Jeden Tag kommentieren viele Menschen auf den Facebookseiten von inFranken.de zu den verschiedensten Themen. Wir freuen uns über den Austausch mit den Menschen aus der Region und darüber, dass unsere Arbeit Anklang findet.  

Seit Jahren stellen wir fest, dass die Zahl der Kommentare zunimmt, die offen rechtsextrem, gewaltverherrlichend und menschenverachtend sind. Das ist sicher parallel zu einer allgemeinen Entwicklung in den sozialen Medien, zumal die Themen der letzten Jahre rechte Hetzer besonders auf den Plan gerufen haben: Geflüchtete, die nach Europa kamen und kommen, die nahende Klimakatastrophe und die einhergehenden Proteste, rechtsextremer Terror in Deutschland – und in diesem Jahr zu allem Überfluss noch die Corona-Pandemie.  

Eine Flut an Kommentaren - mit viel Hass darunter 

Da reichen sich die gleichen Nazis, die schon immer gepöbelt haben (ja, ich nenne sie ganz bewusst so), die Hände mit Verschwörungstheoretikern und ähnlichen Gruppen. Da wird alles angezweifelt, was die “Lügenpresse” verbreitet, da werden absurde Fake-News geteilt und ganz offen und unverhohlen zu Gewalt aufgerufen.  

Ich sehe das mit Sorge und auch mit einem großen Anteil Ärger, denn nicht nur, dass uns diese eigentlich schöne Kommunikation auf Augenhöhe zunehmend belastet, uns erreichen auch immer häufiger Nachrichten von Menschen, die die Atmosphäre unter unseren Posts nicht mehr als angenehm empfinden, sondern im Gegenteil als störend, unangenehm, widerlich, gar bedrohlich und gefährlich. Ich kann es ihnen nicht verdenken, geht es uns doch genauso: Wie soll man es auch sonst wahrnehmen, wenn man ständig Kommentare liest, in denen zu Gewalt gegen alle gehetzt wird, die nicht an krude Theorien und Behauptungen glauben wollen, wo offen und ohne Zurückhaltung der Faschismus herbeigewünscht wird. Da kann es einen nur gruseln.  

Bei der schieren Menge an Kommentaren (zwischen 3000 und 4000 pro Tag) bleiben dabei auch leider zu viele Kommentare zu lange stehen, bevor sie gelöscht werden und die Störenfriede gegebenenfalls blockiert. Das ist oft schlicht nicht so zeitnah zu schaffen, wie wir und viele Nutzende sich das wünschen würden. Ich kann den subjektiven Eindruck, nämlich, dass Hass ungefiltert bei uns steht, zwar nicht bestätigen, aber teilweise verstehen. Es kann aber auch keine Handlungsoption sein, vom Berichten über auch kontroverse Themen abzusehen, nur um die Hasstiraden von rechts zu vermeiden. Das wäre gegen unser Verständnis von Journalismus. Auch lassen sich Kommentare auf Facebook nicht einschränken - das ist technisch schlicht nicht möglich, auch wenn sich Menschen das oft von uns wünschen.  

Wir dulden bei inFranken.de keine Hetze - das sind die Konsequenzen

Was also tun? Das ist für uns klar: Wir werden weiterhin für Werte wie Demokratie, Vielfalt, Offenheit und Menschenrechte und gegen Rechtsextremismus einstehen. Etwas anderes ist schlicht undenkbar. Wir haben über unsere journalistischen Werte hinaus auch eine soziale Verantwortung, die wir nicht scheuen zu übernehmen.  

An die Hetzenden sei an dieser Stelle ganz klar gesagt: Wir sind nicht die Müllhalde für euren Hass und eure perverse Lust am Untergang. Wir sehen nicht dabei zu, wie ihr Facebook zu einem hässlichen Ort macht, der eure emotionale Armut widerspiegelt. Wenn ihr das nicht verstehen wollt, gibt es genau eine Option: Wir werden euch der Seite verweisen, zumal einige Kommentare, die wir löschen, strafbar sind. Hier zögern wir nicht zu handeln. Verzieht euch in eure geschlossenen Echokammern, wo ihr euch gegenseitig in eurer armseligen Sicht der Welt bestätigen könnt. Schämt ihr euch eigentlich nicht für den verbalen Abfall, den ihr hinterlasst? Habt ihr nicht Angst, dass eure Kinder eines Tages die Überreste eurer Erbärmlichkeit entdecken und sich unendlich für euch schämen werden?  

An alle anderen, die wie wir soziale Medien als genau das betrachten, nämlich als Ort des Miteinanders: Wir sind da und möchten weiter im Austausch mit euch sein – gerne kritisch, immer auf Augenhöhe und vor allem immer mit Wertschätzung, Wohlwollen und gegenseitigem Respekt. Wir schaffen das gemeinsam, in schweren Zeiten und auch gegen Hass und Missgunst.  

Wer sich fragt, nach welchen Kriterien wir moderieren - hier unsere Netiquette zum Nachlesen.