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Meinung

Impfgegner: Eine Armee von Aluhüten - ein Kommentar

Impfen - ja oder nein? Unser Kommentator spricht sich deutlich für das Impfen aus. Und er macht klar, warum es aus seiner Sicht keinen Sinn ergibt, weiterhin gegen das Impfen zu sein.
 
Schmidt und Kassen einig bei Kosten für Schweinegrippe-Impfung
Eine Impfung kann Menschen vor ansteckenden Krankheiten schützen. Trotzdem gibt es viele Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen. Foto: A3778 Fredrik von Erichsen (dpa)

Es ist ein lästiges Thema. Und das wird es auch immer bleiben. Impfen - ja oder nein? Denn durch Corona ist die ewige Impfdiskussion wieder in vollem Gange. Und so, wie es immer schon war, ist es auch dieses Mal das alte Spiel: Impfgegner bewaffnen sich mit angeblich seriösen Quellen, um eine Armee von Aluhüten zu bilden, damit man dem medizinischen System den Krieg erklären kann.

  • Der Feind? - „Der Staat.“
  • Der Endgegner? - „Natürlich der Spahn.“
  • Und wer finanziert das? - „Na, der Gates.“
  • Quelle? „Ich hab da so was im Internet gelesen.“

Alles klar. Klingt plausibel. Mindestens genauso plausibel wie ein Impfgegner, der bei einer Demo ein Schild mit den Farben des Deutschen Reiches in Händen hält. Glauben Sie nicht? Na, dann sehen Sie mal. Impfgegner reicht es nämlich schon lange nicht mehr aus, sich einfach gegen den Fortschritt zu stellen, mittlerweile assoziiert man die eigene Desinformation sogar mit der jüdischen Minderheit im "Dritten Reich". Neben der Tatsache, dass die Armee aus Aluhüten jämmerlich an einer Felswand aus Fakten zerschellt, müsste jedem mittlerweile eigentlich klar sein, dass es absolut sinnfrei ist, sich prinzipiell gegen das Impfen zu stellen.

Denn Impfen verhindert Krankheiten - sogar manche, die wirklich ernsthaft gefährlich werden können. Das einzige Argument, das wirklich gegen das Impfen spricht, ist, dass man nie sicher sein kann, dass es im Leben tatsächlich einmal dazu kommen wird, dass man eine Krankheit nicht bekommt, weil man geimpft wurde. Denn selbst dann würde man es nicht merken, weil man ja schließlich geimpft ist. Es ist somit wie die Jagd nach einem Unsichtbaren.

Das Internet bietet viel Information - leider auch eine Menge Schwachsinn

Aber warum sollte man ein Risiko eingehen? Lieber gegen eine Krankheit immun sein und sie im Zweifel nicht bekommen, als sie zu bekommen und nicht immun zu sein. Macht eigentlich Sinn, oder? Nun ja, Impfverweigerer sehen das alles etwas anders. Denn das Immunsystem muss letztendlich ausreichen. Genauso gut könnten sie keine Fahrradhelme mehr aufsetzten - man hat ja schließlich eine Schädeldecke.

Dass das Impfen aber dazu führte, die Pocken zu besiegen, die Kinderlähmung zurückzudrängen oder den Masern fast gänzlich den Garaus zumachen, weigern sich Impfgegner vehement zu glauben. Denn Internetquellen wiegen für sie mehr als die Meinungen studierter Mediziner.

Nichtsdestotrotz sollte es den „so gut informierten“ Mitbürgern mittlerweile klar sein, dass die einzige Lösung für das Coronavirus ein Impfstoff ist - und dass man sich nur durch eine Impfung vor ihm schützen kann. Denn genauso wie eine Schädeldecke als Schutz bei einem Sturz vom Rad nicht ausreichen wird, wird auch das Immunsystem bei vielen ein Upgrade brauchen, um sich gegen den Covid-19-Erreger behaupten zu können. Obgleich das zu glauben, die geistige Sprengkraft des einen oder anderen Aluhutsoldaten überfordern wird.

Impfen schützt Menschenleben

Genau wie bei der Schlacht an den Thermopylen wird es keinen Unterschied machen, welche Zahl von Impfgegnern bei der nächsten Demonstration auch aufmarschiert. Sie alle werden an den belegbaren Fakten, die Mediziner, Fachärzte und Gesundheitswissenschaftler aufzeigen, gnadenlos scheitern. 

 

Hinweis: Es handelt sich beim vorliegenden Beitrag um einen Kommentar. Ein Kommentar spiegelt immer eine Einzelmeinung wider - nicht notwendigerweise die Meinung der gesamten Redaktion.