Der Jubel der Orgelmusik (Karina Klaumünzner) vereint mit den kraftvollen Tönen der Trompete (Stefan Reuter) eröffnete den Adventsabend in der Pfarrkirche "Mariae Geburt" in Steinwiesen. Wieder einmal zeigte sich, dass die Akustik in dieser Marienkirche prachtvoll ist. Die neugegründete Schola der Chorgemeinschaft Steinwiesen-Nurn hatte bei diesem Adventsabend ihren ersten öffentlichen Auftritt und sang sich mit "A Lichterschein geht übers Land" von Lorenz Maierhofer sofort in die Herzen der Zuhörer. "Der Engel des Herrn" klang durch das Kirchenschiff mit einer Inbrunst, die jedem ins Herz ging. Mit dem Volkslied aus dem Alpenraum "Als Maria übers Gebirge ging" schloss der gelungene Auftritt der Schola.


Jubilierende Instrumente

Unterstützung beim Adventsabend hatte der Gesangverein Cäcilia Steinwiesen durch den Posaunenchor Heinersberg unter der Leitung von Michael Franz.
"Macht hoch die Tür" klang mit den Blechinstrumenten gleich viel jubilierender und "Wie soll ich dich empfangen" von Paul Gerhardt aus dem Jahr 1653 ist auch in der heutigen Zeit aktueller denn je. Jubilieren durften die Instrumente auch bei "Tochter Zion", deren Melodie auch bekannt ist als "Weihnacht für alle" von den Kastelruther Spatzen. Die englischen Weihnachtslieder "Deck the hall", das sich auch mit dem Anbringen von Stechpalmenzweigen beschäftigt und auf das alte Julfest zurückgeht, sowie "Hark the herald angels sing" tönte kräftig durch den Kirchenraum. Bekannter wurde es mit dem "Winter Wonderland" und dem Spiritual "Go, tell it on the mountains".
Der gemischte Chor der Chorgemeinschaft Steinwiesen-Nurn brachte mit "Erstaunet o Himmel" und "Stehet still" Vorweihnachtsstimmung in die Kirche. Von der Geburt Jesus erzählte das Lied "Hell vom Turm die Glocken künden" und mit "Freuet euch all", dessen deutscher Text nach dem englischem Lied "Joy to the world" entstand endeten die Darbietungen des gemischten Chors.
Advent - Zeit der gewissen Einfachheit und Besinnung. So hatte die Vorsitzende des Gesangvereins Cäcilia, Michaela Mattes, bei der Begrüßung gesagt. Zeit, auch einmal innezuhalten und den Moment der Ruhe genießen. Und deshalb gab es beim Adventsabend auch besinnliche Geschichten, die Walter Schmittdorsch in Mundart vortrug. "Die stille Zeit" als Vorbereitung auf die Weihnachtszeit, die Natur ändert sich, das ganze Leben ändert sich, wenn der Sommer in den Herbst und dann in den Winter übergeht.


Aufn Wejch nouch Bethlehem"

Einen Teil der Weihnachtsgeschichte gab es mit "die Verkündigung", in der der Engel Maria die frohe Botschaft brachte. "Aufn Wejch nouch Bethlehem" machten sich Maria und Josef und kamen dann nur noch in einem Stall am Wegesrand unter, wo das heilige Kind zur Welt kam. Irgendwie berührt es die Zuhörer ganz besonders, wenn die Weihnachtsgeschichte, die jeder kennt und selbst erzählen kann, so intensiv in Mundart nahe gebracht wird und man sich die Personen so richtig vorstellen kann. Eine besondere Geschichte hatte Walter Schmittdorsch noch zu erzählen. "Die Landstreicher Weihnacht", eine Geschichte über Nächstenliebe, über den Schatten springen und nicht nur das Vordergründige, sondern den Menschen dahinter sehen. Als sich die drei Landstreicher in der Scheune des Bauern niederließen, konnte der sich auch nicht vorstellen, mit ihnen zusammen an Heilig Abend unter dem Christbaum zu feiern. Doch wie heißt es so schön? Gottes Wege sind unergründlich. Den Abschluss eines wirklich gelungenen Adventsabends bildete das Lied "Oh du fröhliche", das nicht nur von allen Mitwirkenden gesungen und gespielt wurde, sondern in das auch die zahlreichen Besucher des Konzerts mit eingebunden waren. Nach dem Abend schenkte die Pfarrgemeinde Steinwiesen noch Glühwein aus, sodass der Abend in froher Runde ausklingen konnte.