Ganz so dramatisch wie das griechische Heldenepos ist die moderne Odyssee leider nicht. Weder einäugige Riesen gilt es heutzutage zu besiegen, noch ist Sirenengesängen zu widerstehen - und auch der große Showdown im eigenen Heim nach zehnjähriger Abwesenheit steht nicht mehr auf dem Pflichtenplan einer gescheiten Irrfahrt. Dem Navi sei dank.

Und doch schaffen es die Irrfahrer der Jetztzeit immer wieder, ihrem Tun eine gewisse Note zu verleihen. Da schicken sich Lenker von Riesenlastern an, über filigrane Fußgängerbrücken ans vermeintliche Ziel zu gelangen. Oder Wohnwagenkapitäne manövrieren technikgläubig ihre fahrbaren Doppelhaushälften durch handbreite süditalienische Gässchen. Manchmal gelingt aber auch die Ankunft in der totalen Orientierungslosigkeit unter Zuhilfenahme eines profanen Waldgebietes. Eine Rettung mit Bergwacht, Hubschrauber und vorheriger Handy-Ortung - das macht schon was her.

Nur gut, dass Homer noch kein Navigationsgerät besaß, sonst hätte seine "Odyssee" womöglich einen ganz anderen Verlauf genommen - ähnlich, wie in dieser Geschichte, die sich am Wochenende in der Nähe von Bayreuth ereignet hat: Vom Navi in die Irre geführt: Frau provoziert Hubschraubersuche