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17 Plätze für Demenzkranke entstehen in Wallenfels


Autor: Nicole Julien-Mann

Wallenfels, Dienstag, 17. Oktober 2017

Die Stadträte in Wallenfels geben einvernehmlich dem Bauantrag für ein Demenz-und Intensivpflegezentrum statt.
Auf dem Areal des ehemaligen Kindergartens in Wallenfels wird ein  Demenz-und Intensivpflegezentrum entstehen.Foto: Alexander Löffler


Jahrelang stand der ehemalige Kindergarten St. Johannes leer. Jetzt soll ein Demenz- und Intensivpflegezentrum in die alte Arztvilla aus den 1930er Jahren ziehen. Bürgermeister Jens Korn (CSU) ist hocherfreut, dass sich damit ein Leerstand in exponierter Lage in Wallenfels schließen wird. Nach der ausführlichen Präsentation des Projekts von Caritas-Geschäftsführerin Cornelia Thron und dem Architekten Kersten Schöttner stimmte der Stadtrat dem Bauantrag einvernehmlich zu. Bernd Stöcker (CSU) brachte es auf den Punkt: "Es ist ein Glücksfall für Wallenfels, dass das prägende Gebäude erhalten bleibt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Bauvorhaben sollte so schnell wie möglich angefangen werden." Zunächst aber müssen die Planungen abgeschlossen sein, Förderanträge und Finanzierung abgeklärt werden. Immerhin rechnet man mit Kosten in Höhe von 4,8 Millionen Euro, die aber nicht aus Eigenmitteln zu bestreiten sind. Frühestens ab September 2018 könnte man mit dem Bau beginnen, der Betriebsstart wäre dann ab September 2020 möglich.

Stadtrat und Architekt Kersten Schöttner stellt das Baukonzept vor. Der elegante Charakter der alten Villa bleibt das prägende Gestaltungselement. Der Anbau aus den 1970er Jahren wird abgerissen. Dies ist die wirtschaftlichste Lösung angesichts der maroden Bausubstanz und des ungünstigen Grundrisses. Stattdessen wird ein Neubau um die alte Villa errichtet, der modern, offen und leicht wirkt. Das Demenz- und Intensivpflegezentrum wird über eine Gesamtfläche von 1617 Quadratmetern verfügen und dennoch genug Platz für einen Garten bieten.

Cornelia Thron berichtete über den Alltag von Demenzerkrankten. Die seien häufig in Bewegung. In der Demenzstation im Erdgeschoss gibt es daher Rundwege, die auch nach außen führen. "Die Patienten enden nie in Sackgassen, es geht immer weiter und trotzdem sind sie sicher", erläutert sie das Konzept. Die Planung der Zimmer für 17 stationäre Plätze gestaltete sich schwierig. Nicht nur das Pflegewohnqualitätsgesetz enthält unzählige Bestimmungen, auch die Anforderungen an eine moderne gerontopsychologische Betreuung sollten erfüllt werden. Dabei spielt auch Barrierefreiheit eine Rolle. Der Rundlauf im Innern ist ein großzügiger Aufenthaltsbereich, der entsprechend den Biografien der Bewohner eingerichtet wird, beispielsweise als Wirtshaus, Küche oder Busstation. "Hier wird das Leben in der Demenz-Villa stattfinden", erklärt Thron.

Im Obergeschoss wird eine Pflegeoase für 14 schwerstpflegebedürftige Heimbewohner eingerichtet. Thron freut sich besonders über die Dachterrasse, auf die man die Betten schieben kann, für "das letzte Stück Lebensqualität". Die Station wird mit modernster Telemedizin, Digitalisierung und Assistenzsystemen ausgestattet, etwa mit digitalen Pflegebetten. So können die Patienten künftig direkt im Bett gewogen werden und Feuchtigkeitssensoren senden Meldungen an das Personal.

Neben den Patienten zieht die Beratungsstelle für Demenz und Intensivpflege sowie für eHealth-Projekte in die Villa. Neben einem Showroom für die am Markt erhältlichen Systeme für Telemedizin bieten Schulungsräume Platz für Seminare und Vorträge. Angehörige erfahren Unterstützung für die Organisation der Pflege daheim. "Zwei Drittel der Demenz-und Pflegepatienten werden zu Hause versorgt", erklärt Thron. "Wir schließen den Kreis zwischen ambulanter und stationärer Pflege".

Bürgermeister Jens Korn spricht von einem Gewinn für Wallenfels in mehrfacher Hinsicht: Neben der städtebaulichen Seite hebt er den sozialen Aspekt hervor: "Die Menschen werden hier gepflegt und betreut." Auch wirtschaftlich sei es ein Riesengewinn. "Wir sprechen von über 30 neuen qualifizierten Arbeitsplätzen bei einem guten Arbeitgeber". Sein Dank gilt auch Isabella Leipold von der Kirchenstiftung, der die Villa gehört: "Ihr hättet den Laden auch verklopfen können, ihr habt es nicht gemacht."



Zufriedenstellende Saison für Freischwimmbad und Zeltplatz


Vor Beginn des Berichts von Frank Jakob aus der Hauptverwaltung zitierte Jens Korn aus einem Pressebericht: Kommunen bekämen mehr Geld für die Sanierung der Freibäder. "Wir sind uns alle einig, dass uns das Freibad wichtig, lieb und teuer ist." Der hohe Erholungswert für Gäste und Einheimische solle erhalten bleiben.

Die endgültigen Zahlen liegen noch nicht vor, aber Frank Jakob rechnet beim Schwimmbad mit einem ähnlichen Ergebnis wie in den Vorjahren, also einem Verlust in Höhe von etwas über 100 000 Euro. Bei fast gleich hoher Besucherzahl haben sich die Einnahmen nahezu halbiert. Matthias Zeitler (CSU) wunderte sich über die Diskrepanz. Laut Jakob sei der Anteil an Saison- und Familienkarten hoch gewesen - und außerdem sei eine Reihe weiterer Rabatte gewährt worden.

Die Bilanz des Zeltplatzes schließt im grünen Bereich ab. Zwar habe man weniger Personen registriert, diese aber hätten mehr Übernachtungen gebucht. Ein Highlight sei der Hundebadetag gewesen. Tina Müller-Gei (CSU) berichtet von ausschließlich positivem Feedback. Von weither seien Gäste mit insgesamt 51 Hunden gekommen.

Die Bauarbeiten im Kirchenumfeld sind abgeschlossen. Sven Hofmann fragte, ob man man den neuen Zaun nicht um zwei bis drei Meter verlängern könne. "Viele Wallenfelser finden es zur Zeit potthässlich." Korn versteht die Kritik, weist aber auf einen Rattenschwanz an Kosten hin, etwa für die Abstützung der Mauer. "Irgendwo mussten wir einen Punkt machen."

Die Bauarbeiten an der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Schnappenhammer und Wolfergrün starten noch in diesem Jahr mit Baumfällarbeiten.

Für den Umbau der Turnhalle in einen Indoor-Spielplatz gibt es eine weitere Idee, bei der das Schwimmbecken erhalten werden kann. Nachdem Fördermöglichkeiten in Aussicht gestellt wurden werden beide Ideen weiterverfolgt.