste. Viele sind aus Iaido entstanden. Ich finde es interessant, weil es so viele traditionelle Aspekte hat", erklärt der ausgebildete Selbstverteidigungstrainer, der auf 18-jährige Erfahrung in Selbstverteidigungstechniken zurückblicken kann.

So begann der 24-Jährige bereits als Sechsjähriger mit Karate, wobei er vom Großmeister Oliver Gack in Kulmbach trainiert wurde. Aufgrund seines Interesses an der japanischen Schwertkunst kam er zum Iaido und Aikido.

Nur beim TV Unterrodach

Er ist auch Trainer, Entwickler und Begründer der Stilrichtung "Mizu Ryu Ninjutsu". Dabei handelt es sich um eine spezielle Stilrichtung mit verschiedenen Elementen wie Ninjutsu, Aikido oder Karate. "Mizu Ryu Ninjutsu" lehrt Pierre Dettmann ebenfalls beim TV Unterrodach- in der "Ninjutsu"-Kampfsportabteilung. Ninjutsu erlernte er von einem Großmeister, der selbst einige Jahre in Japan lebte.

Beim Ninjutsu-Training entstand auch der Gedanke des zusätzlichen Angebots. "Mehre Teilnehmer interessierten sich für Iaido", freut sich Dettmann. Dieses Training gibt es im gesamten Landkreis nur beim TV Unterrodach. Selbst in der Region wird es nur sehr selten angeboten.

Das Tragen und der Gebrauch des Katana sei lange Zeit alleiniges Vorrecht der Samurai gewesen. Weit mehr als nur eine Blankwaffe, war und ist es noch immer Ausdruck der Samurai-Kultur. "Heute werden drei Arten von Schwertern benutzt. Das Bokken, ein Holzschwert für Partner-Übungen und Grundlagen-/Aufwärmtechniken.

Das Iaito entspricht einem scharfen Schwert in Form, Länge, Gewicht und Aussehen. Die Klinge ist aber ungeschliffen. Und zuletzt das scharfe Schwert, auch als Shinken bezeichnet. Das kann aber erst nach vielen Jahren des intensiven Trainings richtig benutzt werden", betont Dettmann.

Die Besonderheit beim Iaido liege darin, dass das Schwert so gezogen werde, dass es noch während des Ziehens als Waffe eingesetzt werden könne.

Beim Infotag war Mitmachen angesagt. Pierre Dettmann demonstrierte Partner-Übungen, Grundformen und Schnittübungen, die die Interessenten versuchten, nachzuahmen - keine einfache Angelegenheit.

"Große Bereicherung"

Sehr erfreut über das neue sportliche Angebot zeigte sich TV-Vorsitzender Hartmut Fleischmann. Sein 840 Mitglieder zählender Verein versuche, sich immer weiter zu entwickeln und breit aufgestellt zu sein. Das neue Training stelle eine große Bereicherung dar.


Das Iaido-Training findet jeden Samstag von 10 bis 11 Uhr statt, das Mizu Ryu Ninjutsu-Training jeden Sonntag von 15 bis 17 Uhr,beides in der Rodachtalhalle in Unterrodach. Die Angebote richten sich an Teilnehmer ab etwa 16 Jahren.

Anmeldungen und Infos bei Pierre Dettmann (Tel. 0151/41416601, Email: pierre.dettmann@gmx.de) sowie Hartmut Fleischmann (Tel. 09261/4612, Email: tv-unterrodach@gmx.de). Interessenten könen auch einfach vorbeikommen, zuschauen, mitmachen und sich unverbindlich informieren.