Druckartikel: Zwischen Frost und Frühling

Zwischen Frost und Frühling


Autor: Siegfried Sebelka

Kitzingen, Donnerstag, 04. Februar 2016

Das Jahr 2016 hat einen warmen und nassen Start hingelegt. Der Januar war mit plus 1,9 Grad um zwei Grad wärmer als im Durchschnitt.
Der Winter ist auch ein Landschaftsmaler, hat unser Leserfotograf Rudi Krauß mit Blick auf die Kitzinger Flur festgestellt. Im Januar 2016 hat sich der Winter zumindest an einigen Tagen von seiner frostigen Seite gezeigt. Es gab aber auch Tage, die schwer an den Frühling erinnerten. FOTO: Rudi Krauß


Das Jahr 2016 hat einen warmen und nassen Start hingelegt. Der Januar war mit plus 1,9 Grad um zwei Grad wärmer als im Durchschnitt (minus 0,1 Grad) und er hat innerhalb weniger Tage einen Temperaturanstieg von fast 26 Grad geliefert – nichts für wetterfühlige Menschen.

Die Temperaturen hat der Pflanzenbauexperte am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen, Thomas Karl, gemessen. Nach einem milden Start ist es ab dem 17. Januar mächtig kalt geworden. Schnee und vor allem Frost legten sich über das Land. Der Frost erreichte am 22. Januar mit minus 12,6 Grad in der Mainbernheimer Straße den tiefsten Wert in diesem Winter. Sechs Eistage und insgesamt 16 Frosttage hat Karl im Januar gezählt, aber auch sieben Vegetationstage (über fünf Grad plus). „Das ist für einen Januar sehr viel“, so der Wetterexperte.

Bemerkenswert war der Temperatursprung vom 22. auf den 27. Januar. Innerhalb weniger Tage ist das Thermometer von minus 12,6 Grad auf plus 13,3 angestiegen. Ein Sprung um fast 26 Grad, den vor allem wetterfühlige Menschen zu spüren bekommen haben dürften, vermutet Karl.

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Ruhe auf den Feldern

Den Pflanzen auf den Äckern haben diese Purzelbäume nicht geschadet. „Die Wintergerste ist zwar gelb, aber das ist kein Problem“, sagt Karl mit Blick auf die Felder, auf denen derzeit vor allem Ruhe herrscht.

Bei den Niederschlägen hat der Jahresanfang mit 62 Litern mehr als ein durchschnittlicher Januar mit 39 Litern gebracht. Insgesamt hat es an 20 Tagen geregnet. Wobei spürbarer Niederschlag (mindestens ein Liter oder Millimeter pro Quadratmeter) an 15 Tagen registriert wurde. Immerhin, nach einem trockenen Jahr 2015 war der Auftakt des Jahres 2016 eher feucht.

Dass sich bei so viel Regen die Sonnen rar gemacht hat, verwundert nicht. Am Ende waren es in Kitzingen 31 Sonnenstunden und der Januar lag damit irgendwo im Mittelfeld. 2010 waren es beispielsweise nur 17 Stunden, zwei Jahre später mit 46 weit mehr als das Doppelte.

Noch ein Blick in die Natur. Ob und wie sich der Frost auf die Entwicklung von Schädlingen ausgewirkt hat, kann man jetzt noch nicht sagen, sagte Karl. „Das wird das Frühjahr zeigen.“