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Kronach
Kronacher Freischießen

Bei der Lore und bei Karli's: Von Sekt bis Sellerie

Treffpunkte mit Tradition: Bei der Lore an der Ecke und an Karli's Bar warten Hochprozentiges und Heimatgefühl.
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Karlheinz Axt und Pia Fischer stoßen gemeinsam auf das Freischießen 2019 an.  Foto: Cindy Dötschel
Karlheinz Axt und Pia Fischer stoßen gemeinsam auf das Freischießen 2019 an. Foto: Cindy Dötschel

Auch wenn Lore schon länger nicht mehr hinterm Tresen steht, ist die Bar mit den blauen Wänden eine Institution auf dem Kronacher Freischießen. "Wenn man sagt, man trifft sich an der Ecke bei Lore, weiß jeder, wo das ist. Die Bar ist ein Fixpunkt, wie beispielsweise eine Feuerwehr", erzählt Pia Fischer. Seit fast 30 Jahren verkauft sie bei "der Lore an der Ecke" eine große und wechselnde Auswahl an Spirituosen und Mixgetränken.

"Die Getränketrends haben sich im Laufe der Jahre verändert", erzählt die Gehülzerin, während sie mit einem Lappen über den weißen Tresen wischt. Nach Apfelkorn von Berentzen, Klopfern und Alkopops hätten die Leute für ein paar Jahre gefragt, dann seien die Getränke wieder aus dem Sortiment verschwunden.

Einen Topseller unter den Getränken gibt es Fischers Einschätzung nach nicht: "Was verkauft wird, ist von den Wochentagen abhängig. Beim Beamtentag am Montag wird beispielsweise mehr Sekt verkauft." Was über all die Jahre gleich geblieben ist, seit Pia Fischers Mutter die Bar in den 1970er Jahren übernommen hat, ist der Platz der Bar auf dem Festgelände.

Gemüseschnäpse

Anders bei "Karli's Bar" - den Platz schräg gegenüber von Lore hat seine Bude erst seit knapp zehn Jahren. "Alles ging mit einer Fischbrötchenhütte vor 35 Jahren los, schließlich haben wir diese um einen Limostand erweitert und dann vor 20 Jahren den Barbetrieb aufgenommen", erinnert sich Betreiber Karlheinz Axt, der ebenfalls aus Gehülz kommt.

Auch bei Karli kommt vor allem Hochprozentiges auf den Tresen. Ein neuer Trend sind laut Axt Gemüseschnäpse, unter anderem in den Geschmacksrichtungen Sellerie, Karotte, Gurke und Ingwer. "Wir haben nur gesunde Sachen", scherzt er. Zu den neuen Schnäpsen käme heuer auch eine neue Theke. Zum diesjährigen Freischießen wurde die Hütte komplett neu gebaut, deshalb hätte auch der Aufbau länger gedauert.

Während die meisten Schausteller von einem zum nächsten Fest weiterziehen, bauen Pia Fischer und Karlheinz Axt ihre Buden nur einmal im Jahr beim Freischießen auf. "Mich begeistern die Menschen, man trifft hier Leute, die man nur einmal im Jahr sieht", freut sich Fischer. Einige Bekannte, die weggezogen sind, würden sich extra für das Freischießen Urlaub nehmen. Um jedes Jahr die Bar wieder für elf Tage zu öffnen, seien Herzblut und Leidenschaft entscheidend.

"Unsere ganze Familie ist begeistert und hilft mit. Für uns ist es ein Ansporn, die Tradition fortzusetzen", erzählt Axt. Sein Team sei über die Jahre größtenteils gleichgeblieben. Die Helfer, die nicht zur Familie gehören, seien zu Freunden geworden.

Seit Pia Fischer beim Kronacher Freischießen ausschenkt, wird sie jedes Jahr von derselben Freundin unterstützt: "Wir halten nach wie vor nachmittags, bevor der Hauptbetrieb losgeht, gemeinsam die Stellung." Eigentlich sei trotz der vielen Jahre, die vergangen sind, alles gleich geblieben. Nur die Gesprächsthemen hätten sich verändert.